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Alles Geld der Welt: Ein Roman aus dem alten Wien (Historische Romane im GMEINER-Verlag) von Gmeiner-Verlag
Alles Geld der Welt: Ein Roman aus dem alten Wien (Historische Romane im GMEINER-Verlag)
Taschenbuch

Inhalt Mit dem Abriss der Stadtmauer ab 1858 und dem Bau der Wiener Ringstraße mit ihren Prachtbauten beginnt ein gründerzeitlicher Bauboom. In Verbindung mit der geplanten Weltausstellung führt dies zu einer euphorischen Aufbruchsstimmung, die alle Bevölkerungsschichten erfasst. Auch Heinrich von Strauch, der Inhaber des gleichnamigen Wiener Bankhauses, erkennt rasch die Möglichkeiten der schnellen Gewinne durch Investitionen in Immobilien und das Auflegen immer neuer Aktien an der Börse. Doch kann die Weltausstellung, die am 1. Mai 1873 eröffnet wird, die hohen Erwartungen erfüllen? Nicht nur auf Grund der schönen, jungen Frauen, denen er noch nie widerstehen konnte, hat Heinrich von Strauch immer öfter schlaflose Nächte. Thema und Genre Dieser historische Roman spielt im Jahr 1873. Themen sind das aufwändige Leben der damals herrschenden Gesellschaftsschicht und die enormen Klassenunterschiede, gewagte Börsen- und Immobiliengeschäfte und Spekulationen, aber auch Genuss und Lebensfreude im Wien des 19. Jahrhunderts. Charaktere Die fiktiven Hauptprotagonisten sind gekonnt in das tatsächliche historische Umfeld eingefügt und durch die bekannten realen Personen dieser Zeitperiode ergänzt. Die Charaktereigenschaften entsprechen, obwohl in ihrer Negativität etwas einseitig und teilweise überzeichnet, dem Denk- und Verhaltensmuster der damaligen Zeit. Heinrich von Strauch ist der typische Sohn, der das vom Vater zuvor Aufgebaute erbt, ein Lebemann und Genussmensch, der aber auch das nötige Fachwissen für das Bankwesen und die Börsengeschäfte besitzt. Die Risiken seiner intensiven Investitionstätigkeit sind ihm durchaus bewusst. Handlung und Schreibstil Die Geschichte spielt in der Zeit von Januar bis Juli 1873, ein Prolog und Epilog erweitern diesen Zeitrahmen. Rückblenden und zusätzliche Hintergrundinformationen in Form von Zeitungsartikeln zu aktuellen Ereignissen, Expertenmeinung und allgemeiner Stimmungslage ergänzen die Handlung. Auch wenn der Wiener Börsenkrach und die Ursachen bekannte Fakten sind, ist die Geschichte um das fiktive Wiener Bankhaus spannend zu lesen. Die Sprache mit den speziellen Wiener Ausdrücken entspricht der damaligen Zeit, die Dialoge sind zusätzlich der gesellschaftlichen Stellung und Bildung des/der Sprechenden angepasst. Fazit Ein Roman aus der rasanten Finanzwelt der späten Gründerzeit 1873 in Wien, wo die nahe Weltausstellung Reichtum und Aufstieg für alle Bevölkerungsgruppen verspricht und alles möglich scheint. Man taucht ein in die „gute“, alte Zeit, die nur für eine kleine Bevölkerungsgruppe wirklich gut war, genießt das gesellschaftliche Leben in den Wiener Kaffeehäusern und Salons und erhält ungeschönte Einblicke in das Leben der von den Launen der Herrschaft abhängigen Bediensteten. Die authentische Sprache vervollständigt diese interessante, facettenreiche Reise ins alte Wien.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Dazu kam, dass die allermeisten Wertpapiere, mit denen an der Börse gehandelt wurde, nur einen Bruchteil ihres derzeitigen Kurses wert waren. Ein Faktum, das für ihn als Börsenfachmann und Spekulant evident, das aber dem normalen Bürger, der ein bisschen Erspartes im Sparstrumpf hatte, völlig unklar war.“ (Zitat Seite 29)"

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Die Totenbändiger - Band 8: Das Herrenhaus (eBook, ePUB) von Greenlight Press
Die Totenbändiger - Band 8: Das Herrenhaus (eBook, ePUB)

Indem Blaine jemanden aus der Familie Hunt entführt, lockt er Cam und Jules doch noch in ein Herrenhaus, wo besonders Cam seine Kräfte unter Beweis stellen muss. Dabei entdeckt Cam einige außergewöhnliche Fähigkeiten. Und kurz darauf werden in einem anderen Herrenhaus, wo Cam vor 13 Jahren gefunden wurde, wieder viele Leichen entdeckt. Das Cover des Buches passt wieder perfekt zum vorliegendem Buch und natürlich auch zur bisherigen Reihe. Es ist wieder absolut top gelungen. Der Schreibstil der Autorin ist wie immer einsame Klasse; Charaktere und Orte werden plastisch dargestellt und man sieht von Band zu Band wie sich die Figuren weiterentwickeln. Nachdem der vorherige Band ruhiger war, geht es hier bereits von Beginn an richtig zur Sache. Genauso muss ein Staffelfinale sein. Diesmal gibt es auch keinen Cliffhanger am Ende des Buches und keine 2 Handlungsbögen im Buch. Wieder wird man noch tiefer ins Universum der Totenbändiger hineingezogen. Viele Fragen werden gelöst, andere tauchen neu auf. Die Kurzzusammenfassung zu Beginn des Buches finde ich immer sehr gut, wenn der letzte Teil doch schon wieder ein paar Wochen her ist und man viel dazwischen gelesen hat. Fazit: Würdiges Staffelfinale, das Lust auf die 2. Staffel macht. 5 von 5 Sternen

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Die Entdeckung der Fliehkraft, 5 Audio-CD von Griot Hörbuch; Wallstein
Die Entdeckung der Fliehkraft, 5 Audio-CD
SaintGermain

Karl Löffelholz ist Lehrer im Gefängnis, er ist verheiratet und hat einen Sohn. Doch irgendwie gerät sein Leben vollständig aus den Fugen. Deshalb nimmt er einen E-Mail-Kontakt mit Caroline auf, die er einmal vor Jahren kurz gesehen hat. Und er versucht überall hinter die Fassaden zu sehen bzw. einen tieferen Sinn in Allem zu finden. Das Cover des Buches bzw. Hörbuches ist sehr einfach und nicht wirklich auffällig, passt aber mit dem Trampolin sehr gut zum Buch, auch wenn es erst spät augenscheinlich wird. Der Schreib- bzw. Sprachstil ist nicht ganz einfach, da über sehr viel philosophiert wird. Die Charaktere werden ausgezeichnet dargestellt. Das Hörbuch ist ungekürzt (so mag ich es!) und vom Autor selbst gelesen. Dies ist primär gut, aber nur wenn der Autor auch eine angenehme Sprechstimme mit (richtiger) Betonung hat und auch im Sprechen Emotionen mitschwingen. Dies kann Autor Kai Weyand leider nicht. Das ganze Hörbuch (5 CD´s zu je 8 Kapiteln und etwas über 1 Stunde Hörzeit) ist relativ monoton gesprochen, auch wenn sich der Autor/Sprecher an manchen Stellen hörbar bemüht und die Sprechstimme an sich angenehm ist. Begleitet wird das ganze nicht nur hin und wieder durch Geräusche, sondern auch mit Klavierbegleitung (speziell zu Kapitelbeginn) von Tomasz Edwards, der das Instrument sehr gut beherrscht. Die Musik passt auch zum Buch - mit ihrem melancholischen Klang. Manchmal hätte ich mir sogar etwas mehr Musik gewünscht. Das Buch scheint daher um einiges besser zu sein, als das Hörbuch, denn es regt zum Nachdenken an. Allerdings muss man da mit dem Sprechtempo - das an sich angenehm ist - mitdenken können. Zudem muss man sich auch sehr konzentrieren, da man sonst aufgrund der monotonen Stimme Gefahr läuft einzuschlafen. Der Plot selbst war für mich etwas zwiespältig. Zum einen passierte sehr viel, zum anderen fast gar nichts. Zu sehr war man in den Gedanken von Karl, der insgesamt keinen sehr sympathischen Eindruck machte. Außerdem konnte mich das Ende, das eigentlich kein wirklicher Abschluss war, auch nur ärgern. Und trotzdem bleiben einige Passagen im Gedächtnis, die zeigen, was in dem Buch eigentlich drinsteckt. Allerdings als Hörbuch noch weniger, als in geschriebener Form. Fazit: Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, wenn man es liest. Als Hörbuch wurde die Chance leider vertan. 3 von 5 Sternen

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Mr Griswolds Bücherjagd: Das Spiel beginnt
Mr Griswolds Bücherjagd: Das Spiel beginnt
SaintGermain

Die fast 12-jährige Emily hat es mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder Matthew nicht leicht. Ihre Eltern wollen alle 50 Bundesstaaten der USA abgrasen und dort wohnen. Jetzt gehts in das 5. Bundesstaat nach San Francisco. Ihr Bruder interessiert sich nur mehr für Musik und nicht mehr für Bücherjagden, die Mr Griswold übers Internet initiiert hat. Emily liebt diese Spiele, darum freut sie sich wenigstens ein wenig über den Umzug, da Mr Griswold in San Francisco lebt. Dieser will ein neues Spiel herausbringen - eine Schatzsuche. Doch kurz vor der Veröffentlichung wird auf ihn geschossen. Aber Emily und der Nachbarsjunge James finden dort eine besondere Ausgabe von "Der Goldkäfer" von Edgar Allan Poe. Das Cover ist relativ einfach, aber sicher kindgerecht und passend; zudem passt es zur ganzen Trilogie. Das Buch ist hochwertig mit Hardcover, Lesebändchen und guter Papierqualität. Die Idee hinter dem Buch hat mich einfach fasziniert und dass man dazu bei den Rätseln bzw. Chiffren mitraten kann, fand ich sehr gut gemacht. Der Schreibstil ist ausgezeichnet - er passt für das angegebene Alter. Die Spannung wird das ganze Buch jugendgerecht aufrechterhalten; die Charaktere und Orte werden ausgezeichnet dargestellt. Und ein paar Protagonisten sind mir definitiv ans Herz gewachsen. Das Buch ist für 10 - 12-jährige Mädchen und Burschen gemacht, aber ich mit meinen 41 Jahren hatte ebenso meinen Spaß an diesem Buch. Ich bin gespannt, wie es meiner Nichte gefällt, die das passende Alter bald erreicht hat. Das Buch ist in sich abgeschlossen, aber wie gesagt, gibt es noch 2 Bände. Fazit: Spannender Auftakt einer Kinder- und Jugend-Trilogie. 5 von 5 Sternen

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Im grausamen Licht der Sonne: Thriller
Im grausamen Licht der Sonne: Thriller

Inhalt Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Anahera Golden Cove, den Ort, in dem sie aufgewachsen ist. Sie wollte niemals zurückkehren. Wenige Jahre später ist sie eine berühmte Pianistin und kommt nach dem überraschenden Tod ihres Ehemannes zurück. Sie trifft die alten Freunde wieder, vor allem ihre beste Freundin Josie, in deren Café Miriama aushilft, eine junge, fröhliche Schönheit und angehende Fotografin. Eines Abends kommt Miriama nicht vom Joggen zurück und eine große Suchaktion startet. Schon ein Mal, im Sommer vor fünfzehn Jahren, waren insgesamt drei junge Urlauberinnen spurlos verschwunden. Damals wie heute waren keine Fremden im Ort, hat jemand aus Golden Cove etwas mit dem Verschwinden der Mädchen zu tun? Thema und Genre Dieser spannende Thriller spielt auf der Südinsel Neuseelands. Es geht um die besondere Gemeinschaft in einer kleinen Stadt, wo die Menschen einander kennen, für einander da sind, wo es schwierig scheint, Privates geheim zu halten. Dennoch gibt es sie, die verborgenen, dunklen Seiten. Wichtige Themen sind Familie, Verlust, Kindheitserinnerungen, Träume und Hoffnung, Freundschaft und die Liebe. Charaktere In ihrer Jugend waren die Hauptprotagonisten eine eingeschworene Clique: Anahera und Josie, Keira und Daniel, Vincent und Nikau. Der Polizist Will ist erst seit drei Monaten in Golden Cove, doch er kümmert sich um die Menschen und gibt nicht auf, intensiv allen Spuren zu folgen, um Miriama zu finden. Anahera unterstützt ihn, gleichzeitig versucht sie, mit den Ereignissen in ihrer Vergangenheit abzuschließen, die sie blockieren. Handlung und Schreibstil Es ist das ungewöhnliche Konzept dieser Geschichte, das uns Leser sofort in den Bann zieht. Ein packender Thriller, bei dem es nicht um die blutige Beschreibung einer Tat geht, sondern um die intensive Suche nach einer verschwundenen Person, in Verbindung mit psychologisch interessanten Beschreibungen des Lebens der einzelnen Menschen in einer Kleinstadt. Naturschilderungen der wilden Schönheit dieses Landes und Einblick in die Traditionen der Maori lassen Neuseeland beim Lesen in den Gedanken lebendig werden. Durch überraschende Details und neue Erkenntnisse ergeben sich wechselnde Sichtweisen und so bleibt die flüssig und sehr gut zu lesende Geschichte bis zum Schluss unvorhersehbar und spannend. Fazit Ein packender, ungewöhnlich vielschichtiger Thriller mit Tiefgang, der uns in die wilde Schönheit Neuseelands entführt, wo es viel Licht, aber auch dunkle Schatten gibt.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„So war das in dieser Stadt: Die Gerüchte verbreiteten sich, und man glaubte, alles über jeden zu wissen. Aber es gab dennoch Geheimnisse hier. Eine dicke Schicht Lava brodelte unter der Oberfläche.“ (Zitat Pos. 345)"

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Der Würfelmörder / Fabian Risk Bd.4 (eBook, ePUB) von Ullstein Taschenbuchvlg.
Der Würfelmörder / Fabian Risk Bd.4 (eBook, ePUB)
sbbsnl

Hinweis - dieses Buch ist bereits unter dem Namen „10 Stunden tot“ erschienen. Unter der „Der Würfelmörder“ ist es nun erneut als 1. Teil einer Dilogie herausgebracht worden. Zeitgleich erscheint der 2. Teil „Die Rückkehr des Würfelmörders“ Inhalt: Die Mordermittler in Helsingborg ermitteln in einer brutalen Mordserie, scheinbar unzusammenhängende Fälle, halten die Stadt und die Kommissare in Atem. Fabian Risk, eigentlich beurlaubt um mit sich, seiner Familie und den dramatischen Ereignissen der jüngsten Vergangenheit zurecht zu kommen, sieht sich gezwungen, seine Kollegen zu unterstützen. Dabei ist er selbst im Geheimen mit der Aufklärung einer alten Mordserie ausgelastet… Autor: Stefan Ahnhem ist einer der erfolgreichsten schwedischen Thriller-Autoren. Er wurde 1966 in Stockholm geboren und lebt auch heute noch mit seiner Familie dort. 2014 startete er die Serie um Kommissar Fabian Risk. „Der Würfelmörder“ ist der 4. Teil der Reihe. Meine Meinung: Zunächst einmal schreibt Ahnhem gewohnt gut, anders kann man es nicht sagen. Auch wenn es für mich ein bisschen schwierig war, die bekannten Protagonisten zu zuordnen und in Verbindung zum vorherigen Teil zu bringen. Das Buch hat mich sofort mitgerissen und lässt mich wunderbar in eine andere Welt eintauchen. Das Team rund um Risk "wiederzulesen“, hat mir Spaß gemacht und ich war schnell wieder „drin“ in dem anstrengenden und gefährlichen Berufsalltag der Polizei in Helsingborg. Das Buch ist zu keiner Zeit langweilig gewesen und ich konnte es zum Schluss kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wer, was, wieso und überhaupt. Dieses Abtauchen in eine andere Welt hat mich allerdings auch etwas herunter gezogen, denn „leider“ handelt es sich um eine äußerst brutale Welt und dadurch, dass so viele unterschiedliche, aber stets schreckliche Stories erzählt werden, erscheint die Welt an sich schon mal ziemlich schlecht. Diese vielen verschiedenen Fälle, Morde, alte und neue Verdächtige, rechte Szene, Pädophile, brutalste Sexpraktiken und familiären Verstrickungen aller Art, war mir irgendwie manchmal etwas viel. Ich will hier nichts verraten, aber neben den an sich schon vielen brutalen Fällen, begegnen uns auch noch alte Figuren aus dem letzten Buch und insgesamt ist es einfach etwas viel. Zu viel Hass, zu viel Brutalität und ehrlich gesagt auch zu viel Sexszenen. Zumindest aus meiner Sicht. Ich lese für mein Leben gerne Thriller, aber es war schon sehr brutal teilweise und das in einer so detaillierten Schreibweise, da war ich froh, dass ich das Buch gelesen und nicht gehört habe. Da kann man auch mal ein bisschen überblättern, wenn es zu schlimm wird. Allerdings macht es das Buch natürlich auch aus, der Autor versteht es mich als Leserin so in die Geschichte hineinzuziehen, als würde ich daneben stehen und Fabian Risk über die Schulter schauen. Das ist natürlich auch eine Kunst. Und ich bin froh, das Buch gelesen zu haben. Fazit: Das Buch ist einfach richtig gut, sicherlich ein wenig überfrachtet und viel hinein gepackt hat Ahnhem diesmal und eine Schippe weniger Brutalität, hätte dem Buch vielleicht gut getan, aber trotzdem habe ich es verschlungen und freue mich auf die Fortsetzung…ich kann es auf jeden Fall ganz klar empfehlen, wenn man nicht zu zart besaitet ist!

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"Die Würfel sind gefallen - Hochspannung mit Fabian Risk...!"

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Ich bin dein Tod / Kommissar Dühnfort Bd.9 von Ullstein Tb
Ich bin dein Tod / Kommissar Dühnfort Bd.9
sbbsnl

Autorin: Inge Löhnig ist eine deutsche Autorin, die seit 2008 Bücher aus der Reihe um Kommissar Dühnfort veröffentlicht. Außerdem schreibt sie unter Pseudonym Ellen Sandberg Familienromane, auch Jugendbücher hat sie schon veröffentlicht. Ebenso wie eine Reihe mit der Frau von Dühnfort, Gina Angelucci. Sie lebt in der Nähe von München. „Ich bin dein Tod“ ist der 9. Teil der Reihe um Dühnfort. Inhalt: Kommissar Tino Dühnfort hat, nach der Elternzeit und der Weiterbildung zum Fallanalytiker, die Position gewechselt und ist nach der Mordkommission jetzt in der Operativen Fallanalyse gelandet. Sein 1. Fall führt ihn und seine neuen Kollegen nach Passau um einen Doppelmord aufzuklären. Die örtliche Polizei denkt an einen aus dem Ruder gelaufenen Einbruchsversuch, aber Dühnfort sieht das anders. Er begibt sich auf eine Spurensuche quer durch Bayern, stösst auf mehrere Morde und letztendlich auf eine unglaubliche Story in der Täter und Opfer näher beieinander sind, als man je vermutet hätte. Schreibstil: Inge Föhnig schreibt einfach wunderbar flüssig, immer angenehm lesbar, was Wortwahl und Satzbau angeht. Man ist sofort mitten in der Geschichte, auch weil dem Leser detailliert und liebevoll die Hauptpersonen nah gebracht werden. Für mich ist es ein Krimi der „alten Schule“, diesmal besonders tiefgehend, aber eben ohne platte Gewaltszenen und reisserische Thrillerelemente, sondern nur brutal und eindringlich, wenn es notwendig für die Story ist. Langsam baut die Autorin die Spannung auf und versteht es den Leser zu fesseln und einzubeziehen. Fazit: Ich habe bis jetzt nicht alle Teile der Serie um Kommissar Tino Dühnfort gelesen, aber wusste zumindest, dass es ihn gibt und auch dass Inge Löhnig ihr Handwerk als Krimiautorin versteht. Aber da es länger her ist, dass ich ein Buch von ihr gelesen habe, muss ich sagen: „Ich bin dein Tod“ ist ein wirklich ausgezeichnetes, spannungsgeladenes und in Teilen bedrückendes Buch. Es macht wirklich Freude die Figur Dühnfort zu begleiten, ein Sympathieträger und durch seine akribische Art der Bearbeitung von Fällen, auch in der Fallanalyse ein toller Ermittler. Ihn und sein Umfeld zu beobachten, sowohl beruflich, wie auch privat, ist einfach kurzweilig und angenehm. Ob seine Frau Gina, alte Kollegen, neue teils nervige Kollegen, alle lernt man näher kennen und freut sich mit Dühnfort über die netten Menschen um ihn herum, wie man auch mitleidet, wenn die Kollegen alles andere als freundlich sind. Die Geschichte an sich ist tiefgründig und die Möglichkeit dem Team um Dühnfort durch die Videoaufzeichnungen der jungen Lea, die mitunter sehr bedrückend für den Leser sind und auch mich zeitweise etwas mitgenommen haben, immer einen Schritt voraus zu sein, baut sich die Spannung noch extra auf. Das Thema des Buches an sich ist bis jetzt eher selten behandelt worden, umso interessanter aufbereitet von der Autorin. Auch das es nicht nur Schwarz und Weiß gibt, wenn es um Täter und Opfer geht, wird anschaulich beschrieben und macht es gerade deshalb noch bedrückender. Inge Löhnig hat hier ein wirklich guten Buch, einen Krimi oder auch Thriller geschaffen, der mich wirklich gefesselt hat, gut geschrieben, immer spannend. Genau die richtige Mischung zwischen dem Fall, der Aufklärung und dem persönlichen Befindlichkeiten Dühnforts. Mich hat das Buch begeistert, aber auch etwas betroffen zurückgelassen. Wenn eine Autorin einen so packen kann mit dem Lesestoff, hat sie alles richtig gemacht. Ich kann nur eine klare Empfehlung aussprechen….

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"Nicht mein 1. Dühnfort und keinesfalls mein letztes Buch mit ihm...!"

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Silberknochen / Das Erbe der Macht Bd.9 (eBook, ePUB) von Greenlight Press
Silberknochen / Das Erbe der Macht Bd.9 (eBook, ePUB)
SaintGermain

Patricia Ashwell nimmt bei den Unsterblichen ein Platz ein, was für Unmut sorgt. Alex, Jen, Chloe, Chris, Nikki und Suni sollen die Silberknochen vor der Schattenfrau finden. Dazu müssen sie allerdings zuerst Nemo und der Nautilus einen Besuch abstatten. Doch dort lauert eine uralte Gefahr. Währenddessen müssen Max und Kevin im Castillo bleiben. Die beiden kommen sich wieder näher, allerdings besteht bald ein böser Verdacht an Max. Das Cover ist wie immer der Hammer - detailreich, passend zur Reihe, passend zum Buch und absolut genial gemacht. Der Sprecher des Hörbuchs passt perfekt zur Reihe. Der Schreibstil ist - wie schon bei den vorangegangenen 8 Teilen - genial. Charaktere und Orte werden ausgezeichnet dargestellt. Die Spannung ist von Beginn bis zum Ende auf sehr hohem Niveau. Eine Zusammenfassung am Beginnt hilft dabei gleich wieder in die Welt der Lichtkämpfer einzutauchen. Die Serie baut sich immer mehr auf, die Charaktere entwickeln sich weiter, sodass man nicht mehr von der Serie loskommt, wenn mal einmal damit begonnen hat. EInsteigen kann man nicht wirklich, man sollte definitiv mit dem ersten Band beginnen. Einige Fragen werden gelöst, viele neue tauchen auf - dies ist man von der Reihe schon gewohnt. Einige neue Personen werden vorgestellt, die "alten" Bekannten sind natürlich auch wieder dabei. Zwischen Band 8 und diesem Band gibt es übrigens eine (die erste) Bonusgeschichte (mit 3 Ministories), die kleine Lücken zwischen den Teilen füllen und so ein kleines Bonuswissen erzeugen. Das Buch endet nach einigen Enthüllungen mit einem Cliffhanger - oder besser gesagt in ein paar. Der erste Zyklus neigt sich dem Ende zu (noch 2 Bücher) und ich bin megagespannt. Fazit: Spannung non-stop in dieser Urban-Fantasy-Reihe. 5 von 5 Sternen

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Die ersten Monate von Independently published
Die ersten Monate
Taschenbuch
SaintGermain

Nachdem im Jahr 2020 eine Pandemie durch Dolores-19 ausbricht, fangen nicht nur die Menschen zu hamstern an. Es gibt auch Ausgangssperren, die wiederum zu Randalen führen. Jake, Leon und Jazmin versuchen nicht nur zu überleben, sondern erleben dabei auch viele Abenteuer. Das Cover des Buches ist zwar ausgezeichnet gemacht, passt aber eigentlich nicht wirklich zum Buch. Klar merkt man die düstere Stimmung; es deutet auf eine Dystopie nach einem Virus hin, aber es ist eben nur eine Person zu sehen. Im Buch sind die Protagonisten immer zu zweit, dritt oder gar zu viert unterwegs. Der Titel ist zwar passend, allerdings doch etwas einfallslos. Der Plot selbst ist hervorragend gewählt. Die aktuelle Situation von COVID-19 wird hier durch den Virus Dolores-19 veranschaulicht. Da kommen natürlich zuerst die ersten Maßnahmen, die Österreichs Bundeskanzler ausrief. Die Geschichte wird hier aber in eine düstere, bedrohliche Dystopie weitergeleitet. Dabei konnte mich nicht nur die tolle Beschreibung der Protagonisten und Orte überzeugen, sondern vielmehr die lockere Schreibweise, die trotz dem ernsten Thema und der ernsten Situation mit Humor punkten kann. So wird aus der ganzen Story ein verrückter, aber todernster Roadtrip, der Action bietet und Dolores-19 schon manchmal in Vergessenheit geraten lässt. Begleitet wird man von drei Playlists voller Musik, für jeden Monat eine. Es ist zwar nicht mein Musikgeschmack, dafür aber das ganze Buch. Was mich etwas störte, ist das Ende. Denn so wirklich mag ich offene Ende nicht. So kann ich nur auf eine Fortsetzung hoffen, die der Autor nicht kategorisch ausschließt. Am Ende des Buches gibt es noch eine Leseprobe: Die Vorgeschichte zur Fantasy-Reihe des Autors, die mir ebenfalls sehr gefiel und ich mir die ganze Vorgeschichte gleich holen musste. Fazit: Düstere, aber humorvolle Dystopie, die mit der aktuellen Situation spielt. 4,5 von 5 Sternen

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Die Chronik der Dämonenfürsten von Shadodex-Verlag
Die Chronik der Dämonenfürsten

Inhalt In den nebeligen, dunklen Gassen Londons geschieht ein Mord an einem Engel und einem Dämon, Abgesandte zum jährlichen Konzil zwischen dem Himmel und der Hölle. Mit letzter Kraft flüstert der Engel „Krokodil“, und dies weist eindeutig auf Nehemiael hin, Sohn von Prinz Seere und der Menschenfrau Perla. Sechzig Jahre alt, kann der Dämonenmischling seine Gestalt zwischen Menschengestalt und Krokodilgestalt verändern. Nehemiael beteuert, diese Tat nicht begangen zu haben, doch er muss persönlich Luzifer von seiner Unschuld überzeugen. Ein Dämonenfürst, ein Dämon, ein Engel und ein Mensch müssen ihn begleiten und dies bestätigen, doch es müssen fremde Verbündete sein, nur Vincent darf ihn begleiten. Die gefährliche Reise führt sie nach Island, Irland, Trier, die älteste Stadt Deutschlands und Ägypten. Bald wird klar, dass es ein mächtiger Gegner auf Nehemiael abgesehen hat, jemand, nach dessen Meinung dieser besondere Mischling schon längst hätte getötet werden müssen. Thema und Genre Dieser packende Urban Dark Fantasy Roman ist der vierte Teil der „Chronik der Dämonenfürsten“. Zeit der Handlung ist eine ferne Zukunft, in der sich die Engel und die auf der Erde herrschenden Dämonenfürsten um ein geordnetes Zusammenleben bemühen, mit strengen Regeln und Hierarchien, doch Intrigen und kämpferische Auseinandersetzungen bedrohen den brüchigen Frieden. Es geht um Entscheidungen, den Mut zu Veränderungen, um Freundschaft und Liebe. Charaktere Nehemial ist etwas überheblich, manchmal vorlaut und ungestüm, was es Vincent, Engel des Todes und langjähriger Lehrmeister von Nehemial, nicht einfach macht, den Mischling zu begleiten und beschützen. Es ist eine ungewöhnliche Gruppe von eigenwilligen Außenseitern, die schließlich gemeinsam auf dem Weg zu Luzifer ist. Das besondere an den Figuren dieser gesamten Chronik-Serie ist ihre Vielschichtigkeit, Engel sind nicht nur gut und strahlend, Dämonen sind nicht immer böse und grausam, und sie alle verhalten sich trotz ihrer besonderen Fähigkeiten sehr menschlich. Handlung und Schreibstil Schon mit der ersten Seite entwickelt die Geschichte ihren starken Sog, es beginnt spannend und bleibt es bis zur letzten Seite. Der Zeitrahmen ist straff und wird nur durch kurze Rückblenden unterbrochen, ergänzende Erklärungen und Erinnerungen an Ereignisse in der Vergangenheit. Man kann daher diesen Roman auch lesen, ohne die vorhergehenden Bände zu kennen. Die Sprache erzählt und schildert detailliert. Tödliche Kämpfe wechseln einander mit erfrischend humorvollen Szenen und Dialogen ab. Fazit Ein spannender Urban Dark Fantasy Roman mit einer packenden Geschichte und überzeugenden Figuren. Auch dieser vierte Teil der Serie macht Spaß und garantiert Lesevergnügen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Wir waren nicht immer die Bösen und auch nicht immer die Guten. Wir sind, was wir sind. Nicht anders als die Menschen. Mit Fehlern und Gefühlen.“ (Zitat Seite 8)"

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Die letzte Prophezeiung des Nostradamus von Independently published
Die letzte Prophezeiung des Nostradamus
Taschenbuch

Frank Fischer, der als Historiker im Deutschen Museum in Berlin arbeitet und eine Nostradamus-Ausstellung vorbereitet, bekommt ein bisher unbekanntes Buch von Nostradamus verkauft - Die 13. Centurien. Darin verstecken sich relativ klare Aussagen des Sehers. Und nur er kann scheinbar die Apokalypse verhindern. Alphacorp kann die "alten" Bücher davon Nostradamus entschlüsseln und wird so aufgefordert Frank zu helfen. Und er hat Hilfe bitter nötig, denn Guardia will, dass die Apokalypse stattfindet. Unterstützung für Frank kommt auch vom MI-6. Das Cover ist ausgezeichnet gemacht und passt hervorragend zum Buch. Es ist ein echter Hingucker, auch wenn man im ersten Moment keinen Zusammenhang mit dem Buch sieht. Dies ändert sich aber während des Lesens. Der Schreibstil des Autors ist phänomenal gut; Charaktere und Orte werden wunderbar dargestellt, sodass die Bilder im Kopf fast schon von alleine kommen. Der Plot ist sehr gut durchdacht; die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite auf höchstem Niveau. Dabei mischt der Autor nicht nur verschiedene Thriller-Genres (Endzeit-, Wissenschafts- , Verschwörungs-, Action-...) sondern auch gekonnt Fakten und Fiktion. Obwohl das Buch mit ca. 500 Seiten recht ansehnlich ist, konnte ich es aufgrund der Page-Turner-Qualitäten innerhalb von kürzester Zeit lesen, denn ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Zum Abschluss musste ich mich schon fast zum Schlafen zwingen, weil es 4 Uhr morgens war und doch nur mehr 80 Seiten fehlten. Dabei bleibt die Handlung immer glaubwürdig und man fiebert mit den Protagonisten mit. Für mich ist es ein - wenn nicht das - Lesehighlight des Jahres 2020. Ich will einfach mehr davon. Also bitte lieber Autor: Recherchieren Sie und schreiben Sie noch so ein gut durchdachtes, spannendes Buch. Ob mit diesen Protagonisten oder anderen ist eigentlich egal. Fazit: spannende Thrillermischung mit vielen Fakten - 5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung.

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Das Netz / Island-Trilogie Bd.1 von Dumont Buchverlag
Das Netz / Island-Trilogie Bd.1

Inhalt Sonja Gunnarsdóttir träumt davon, endlich ihren Sohn Tómas zu sich nehmen zu können, der bei der Scheidung dem Vater zugesprochen worden war. Doch dafür braucht sie genügend Geld für ein finanziell unabhängiges und abgesichertes Leben. Gegen die bisher sehr erfolgreiche Investmentbankerin Agla Margeirsdóttir, mit Sonja in einer Liebesbeziehung, laufen Ermittlungen im Zusammenhang mit dem isländischen Bankenskandal. Bragi ist ein erfahrener Zollbeamter kurz vor der Pensionierung. Sein Dienstort ist der Flughafen von Reykjavik. Schon mehrmals ist ihm eine gut aussehende, gepflegte Frau aufgefallen, wohl eine Geschäftsfrau. Doch dann sieht er zufällig in einer Zeitschrift Modevorschläge für die erfolgreiche Frau im Beruf und plötzlich fällt es ihm ein. Die fremde Frau war stets genau nach diesen Bildern gekleidet, perfekt bis ins kleinste Detail - zu perfekt. Was ist ihr Geheimnis? Thema und Genre Dieser Kriminalroman ist der erste Band einer Trilogie aus Island. Ein typischer Roman noir, der zur Gänze in der Grauzone zwischen Gut und Böse spielt. Es geht um kriminelle Handlungen und ihre Beweggründe, wobei die Schuldfrage aus unterschiedlichen Gesichtspunkten zu betrachten ist. Charaktere Die drei Hauptfiguren Sonja, Bragi und Agla sind gut beschrieben, ihre Situation ist glaubhaft und ihre Entscheidungen nachvollziehbar. Dennoch bleiben sie irgendwie auf Distanz, man verfolgt interessiert und mit Spannung was sie tun, wie sie sich verhalten, was passiert, ohne jedoch um das Schicksal der einzelnen Charaktere zu bangen. Sonja und Agla kämpfen um die Dinge, die ihnen wichtig sind, aber sie reagieren, statt zu agieren. Die Zeit, in Ruhe über mögliche Hintergründe nachzudenken, nehmen sie sich nicht, dadurch handeln sie für ihre Gegner vorhersehbar und sind leicht zu manipulieren. Handlung und Schreibstil Die Geschichte spielt kurz nach dem Bankencrash in Island, zwischen November 2010 und Februar 2011. In drei durchgehenden Erzählsträngen steht entweder Sonja, oder Agla, oder Bragi im Mittelpunkt. Abwechselnd geschildert, geschehen die Ereignisse manchmal gleichzeitig, überschneiden sich, verknüpfen sich. Der straffe Zeitrahmen sorgt für Spannung, obwohl wenn man manche Zusammenhänge bald vermutet. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und entspricht dem Genre. Fazit Ein nordischer Kriminalroman für Leser*innen, die in erster Linie an einer packenden, guten Geschichte interessiert sind und denen die einzelnen Figuren weniger wichtig sind, als das Gesamtbild. Ein Buch für spannende, unterhaltsame Lesestunden.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Wenn Sie Macht haben wollen, brauchen Sie Sicht nach oben.“ (Zitat Pos. 2873)"

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Die Zeit der Glühwürmchen: Ein Inselgarten-Roman (Die Inselgärten-Reihe, Band 1)
Die Zeit der Glühwürmchen: Ein Inselgarten-Roman (Die Inselgärten-Reihe, Band 1)

Inhalt Taru Favonius, Biologin und Journalistin, hat an ihrem fünfzigsten Geburtstag ihrem Privatleben eine neue Richtung gegeben. Dies tut sie nun auch beruflich, indem sie spontan den Job bei einem Zeitungsherausgeber kündigt, der ihr keinen Freiraum lässt, ihre Artikel so zu schreiben, wie sie es für richtig hält. Ihre Tochter Kaia, Studentin, besucht sie und bringt ihre Freundin Remy mit. Remy, die auf einem Dachboden einen großen, alten Sekretär entdeckt hat, dessen Front eine Fülle von wunderbar gearbeiteten Insekten ziert. Während sie die Geschichte um dieses besondere Möbelstück recherchieren und den Garten, von dem es erzählt, beginnen sie mit der Umsetzung ihrer Idee von einer eigenen Zeitschrift, die den Menschen Freude macht, und von einem ganz besonderen Garten, der eine Heimat für Insekten, Pflanzen und Menschen werden soll – kann so ein Garten auf der Insel Rügen Wirklichkeit werden? Thema In diesem ersten Band der Inselgärten-Reihe geht es um den Schutz des natürlichen Lebensraumes, um die Artenvielfalt der Insekten, um Gärten als magische Orte für Pflanzen, Tiere und Menschen. Ein wichtiges Thema sind auch Erinnerungen, Träume, Familie, Freundschaft, Liebe und der Mut für einen Neubeginn. Charaktere Taru hat die Erfahrung, Remy die Pläne, Ideen haben sie beide und gemeinsam mit Heiko, einem Kollegen von Taru, sind sie in der Stimmung, etwas Neues zu wagen. Es sind kreative, sympathische Figuren, die uns in dieser Geschichte begegnen, Menschen, die Träume haben, wissen, was sie wollen, oder noch auf der Suche sind. Leser*innen der Ostseetrilogie wird es besonders freuen, in diesem Roman Remy aus Ahrenshoop wiederzutreffen. Handlung und Schreibstil Die aktuelle Handlung spielt im Jahr 2014 in Ahrenshoop, Groß Nemerow und auf der Insel Rügen. Sie ist in Abschnitte eingeteilt, in denen abwechselnd Remy oder Taru im Mittelpunkt stehen. Ergänzt wird diese Geschichte durch Tarus Kindheit und Jugend auf der Insel Rügen in den Jahren 1971–1976. Detaillierte Schilderungen und bildintensive Beschreibungen führen beim Lesen direkt zur Mecklenburgischen Seenplatte, an die Ostseeküste, in Rügens Buchenwälder mit den Kreidefelsen, und in Gärten mit Magie und Seele. Fazit Ein Wohlfühlroman, in dem Träume, Kreativität und der Mut, etwas Neues zu wagen, im Vordergrund stehen und natürlich die Natur und naturnahe Gärten. Ein Buch für entspannte Lesestunden im Grünen, begleitet vom Zwitschern der Vögel und dem Summen der Bienen, oder auch für einen Tag am Meer, wo die Wellen nicht nur zwischen den Buchseiten rauschen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Wenn es an einer Stelle nicht vorangeht, dann mache ich an einer anderen weiter. Immer dort, wo sich gerade am meisten bewegen lässt. Und wenn ich in einer Sackgasse stecke, dann gehe ich die Sache einfach von einer ganz anderen Seite an. (Zitat Seite 155)"

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Kostbare Tage
Kostbare Tage

Inhalt Dad Lewis aus Holt, Colorado, erfährt, dass er nur noch wenige Wochen zu leben hat. Es ist Sommer und umsorgt von seiner Ehefrau Mary und seiner Tochter Lorraine blickt er in Gedanken und Träumen auf sein Leben zurück, genießt die Sommertage und den Blick in die Natur. Langjährige Nachbarn kommen zu Besuch und auch Rob Lyle, der neue Reverend, der immer wieder Probleme bekommt, weil er die alten, festgefahren Ansichten und Einstellungen der Menschen verändern will. Wie Frank, der Sohn von Mary und Dad Lewis, der vor vielen Jahren den Kontakt zu ihnen abgebrochen hat. Leise und beständig vergehen die Tage und der Abschied rückt näher. Thema und Genre In diesem Roman, der wieder in der fiktiven Kleinstadt Holt in der Nähe von Denver, Colorado, spielt, geht es um das geerdete, genügsame Leben in einer kleinen Stadt, um Schicksal, Freundschaft, Familie und das Abschiednehmen am Ende eines langen Lebens. Charaktere Dad Lewis ist ein Mann mit Prinzipien und so trifft er auch seine Entscheidungen. Die Folgen dieses Handelns aus Überzeugung beschäftigen ihn noch in seinen letzten Lebenstagen. In diesem Roman sind es die einzelnen Personen, ihre Gefühle und Gedanken, welche die Handlung tragen, Dad Lewis, Mary, Lorraine, Frank, Rudy und Bob, Berta May und Alice, Willa und Alene Johnson, Lyle und sein Sohn John Wesley. Genau und mit viel Einfühlungsvermögen beobachtet und schildert der Autor das Leben der Menschen, den Zusammenhalt einer Nachbarschaft in der Enge einer Kleinstadt, die im Gegensatz zur Weite der Natur steht. Handlung und Schreibstil Dieser dritte und letzte Band der Plainsong-Trilogie spielt einige Jahre nach den beiden ersten Teilen. Abgesehen von einigen kurzen Erwähnungen lernen wir uns bisher unbekannte Einwohner von Holt kennen und erhalten in einzelnen Episoden einen Einblick in ihr Leben und ihr Schicksal. Im Mittelpunkt der Handlung steht der schwer kranke Dad Lewis. In diesen Wochen seines letzten Sommers nimmt er Abschied, erinnert sich an die wichtigsten Ereignisse in seinem arbeitsreichen Leben, an Entscheidungen, die er getroffen hat, und deren Auswirkungen. Rückblenden füllen die Gegenwart mit weiteren Details. Die Sprache schildert eindrucksvoll das karge Leben in der fiktiven Kleinstadt Holt, den Sommer mit Hitze und leisen Sommerabenden, als Gegensatz dazu stehen die einfachen, klaren Dialoge. Fazit „Du träumst rückwärts“, heißt es auf Seite 80 und diese Aussage klingt durch alle Seiten dieses Romans. Für Träume ist im Alltag von Holt wenig Platz und am Ende eines Lebens überwiegen die Erinnerungen. Ein leiser, wehmütiger und gleichzeitig tröstlicher, positiver Roman.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Von beiden Seiten des Highways gingen unter dem klaren blauen Himmel Landstraßen ab, alle gerade wie Zeilen in einem Buch, mit nur wenigen vereinzelten Kleinstädten auf dem flachen, offenen Land.“ (Zitat Seite 7)"

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Signora Sommer tanzt den Blues von Kiepenheuer & Witsch GmbH
Signora Sommer tanzt den Blues

Inhalt Im Sommer 1945 kamen mit den amerikanischen Soldaten der Swing, Jazz und Blues nach Rom. Die Musik verbindet Guenda und Lesley vom ersten Augenblick an, beide sind gerade Anfang zwanzig. Heute, viele Jahre später, verbindet die Musik, der Blues, drei völlig unterschiedliche Frauen. Laura Sommer, Anfang fünfzig, reist nach ihrer Scheidung nach Rom und trifft dort Fabio Belli, Professor für Kunstgeschichte. Doch der geplante Hochzeitstag wird zum Tag von Fabios Begräbnis. Damit scheint auch ihr eigenes Leben zu Ende. Die bunte, unangepasste Blues-Sängerin Fra ist gerade in ihre neue Wohnung eingezogen, als ein Wasserrohrbruch diese unter Wasser setzt. Es ist Fabios und nun Lauras große Wohnung, die genau darüber liegt und Fra zieht in eines der Gästezimmer. Die junge amerikanische Studentin Samantha Carter hatte bei Fra ein Zimmer gemietet, gut, das es bei Laura noch ein Gästezimmer gibt. Laura will nur eines, wieder alleine mit ihrer Trauer und ihren Erinnerungen an Fabio sein, ihre Ruhe haben. Doch Fra und Sam sehen das anders. Thema und Genre Im Mittelpunkt dieses Romans stehen starke Frauen, die eines gemeinsam haben: sie stehen, bewusst oder unbewusst, vor einem Neubeginn, einer Planänderung in ihrem Leben, vor neuen Möglichkeiten. Es geht um Verlust, Trauer, vor allem aber um Mut, Entscheidungen, sich auf etwas Neues einzulassen, um Freundschaft, und um die Kraft der Musik. Natürlich sind auch Beziehungen und die Liebe ein Thema. Charaktere Laura ist durch ihren Verlust völlig blockiert, sie scheint langsam aus ihrem eigenen Leben zu verschwinden. Die laute, unkonventionelle Fra ist ihr suspekt, erst langsam erkennt sie das große Einfühlungsvermögen dieser Frau und öffnet sich für Neues, vor allem für die Gefühle, die der Blues und das Tanzen in ihr auslösen. Sam ist Anfang zwanzig, spontan, für sie ist jeder Tag in Rom ein wunderbares Abenteuer, an dem sie die ganze Welt über Social Media teilhaben lassen will. Handlung und Schreibstil Der Roman spielt in Rom, in der Jetztzeit, doch ein zweiter Handlungsstrang führt als erzählte Erinnerung zurück in das Jahr 1945 und zu den Ereignissen, die damals in diesem Palazzo stattgefunden haben. Die Ereignisse bekommen ihre Intensität und Spannung durch die drei völlig unterschiedlichen Frauen und ihre Art, diese oft turbulente Zeit in Rom mit Leben zu füllen. Die Schilderungen des Alltagslebens auf der Straßen von Trastevere versetzen den Leser sofort nach Rom mit der lebhaften Italianità, den Gerüchen, der Stimmung. Ergänzt werden diese Eindrücke durch die intensive Musik, die durch alle Seiten klingt, die Sängerin Fra und die Musiker. Fazit Ein vielschichtiger Roman, ernst, humorvoll, ein Lesevergnügen für entspannte Stunden, in dessen positiver Stimmung der Blues mit einem glücklichen Lächeln mitschwingt.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Blues ist nicht die choreografische Vorstellung vom Leben. Blues ist das Leben. Ehrlich und niemals perfekt.“ (Zitat Pos. 1127)"

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Der Judas-Schrein von Luzifer
Der Judas-Schrein

Inhalt Er ist knapp vierzehn Jahre alt, als er seinen Geburtsort Grein am Gebirge verlässt, nun kehrt Kommissar Alex Körner aus Wien nach siebenundzwanzig Jahren als Ermittler in einem Mordfall zurück. Ein Reporterteam hat einen anonymen Hinweis erhalten und entdeckt den brutal zerfetzten Körper eines toten Mädchens. In dem kleinen Dorf stoßen Körner und sein Team auf eine Mauer des feindseligen Schweigens. Gleichzeitig macht ein starkes Hochwasser es ihnen unmöglich, den Ort zu verlassen. Was sie dann im Zuge der Ermittlungen in alten Dokumenten aus dem Jahr 1864 entdecken, widerspricht jeder kriminalistischen Logik und Vorstellungskraft. Thema und Genre Dieser Roman ist ein packender Thriller, der gleichzeitig der phantastisch-mystischen Horrorliteratur in der Tradition von H.P. Lovecraft zuzuordnen ist, wobei der Schwerpunkt der Geschichte im Bereich des dunklen, gefährlichen Übernatürlichen liegt. Ein Thema ist auch das Leben der Menschen in einer kleinen, abgeschiedenen Dorfgemeinschaft. Charaktere Das Wiener Ermittlerteam unter der Leitung von Chefinspektor Alex Körner kennt einander lange, nur die Kriminalpsychologin Sonja Berger ist erst seit drei Wochen in seinem Team. Die einzelnen Charaktere mit ihren speziellen Eigenheiten sind sehr sympathisch und stimmig geschildert, auch die zwischenmenschliche Komponente fehlt nicht. Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird in fünf übergeordneten Teilen erzählt, die in Kapitel eingeteilt sind. Zwischen den einzelnen Teilen wird abschnittsweise ein Ereignis erzählt, das im Jahr 1937 stattgefunden hat. Auch ein altes Tagebuch aus dem Jahr 1864, im passenden Schriftbild klar abgegrenzt, spielt eine wichtige Rolle und führt langsam zum Hintergrund der aktuellen Handlung, die im knappen Zeitrahmen von Montag bis Freitag innerhalb einer Woche stattfindet. Dieser Aufbau vertieft die Spannung und ist eine hervorragende Lösung, die den Leser zuerst langsam, dann in einem immer schneller werdenden Tempo vom Thriller direkt in die dunklen Abgründe des atemberaubenden Horrors führt. Die Sprache der Tagebucheinträge passt perfekt in die damalige Zeit und hebt sich im Ausdruck von der aktuellen Handlung ab. Sehr beklemmend sind die sehr anschaulichen, atmosphärisch dichten Beschreibungen der Ereignisse, des Dorflebens und der einzelnen Dorfbewohner, und der Situation vor und während eines starken Hochwassers. Fazit Eine packende, beklemmende Mischung aus Thriller und Horror, wobei die düstere, geheimnisvolle Schauer-Komponente deutlich überwiegt. Überraschende Wendungen sorgen für Spannung und intensive Lesestunden bis zur letzten Seite.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Die Tagebucheinträge waren genauso verrückt wie der Fall, in dem sie ermittelten. Womöglich passten die Ereignisse gerade deshalb zusammen.“ (Zitat Seite 328)"

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Abgrund: Thriller (Kommissar Huldar und Psychologin Freyja, Band 4)
Abgrund: Thriller (Kommissar Huldar und Psychologin Freyja, Band 4)

Inhalt Ein Toter hängt zwischen zwei Lavafelsen, auf Grund der historischen Bedeutung des Ortes genannt Galgenfelsen. Es ist Helgi Friðriksson, ein sehr vermögender Investmentbanker. Zuerst denken die Ermittler an Selbstmord, doch ein Nagel mit dem Rest eines Notizzettels in der Brust des Toten zeigt, dass es sich um Mord handelt. Als Huldar zur Adresse des Toten kommt, findet er in der stylischen Wohnung Freyja vor, die sich um einen vierjährigen Jungen kümmert, der seinen Namen, Siggi, kennt und die sehr geläufigen Kurzformen der Vornamen seiner Eltern, aber weder Familiennamen, noch Adresse. Er weiß nur, dass er nicht in dieser Wohnung wohnt, in der das Jugendamt ihn auf Grund eines anonymen Anrufes gefunden hat. Parallel zu den Ermittlungen im Mordfall Helgi muss das Team auch nach den Eltern des kleinen Jungen suchen. Offenbar gibt es keinerlei Zusammenhänge, oder doch? Thema und Genre In diesem spannenden Thriller geht es um einen mysteriösen Mordfall und die schwierige Suche nach den Eltern eines kleinen Jungen. Gesellschaftskritische Hintergründe sorgen für Tiefgang. Charaktere Kommissar Huldar und die Psychologin Freya ergänzen einander bei den Ermittlungen und auch die junge, engagierte Lína passt sehr gut in das Team von Huldar, auch wenn die schroffe Vorgesetzte Erla dies anders sieht. Die einzelnen Figuren der Ermittler in diesem verworrenen Fall sind als unterschiedliche Charaktere sehr gut und realistisch geschildert. Handlung und Schreibstil Die packende Handlung spielt in einem knappen Zeitraum, denn in den Ermittlungen drängt die Zeit. Der Hintergrund der Geschichte wird Stück für Stück, gleich kleinen Puzzleteilen, offengelegt. Nach zahlreichen Wendungen ergeben sich am Schluss die nicht vorhersehbaren Zusammenhänge. Die Ereignisse sind jedoch immer nachvollziehbar und stimmig. Eine geniale Wendung bildet den überraschenden Abschluss dieses neuen, vierten Falles des Ermittlerteams. Der Schreibstil ist dem Genre Thriller angepasst, enthält aber auch interessante Beschreibungen und bietet mit einer guten Prise Humor ein spannendes, begeisterndes Leseerlebnis. Fazit Ein packender Thriller mit sympathischen Ermittlern, der den Lesern Rätsel und überraschende Wendungen bietet. Ein Pageturner und Garantie für eine lange Lesenacht.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Irgendetwas stimmte hier nicht. Huldar korrigierte sich: Hier stimmte gar nichts. Absolut gart nichts.“ (Zitat Seite 188)"

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Die letzte Prophezeiung des Nostradamus von Independently published
Die letzte Prophezeiung des Nostradamus
Taschenbuch

Inhalt Frank Fischer ist als Historiker für das Deutsche Museum Berlin tätig und bereitet gerade eine Nostradamus Ausstellung vor, als ihm das bisher verschollene, dreizehnte Buch der Centurien des Michel de Nostredame, angeboten wird. Er zögert nicht, diese Sensation für das Museum zu erwerben. Im Gegensatz zu den bekannten Weissagungen, die sehr unterschiedlich interpretiert werden konnten, enthalten diese Prophezeiungen trotz der Gedichtform klare Aussagen. Diese müssen aber von Frank erst entschlüsselt werden, um das Ende der Welt verhindern zu können. Ein Wettlauf beginnt, nicht nur gegen die Zeit, sondern auch gegen mächtige, sehr gefährliche Gegner, die dieses Buch aus unterschiedlichen Motiven in ihren Besitz bringen wollen. Thema und Genre In diesem packenden Wissenschaftsthriller geht es um die auch heute noch faszinierenden Weissagungen des Michel de Nostredame, sowie um Technik, Quantenphysik, Kernforschung, moderne Computertechnologien, Geheimbünde und Geheimdienste, und um die Macht der Kirche. Charaktere Frank Fischer ist ein introvertierter Bücherwurm, als Wissenschaftler ein Fachmann auf seinem Gebiet, aber erst durch die Ereignisse wird er zum mutigen Kämpfer, der sein Leben für den Erhalt der Erde einsetzt. Seine frühere Ehefrau Lena Gerber, die als Chemikerin Tests durchführt, um die Echtheit des Buches zu prüfen, gerät dadurch ebenfalls in Gefahr, unterstützt ihn aber trotzdem. Doch erst durch den erfahrenden, britischen Spezialagenten Jack Cooper und dessen weltweite Verbindungen können sie hoffen, die Kette von Ereignissen vielleicht noch rechtzeitig zu stoppen. Die Figuren sind authentisch, mit ihren jeweiligen Eigenheiten sehr gut charakterisiert, und bleiben auch bei geballter Action glaubhaft. Handlung und Schreibstil Die straffe, rasante Handlung passt perfekt zum Genre. Überraschende Wendungen, die dennoch nachvollziehbar sind, sorgen für durchgehende Spannung bis zur letzten Seite. Für mich ist der Kern eines gekonnten Wissenschaftsthrillers eine prefekte Mischung aus Fiktion und sehr gut recherchierten Fakten, wodurch sich eine Handlung ergibt, die möglich wäre. Genau das ist hier der Fall und das Resultat ist ein ungemein spannendes, actionreiches Lesevergnügen mit Niveau. Sehr interessant ist die Aufstellung am Ende des Buches, in welcher der Autor Fakten und Fiktion offenlegt. Fazit Ein packender, kreativer Page-Turner, nicht nur für Fans von Dan Brown und J.R. Dos Santos, der durch seine technischen Fakten in Kombination mit einer brillanten Geschichte überzeugt.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Es wird passieren – das wissen wir, die Prophezeiung beschreibt es. Keine Ahnung wie, aber dass es geschieht, steht fest. Sofern wir es nicht verhindern …“ (Zitat Seite 465, 466)"

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Fragen zu "Corpus Delicti" von Btb
Fragen zu "Corpus Delicti"

Thema und Inhalt Moritz Holl, unschuldig für einen Mord verurteilt, begeht Selbstmord. Seine Schwester Mia Holl, zuvor angepasst mit einem tadellosen Lebenswandel, wird dadurch völlig aus der Bahn geworfen. Sie beginnt aufzubegehren und Fragen zu stellen in diesem Staat, in dem Gesundheit das oberste Gebot ist und der durch Regeln, die „METHODE“, gelenkt wird. Darum geht es, sehr kurz gefasst, im 2010 erschienen dystopischen Roman „Corpus Delicti“ von Juli Zeh, der ursprünglich als Theaterstück geschrieben und auch an etwa 20 Theatern inszeniert wurde. Da der Roman seit Jahren auch auf dem Lehrplan im Deutschunterricht steht, ist gerade dieser Text für die Autorin immer präsent geblieben. Zehn Jahre und viele Fragen später, ist nun dieses Begleitbuch erschienen, das jedoch keine Interpretation des Romans ist. Juli Zeh beschäftigt sich vielmehr mit den unterschiedlichen Fragen, die sich in den Jahren besonders bei den jungen Leser*innen ergeben haben und bietet Antworten an. Se greift die Themen auf und ergänzt diese durch viele neue Gedanken, die sich auch mit dem aktuellen Gesellschaftsbild auseinandersetzen und mögliche Wege in eine positive Zukunft aufzeigen. Die Autorin hält es für sehr wichtig, dass sich immer mehr zeitgenössische Romane mit den aktuellen Entwicklungen auseinandersetzen. Eine der Fragen, die wir uns stellen sollten, ist es, wie wir in Zukunft als Einzelperson und als Gesellschaft miteinander umgehen wollen. Eine zentrale Rolle spielt das Gesundheitsthema und damit verbunden eine politisch verordnete Prävention, welche die demokratischen Grundrechte und Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen einschränkt. Umsetzung Juli Zeh wählt die Form eines fiktiven Interviews mit Fragen und Antworten. Das Buch ist in vierzehn übergeordnete Kapitel gegliedert und reicht von der Entstehungsgeschichte des Romans über die Protagonisten, Einflüsse, Literaturgattungen, bis zu ihrem eigenen schriftstellerischen Werdegang. Ein eigenes Kapitel (VIII) beschäftigt sich mit dem Genre politische Literatur. Im letzten Kapitel (XIV) spricht Juli Zeh „Statt eines Nachworts“ über die besondere Bedeutung, die der Roman „Corpus Delicti“ für sie hat. Fazit Eine interessante, wichtige und vertiefende Ergänzung zum Roman „Corpus Delicti“, gerade in diesen Wochen von brisanter Aktualität.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Ich entziehe einem Staat das Vertrauen, der besser weiß, was gut für mich ist, als ich selbst.“ (Zitat aus dem Originalroman, Seite 187)"

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Ein Wort, um dich zu retten: Roman
Ein Wort, um dich zu retten: Roman

Inhalt 1999 erklärt der erfolgreiche Autor und Pulitzer-Preisträger Nathan Fawles, fünfunddreißig Jahre alt, in einem Interview, er werde nie mehr schreiben, es werde keine neuen Veröffentlichungen mehr geben. Er zieht sich auf die schöne, abgeschiedene Insel Île Beaumont zurück. Nun, beinahe zwanzig Jahre später, nimmt Raphaël Bataille, ein junger Autor, einen Job in der Buchhandlung auf der Insel an, um mit Nathan Fawles in Kontakt zu treten. Da geschieht ein grausamer Mord auf dieser kleinen Insel, gleichzeitig kommt die Schweizerin Journalistin Mathilde Monney auf die Insel um nachzuforschen, warum der Schriftsteller seine Karriere damals wirklich beendet hat. Kann sie das Geheimnis um Nathan Fawles lüften, obwohl sein Agent immer wieder versichert, es gebe kein Geheimnis. Thema und Genre In diesem spannenden Roman geht es um Schriftsteller und das Schreiben, um ein nie vollständig aufgeklärtes Verbrechen in der Vergangenheit, um ein Verbrechen in der Gegenwart, um Zufälle, Schuld, Familiengeheimnisse und die Liebe. Charaktere Nathan Fawles hat insgesamt nur drei Romane veröffentlicht, diese jedoch sehr erfolgreich. Bewusst beschließt er, sein Leben nicht mehr dem Schreiben und seinen Figuren zu unterwerfen und zieht auf die kleine Insel Beaumont. Raphaël ist ein junger Autor, der unbedingt die Meinung von Nathan Fawles zu seinem Romanskript hören möchte, da ihn die Bücher von Fawles sehr geprägt haben. Mathilde Monney ist verbissen auf der Suche nach Antworten. Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird von unterschiedlichen Personen geschildert, die jenen Teil der erzählen, den sie erlebt oder erfahren haben. Interviews aus dem Jahr 1999 ergänzen die Handlung, die der Schriftsteller als fiktive Erzählerfigur beendet. So vielschichtig und packend die Handlung ist, so überraschend die Wendungen, so ungewöhnlich ist auch diese Erzählform. Ergänzt wird die Geschichte durch Zitate von bekannten Schriftstellern zum Thema Schriftsteller und Schreiben am Beginn der einzelnen Kapitel. Fazit Ein spannender Roman um Schicksal und Zufall, Familiengeheimnisse und das Leben als Schriftsteller. Der Originaltitel: La vie secrète des écrivains sagt wesentlich mehr aus, als dieser triviale deutsche Titel und das ebenfalls sehr einfache Cover, das dieser vielschichtigen, packenden und intensiven Geschichte nicht gerecht wird. Man sollte sich davon nicht abhalten lassen, dieses anspruchsvoll-unterhaltsame Buch zu lesen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Wenn du Romanschriftsteller bist, dann bist du es rund um die Uhr. Du hast nie Urlaub. Du liegst immer auf der Lauer, wartest immer gierig auf eine Idee, die du aufgreifen kannst, auf einen Ausdruck, ein Verhalten, die eine deiner Figuren charakterisieren könnten.“ (Zitat Pos. 1263)"

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Belmonte: Eine deutsch-italienische Familiensaga
Belmonte: Eine deutsch-italienische Familiensaga

Inhalt Simona, demnächst dreißig Jahre alt, hat Landschaftsgärtnerei studiert und ist in Kempten im Allgäu freiberuflich tätig. An dem Tag, an dem sie ihren Job verliert, stirbt auch ihre Großmutter, Nonna Franca, bei der sie aufgewachsen ist. Simona wusste nicht, dass Franca ein Haus in der Region Marche in Mittelitalien besaß. Dieses Haus in Belmonte ist das renovierte Elternhaus von Franca, mit einem wunderbaren Obst- und Gemüsegarten, das Simona nun erbt. Da sie ohnedies auch Abstand von ihrem Lebensgefährten Sebastian braucht, fährt sie nach Italien. Als sie mehrere Kuverts ohne Absender erhält, auf denen ihre Großmutter ihr Leben erzählt, beginnt sie nachzuforschen. Thema und Genre Im Mittelpunkt dieses deutsch-italienischen Familienromans stehen die Frauen. Themen sind Familie und ihr Zusammenhalt, die eigenen Wurzeln, Heimat und Auswanderer, eine noch ursprüngliche italienische Gegend und die Liebe. Es geht auch um schwierige Mutter-Tochter-Beziehungen, die sich durch vier Generationen ziehen. Charaktere Teresa und ihre Freundin Marta, Franca und ihre Freundin Irma, Marina und ihre Tochter Simona: unterschiedliche Frauen, deren Leben durch vergangene Ereignisse geprägt ist. Es sind einprägsame Figuren und die sympathisch gestalteten Charaktere stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte. Handlung und Schreibstil Die Familiengeschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt, Simona in der Jetztzeit, unterbrochen immer wieder durch Teresas und Francas Geschichte in der Vergangenheit. Franca erzählt ihr Leben in der Ich-Form. Jedes Kapitel ist mit Zeit- und Namensangabe versehen, das macht die Handlung übersichtlich. Italienisches Flair erhält der Roman vor allem durch die Charaktere und die Schilderungen des Alltags in Belmonte. Denn obwohl auch Landschaft und Natur beschrieben werden, fehlte mir beim Lesen etwas von diesem lebendigen, typischen Italien der Marche, wie ich es kenne. Überraschende Wendungen sorgen für Spannung, allerdings trifft Simona im Laufe der Handlung eine Entscheidung, die für mich im Zusammenhang mit dem Charakter dieser Figur und Details der Ausgangssituation nicht stimmig und nicht nachvollziehbar ist. Fazit Ein Generationenroman mit starken Frauen, der von Ereignissen und Schicksalen erzählt, die ein Leben völlig verändern können. Ernste, traurige Erfahrungen wechseln mit humorvollen Episoden ab und Mut, Hoffnung und Liebe machen dieses Buch zu einer angenehmen Lektüre für entspannte Lesestunden.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Ihren ersten Kaffee trank sie auf der Steinbank neben dem Kücheneingang im Schatten des Moro und beobachtete eine Eidechse, die sich auf dem Mäuerchen der Terrasse sonnte.“ (Zitat Pos. 952)"

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Der Knochengarten / Tony Hill & Carol Jordan Bd.11 (eBook, ePUB) von Droemer Knaur
Der Knochengarten / Tony Hill & Carol Jordan Bd.11 (eBook, ePUB)
sbbsnl

Inhalt: Auf dem Gelände eines inzwischen geschlossenen Klosters werden zahlreiche Skelette gefunden. Wer die Leichen sind, was die Nonnen des als Waisenhaus deklarierten Hauses damit zu tun haben, was damals passiert ist und was der Gärtner damit zu hat? Alles das muss das Team des ReMIT ohne Carol Jordan herausfinden, was sich mit dem neuen Leiter der Abteilung und neuen Kollegen als nicht einfach erweist. Auch Carol Jordan geht neue Wege, ebenso wie Tony Hill, der gezwungenermaßen versucht die Zeit seiner Haftstrafe sinnvoll zu nutzen… Autorin: Die britische Bestseller Autorin Val McDermid hat zahlreiche Krimis und Thriller veröffentlich, ist eine der erfolgreichsten Autorinnen ihres Landes und hochdotiert mit Preisen der Kriminalliteratur. Mit „Knochengarten“ hat sie den 11. Band aus der Reihe um (Ex-) Detective Chief Inspector Carol Jordan und Profiler Tony Hill und deren Weggefährten veröffentlicht. Schreibstil: Val McDermid arbeitet stets mit klassischen den Mitteln einer guten Krimiautorin. Es gibt zunächst verschiedene Erzählstränge. Gleich am Anfang können wir erahnen, das die gefundenen Skelette nicht das einzige Verbrechen bleibt, das es aufzuklären gilt. Dann werden die liebgewonnenen Nebendarsteller ins Boot geholt und nicht zuletzt die Hauptpersonen und deren momentaner Gefühlszustand durchleuchtet, dies alles wie gewohnt detailliert. Man ist sofort im Geschehen, es ist abwechslungsreich und spannend geschrieben, immer wieder wechseln die Orte, Personen und einzelne Storys. Langsam wird die Geschichte beleuchtet, neue Dinge treten zu Tage und der Leser wird immer mitgenommen. Ein paar Überraschungen und viele psychologische Anteile, was die Figur des Tony Hill angeht, sind auch dabei. Meine Bewertung/Fazit: Ach, wie schön, dass es noch solche Bücher gibt. Einfach ein wunderbarer Krimi, mit vielen Personen, die man schon lange begleitet als Leser. Val McDermid schreibt so wunderbar, immer spannend, eine wirklich gute Story als Mittelpunkt, aber eben auch das richtige Maß an persönlichen Geschichten und Details der Haupt –und Nebenfiguren. Die Idee sozusagen ein altes und aktuelles Verbrechen parallel zu erzählen und es auch zu verbinden, klasse. Mir hat es wirklich so viel Freude gemacht, weil es einfach klassische und gute Krimilektüre ist. Wenn man Fan einer Reihe ist, mag man natürlich die Personen und freut sich auf das „Wiedersehen“ und zu lesen, wie es mit ihnen weitergeht. Gerade mit dem gebeutelten „Paar“ Jordan/Hill, die schon viel hinter sich haben in den letzten 10 Bänden und auch diesmal ist nicht alles einfach. Dass der Psychologie-Anteil in der Geschichte um Tony Hill, der durch seine Tätigkeit im Gefängnis als Insasse, der gebeutelten Mitinsassen helfen will, schon recht hoch ist, muss man mögen, aber es ist nicht neu, wenn es um ihn geht und wer diese Reihe mag, wird auch den „Knochengarten“ gut finden, da bin ich sicher. Ich war begeistert. Für mich eines der besten Bücher aus der Reihe der letzten Jahren und ich werde nicht müde mich auf weitere Bücher von Val McDermid zu freuen! Eine klare Empfehlung von mir, sowohl für Liebhaber/innen der Reihe, wie auch für Neuleser/innen…

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Perfekter Lesestoff – spannend, kurzweilig, tiefgründig“"

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City of Girls von S. Fischer
City of Girls

Inhalt Vivian Louise Morris wächst behütet und gelangweilt in einer vermögenden Familie auf und sie will auf keinen Fall übergangslos in einer ebenso behüteten Ehe enden. Ratlos schicken ihre Eltern sie 1940 schließlich zu ihrer Tante Peg nach New York. Dieser gehört eine Theaterkompanie in New York City, das Lily Playhouse. Vivian ist neunzehn Jahre alt und im Gepäck hat sie ihre Nähmaschine. Ihre große Begabung und Leidenschaft für Mode machen sie rasch zur kreativen Kostümbildnerin in Pegs Theater. Vivian ist jung und sie will alles vom Leben. Erfahrungen sammelt sie in den wilden Nächten der Clubs und Bars der schillernden Großstadt New York, bis sie durch ihre Gedankenlosigkeit in einen Skandal verwickelt wird und zu ihren Eltern zurückkehren muss. Im Sommer 1942 holt Peg sie zurück nach New York, doch es dauert noch viele Jahre, bis Vivian ihren Weg findet. Thema und Genre Dieser Roman, in dessen Mittelpunkt Frauen stehen, ist kein typischer Frauenroman. Es geht um das glitzernde, turbulente Leben im New York der Vierzigerjahre, um die Welt der kleinen Theater, Musik, um Mode und Frauen, die ein unabhängiges, selbst gestaltetes Leben wollen. Auch Männer, Familie, Freundschaft und die Liebe in allen Facetten sind ein Thema. Charaktere Vivian hält ihre privilegierte, finanziell abgesicherte, Herkunft viele Jahre lang für selbstverständlich. Ihre naive, gedankenlose Ziellosigkeit macht sie als Figur nicht immer sympathisch, erst in den Jahren nach dem Krieg findet sie bewusst zu einem Leben, das sich für sie richtig anfühlt. Peg, Olive, Edna und Marjorie sind großartige Frauenfiguren, facettenreich und immer authentisch. Handlung und Schreibstil Es ist Vivian selbst, die 2010 rückblickend ihre Lebensgeschichte in einem Brief erzählt. Sie schreibt ihre Erinnerungen chronologisch nieder, ergänzt durch Details, die sie nicht wissen konnte, aber durch Gespräche mit Beteiligten erfahren hat. Die Handlung ist spannend und interessant. Das Leben im New York der Vierzigerjahre und später in der Nachkriegszeit ist sehr lebendig und wirklichkeitsnah geschildert, besonders auch die Situation der kleinen Theater. Die Seele der Geschichte jedoch sind die tiefen, ehrlichen Frauenfreundschaften und die Lebensfreude, die sich durch die gesamte Handlung zieht. Die Sprache ist humorvoll, beschwingt und angenehm zu lesen. Fazit Ein einfühlsam erzählter, charmanter Roman über Frauen, Männer, die Liebe und das Leben, in dem Dinge einfach so passieren, denn „Die Welt folgt keinem Plan“ (Zitat Pos. 6642).

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Denn zunächst möchte ich sagen, dass sich das Lily Playhouse von allen Welten, die ich bis dahin bewohnt hatte, ganz und gar unterschied. Es war die elektrisierende Verkörperung von Glamour, Wagemut, Chaos und Spaß – mit anderen Worten, eine Welt voller Erwachsener, die sich wie Kinder benahmen.“ (Zitat Pos. 659)"

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Irmas Enkel: Eine Geschichte, die von Heimat, Liebe und deren Verlust erzählt. von tredition
Irmas Enkel: Eine Geschichte, die von Heimat, Liebe und deren Verlust erzählt.
Taschenbuch
svealoudwin

Absolut lesenswert !

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

""Opi, wein doch nicht, du bist ja noch nicht tot.""

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Let´s do BBQ
Let´s do BBQ
Gebundene Ausgabe
CookloungeBBQ
Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"Let‘s do BBQ"

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Labyrinth: Roman
Labyrinth: Roman

Inhalt Nach einem Sprung von der Bosporusbrücke erwacht Boratin Bey im Krankenhaus. Er hat eine gebrochene Rippe und er hat sein Gedächtnis verloren. Er erfährt seinen Namen und seine Adresse, denn er hatte einen Ausweis bei sich. In seiner Wohnung stehen Gitarren, an der Wand hängen Plattencover. Boratin ist Bluessänger, Songwriter und Gitarrist mit einer eigenen Band. Doch er hat auch seine Musik verloren. Sein bester Freund Bek begleitet ihn auf Spaziergängen durch Istanbul, zu seinen früheren Lieblingsplätzen. Auch alleine erkundet Boratin vorsichtig die Stadt, immer auf der Suche nach sich selbst. Nicht wer, sondern was ist dieser im fremde Mensch im Spiegel? Thema und Genre In diesem Roman geht es um die Frage, wie wichtig die Kenntnis um die eigene Vergangenheit für die Gegenwart und die Zukunft ist. Themen sind Erinnerung, Freundschaft, Musik und die Stadt Istanbul, die Boratin wie ein Fremder neu erkundet. Charaktere Boratin, der der seine Geschichte selbst erzählt, ist achtundzwanzig Jahre alt. Er ist ein beliebter Musiker und die Songs für seine Band Denizalti hat er selbst geschrieben. Nach dem Gedächtnisverlust ist er sich selbst fremd, ohne Vergangenheit hat er auch keine eigene Geschichte. Dadurch hat seinen Mut und Begeisterungsfähigkeit verloren. Er zweifelt an sich, doch stellt sich trotzdem jedem neuen Tag. Handlung und Schreibstil Der Autor lässt Boratin, die Hauptfigur, als Ich-Erzähler seine Geschichte selbst schildern. Wir wissen als Leser*innen nicht mehr als Boratin, und folgen ihm chronologisch durch die ersten Tage und Wochen nach dem Aufwachen im Krankenhaus. Durch die Erinnerungen seiner Freunde und Bekannten, besonders seines besten Freundes Bek, erfährt Boratin, was er für ein Mensch war. Nur die wichtige Frage nach dem Warum kann niemand für ihn beantworten. Die Handlung gleicht Momentaufnahmen, der Autor führt uns zu unbekannten Plätzen Istanbuls, zeigt das Leben der Menschen in den Beobachtungen und Gedanken seiner erzählenden Figur. Denn Boratin sieht Istanbul unvoreingenommen, mit neuen Augen, so wie er auch sich selbst jeden Morgen neu betrachtet, ein unbekanntes Gesicht im Spiegel. Seinen Kaffee trinkt er jetzt schwarz, vielleicht mochte er früher Zucker im Kaffee, es ist egal, denn jetzt will er ihn so. Fazit Sprachlich beeindruckend schön, ist es eine melancholische Geschichte, aus welcher der Autor uns und seine Figur nachdenklich und mit vielen offenen Fragen entlässt. Vielleicht ist der leise Regen, der eines Abends nach einer langen Zeit der Trockenheit einsetzt, eine Metapher für eine positive Zukunft für Boratin, ein Ausweg aus diesem Labyrinth der Suche nach sich selbst, wir wissen es nicht.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Die Vergangenheit ist wie ein Zug, der in der Dunkelheit verschwindet. Entsinnst du dich nicht, wohin du mit ihm unterwegs warst, an welcher Station du ausgestiegen bist, weißt du auch nicht, wer du bist.“ (Zitat Seite 30)"

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#klimaretten (eBook, PDF) von Lambertus-Verlag
#klimaretten (eBook, PDF)
lacastra

Wenn die Klimaerwärmung durch Langeweile zu stoppen wäre, dann wäre dieses Buch top! Ganz so schlimm, wie in der Überschrift ists dann doch nicht, aber von wirklich empfehlenswert jedoch auch ein gutes Stück entfernt. Der Klimawandel ist ein ernstzunehmendes und reales Problem, ihn zu leugnen bringt nichts und allgemeine Aufklärung ist wichtig, daher verdient dieses Buch auch eine Daseinberechtigung. Inspiriert von Fridays for Future dachte sich Autor Prof. Dr. Rainer Grießhammer, er könne doch sein profundes Wissen zum Thema auch mal kundtun, noch ein paar Demo-Plakate aufs Cover und fertig. Ob die vermeintlich angesprochene junge Zielgruppe diese Buch auch interessant findet? I highly doubt that. Informativ ist das Buch schon, man merkt dem Autor an, dass er weiß wovon er da schreibt, aber sein Wissen einem Publikum bzw. einer Leserschaft in ansprechender Form rüberzubringen, daran scheitert das Buch etwas, zumindest nach meinem Empfinden. Die Präsentation ist relativ trocken, viele Daten, Zahlen und Diagramme, die angepriesenen Infokästchen können da auch nicht überzeugen. Die angepriesenen Verbesserungsvorschläge, Ideen etc. habe ich jedoch vergebens gesucht, in diesem Punkt hätte ich mir mehr erhofft. Vielleicht wäre esauch ein gutes Statement gewesen, das Buch nur im ebook Format rauszubringen und auf die Taschenbuchausgabe zu verzichten.

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Das eiserne Herz des Charlie Berg: Roman
Das eiserne Herz des Charlie Berg: Roman
lacastra

Witzig und erfrischend anders. Schon der Klappentext klang nach einer skurrilen, witzigen und überdrehten Geschichte, im positivsten Sinne natürlich. Was man in diesen wenigen Sätzen liest, das bekommt man meiner Meinung nach auch, wer davon schon abgeschreckt war, der kann das Buch guten Gewissen beiseite legen...verpasst dann jedoch eine erfrischend andere Geschichte. In einem flüssig wegzulesenden Schreibstil entfaltet Autor Sebastian Stuertz auf etwas mehr als 700 Seiten eine dramatische, romantische, teils spannende und oftmals witzige Story mit einem tollen Protagonisten, das muss man erstmal schaffen. Hier bekommt man als Leser eine regelrechte Genremischung, quasi ein Best of aus Komödie, Romanze und Krimi, die defintiv lesenswert ist und die ich mir nebenbei auch gut als Film vorstellen könnte.

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Calypsos Fohlen / Pferdeflüsterer Academy Bd.6 von Ravensburger Verlag
Calypsos Fohlen / Pferdeflüsterer Academy Bd.6
lacastra

Junge Pferdefreunde kommen hier voll auf ihre Kosten. Die Geschichte der jungen Pferdeflüsterer geht in die sechste Runde (quereinsteigen möglich, mehr Spaß machts aber sicherlich, wenn man bei Band 1 beginnt und die Entwicklung der Pferdeflüstererklasse von Beginn an verfolgen kann). Wer Pferde mag und noch dazu zu den jüngeren Lesern gehört, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Ein schöner, nicht allzu schwerer Schreibstil, Figuren mit denen man mitfühlt und die sich tatsächlich auch weiterentwickeln und eine durchaus spannende Handlung mit einem nicht vorhersehbaren Ende. Für junge Mädchen interessante Themen wie Freundschaft, Liebe und ... ja natürlich auch eine Menge Pferde, werden hier von der Autorin in eine lesenswerte Geschichte verpackt.

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Balzano, M: I'm Staying Here von Head of Zeus
Balzano, M: I'm Staying Here
Gebundene Ausgabe
lacastra

emotionale Geschichte vor atemberaubender Kulisse . Eventuell bin ich durch mehrere Urlaube dort etwas voreingenommen, da ich die Gegend gut kenne und liebe. Der Kirchturm im Reschensee steht auch heute noch und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Zwar war mir vorher schon bekannt, dass dort mal ein Dorf stand, welches zugunsten eines Staudamms geflutet wurde, aber die tiefergehende Geschichte dahinter blieb mir doch bislang verborgen. Natürlich wird hier eine fiktive Lebensgeschichte der Protagonistin Trina erzählt, jedoch aufgebaut auf vielen wahren Ereignissen. Man begleitet Trina durch alle Irrungen und Wirrungen ihres Lebens, durch schwierige Zeiten aber auch in glücklichen Momenten, wobei oft die Traurigkeit überwiegt. Alles in Allem ist die Story sehr ergreifend und hat mich auch nach dem Lesen noch zum Nachdenken angeregt. Der Schreibstil des Autors ist wunderbar gefühlvoll, jedoch nie übertrieben und stets leicht verständlich, so ist das Buch mit knapp 300 Seiten schnell verschlungen. Wer zufällig einen Urlaub in der Gegend geplant hat, kauft euch dieses Buch...und im Idealfall, lest es dort am See (ist irgendwie eine schöne Vorstellung).

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Rote Kreuze
Rote Kreuze
lacastra

Eine unerwartete Freundschaft. Als die über neunzigjährige Tatjana einen neuen, jungen Nachbarn namens Alexander bekommt, könnten die beiden auf den ersten Blick wohl unterschiedlicher nicht sein. Doch beide merken schon bald, dass eine unerwartete Freundschaft zwischen ihnen entsteht, nicht zuletzt wegen der vielen eindringlichen Gepsräche die sie miteinander führen. Beide haben viel erlebt, mussten viel erdulden, beispielsweise erlebte Tatjana hautnah die Geschichte Russlands mit, unter anderem die Ära Stalins. Und genau weil dieses Wissen nicht in Vergessenheit geraten sollte, erzählt sie Alexander ihre Geschichte...denn aufgrund ihres Alters beginnt sie langsam zu vergessen. Auch Alexander hat für sein junges Leben schon so einiges durchgemacht und beide können durch ihre Erzählungen füreinander da sein. So weit so emotional, doch leider kommt das durch den relativ sachlichen Schreibstil des Autors beim Lesen lange Zeit nicht so rüber. Daher nehme ich an, die Intention lag eher auf einem in Romanform gepackten Tatsachenbericht, wenn dies der Fall ist, trifft das Buch so ziemlich ins Schwarze.

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Weltengeher von NOVA MD
Weltengeher

Inhalt Sie heißt Caroline, ist Journalistin und hat vor zwei Jahren eine Auszeit für eine Weltreise genommen, auf der Suche nach echten Erfahrungen und Begegnungen. Sie hat großartige und furchtbare Orte gesehen, viele Gefahren gemeistert, doch jetzt ist sie auf der Flucht. An einem kühlen Abend im März landet sie auf dem Mönchsberg in Salzburg, wo sie mit Blick über die Stadt und den Sternenhimmel übernachten will. Plötzlich bemerkt sie, dass sie hier nicht alleine ist. Josh ist Wahlfranzose, auf dem Weg in sein Haus in Frankreich, während sie zurück nach Hamburg will. Ihre Verfolger spüren Caroline immer wieder auf, und immer wieder taucht Josh auf und hilft ihr. Gemeinsam suchen sie einen Ausweg, die Zeit drängt und Josh bereitet sie auf eine mögliche Konfrontation mit ihrer Vergangenheit vor, aber vollkommen anders, als sie es sich jemals hätte vorstellen können. Doch wer ist dieser geheimnisvolle Josh, kann sie ihm trauen, hat ihre beginnende Liebe eine Chance? Thema und Genre Dieser Roman ist eine ungewöhnliche Mischung aus spannendem Wirtschaftsthriller und einer spirituellen Reise in unterschiedliche philosophische Denkschulen, verbunden durch eine Liebesgeschichte. Thema sind international tätige, mächtige Konzernstrukturen, Philosophie, meditative Sinnsuche, Eigenverantwortung, Mystik und Magie. Handlung und Schreibstil „Im Osten begannen die ersten Sterne zu funkeln und erklärten still den Abend für angebrochen.“ (Zitat Pos. 80) Mit diesem einfachen Satz hat der Autor schon auf der zweiten Seite seines Romans meine volle Aufmerksamkeit erreicht. David Candeago nimmt uns mit auf eine gedankliche Weltreise zu besonderen Orten und bei den lebhaften, anschaulichen Beschreibungen der Natur und der damit verbundenen Stimmungen spürt man sofort, dass er selbst dort gewesen ist. Die Handlung ist in drei übergeordnete Teile und einzelne Kapitel eingeteilt und wird in zwei Parallelsträngen geschildert. Einerseits führt sie durch die Vielfalt der Philosophie bis zu ihren antiken Wurzeln, deren Fragenstellungen auch heute noch zeitlos aktuell sind. Wir finden alchemistische Elemente, Transzendenz, Meditation, Tarot, Mystik, Magie, ungewöhnlich neu verbunden und interpretiert. Das Verhältnis von Josh und Caroline entspricht in manchen Szenen den Grundgedanken der Transaktionsanalyse. Hier lässt die Handlung während des Lesens Zeit, um kurz innezuhalten, nachzudenken. Doch im zweiten Erzählstrang, einem spannenden Wirtschaftsthriller, entwickeln die Ereignisse einen packenden Sog, der die Handlung wieder vorandrängt und von der ersten bis zur letzten Seite anhält. Die Antwort auf die Frage, wie das alles zusammenhängt, hält eine Reihe von Überraschungen bereit. Fazit Dieses Buch ist eine auch in der breiten Vielfalt der Literatur ungewöhnliche Mischung, die neugierig macht und Leser*innen, die sich darauf einlassen, werden nicht enttäuscht. Man verbringt die Zeit nicht nur mit einem spannenden Thriller, sondern erhält gleichzeitig Einblick in die vielschichtige Welt der philosophischen Lehren. Dies regt zum Nach- und Weiterdenken an, lädt ein, Ideen davon für die Erweiterung des eigenen Standpunktes aufzugreifen und schon deshalb wird man dieses Buch noch öfter zur Hand nehmen wollen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Auf ihre Fähigkeit, aus vertrackten Situationen das Beste zu machen, darauf hatte sie sich immer verlassen können. Auf ihrer Tour rund um die Welt hatte sie mehr als genug solcher Situationen gehabt und sich immer retten können.“ (Zitat Pos. 3258)"

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Zwei Wochen im Juni: Roman
Zwei Wochen im Juni: Roman

Inhalt Ada Hoffmann, dreiundvierzig Jahre alt, hat vor vierundzwanzig Jahren das Elternhaus in Gragaard an der Ostsee verlassen, um Kunst zu studieren und lebt jetzt in Hamburg. Toni, ihre drei Jahre ältere Schwester, Studienrätin, lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in der kleinen Stadt Ratzeburg. Vor sechs Wochen hatte sich ihre Mutter Nora wie immer abends vor den Fernseher gesetzt, war eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. Nun kommen die beiden Schwestern ein letztes Mal nach Gragaard, in das alten Haus am Meer mit dem wunderbaren Garten. Das Haus muss geräumt werden, denn es wird verkauft. Jedes Stück trägt besondere Erinnerungen in sich, die sie nochmals durchleben. Dabei beginnen sie, auch über ihr aktuelles Leben nachzudenken. Thema und Genre In diesem Frauen- und Familienroman geht es um Kindheit, Erinnerungen, Familiengeschichte und um die Liebe in allen Facetten. Plötzlich ist nicht nur die Vergangenheit ein Thema, sondern auch mögliche Veränderungen und neue Wege. Charaktere In diesem Roman begegnen wir starken Frauen, die, völlig unterschiedlich, doch immer füreinander da sind. Nora, die Mutter, die ihre Karriere als Pianistin beendet hat, als Toni auf die Welt kam, ist die Seele des Hauses in Gragaard, klug, einfühlsam und mit einer großen Liebe zu ihren Töchtern und zu ihrem Garten. Toni schreibt Listen, seit sie schreiben kann, will alles perfekt machen, was dazu führt, dass sie zwischen Job und Familie manchmal auf die Lebensfreude und auf sich selbst vergisst. Ada ist nicht nur optisch das genaue Gegenteil. Sie ist eine kreative Künstlerin, die schon als Kind gemalt hat und lange Zeit das Gefühl hatte, im Schatten ihrer selbstbewussten Schwester zu stehen. Handlung und Schreibstil Besonders Ada hängt sehr an diesem Haus, doch auch ihre gestresste Schwester Toni spürt den alten Zauber der Kindheit und Jugend, als sie sich doch Zeit nimmt, die Gegenstände durchzusehen, zu sortieren und auch Unbekanntes über ihre Mutter zu entdecken. Die Geschichte spielt, wie der Titel sagt, innerhalb von zwei Wochen, allerdings unterbrochen durch Rückblenden, die langsam die gesamte Familiengeschichte bis zu diesen Tagen im Juni ergänzen. Die Sprache erzählt einfühlsam, mit feinem Humor und schildert lebendige Bilder in einer positiven Grundstimmung, die aber niemals übertrieben wirkt. Fazit Ein poetischer, leiser Roman, der Mut macht, der die Kraft der Erinnerung und den Trost im liebevollen Abschied über die Trauer eines Verlustes stellt. Eine nachdenkliche, aber immer positive Geschichte, die uns ihre sympathischen Figuren und das alte Haus mit seiner Seele und dem wunderbaren Bauerngarten am Meer sofort nahebringt.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Ada betrachtete sich im Spiegel. Der Pullover war an den Ärmeln zu kurz, er passte nicht wirklich. Und irgendwie fühlte sich ihr Leben im Moment genauso an.“ (Zitat Seite 61)"

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Der Konsumkompass: Was Sie wirklich über Plastikverpackungen, Neuseelandäpfel & Co. wissen müssen - Gut und nachhaltig leben muss nicht kompliziert sein
Der Konsumkompass: Was Sie wirklich über Plastikverpackungen, Neuseelandäpfel & Co. wissen müssen - Gut und nachhaltig leben muss nicht kompliziert sein

Thema und Inhalt Dieses Sachbuch beschäftigt sich mit den aktuellen Fragen zur Nachhaltigkeit in allen Konsumbereichen des täglichen Lebens. Die Autorin ist Journalistin und Dokumentarfilmerin und untersucht seit Jahren die Kernfragen im Zusammenhang mit einem möglichst umweltbewussten Leben. Die einzelnen Hauptthemen sind: Müll, Verkehrsmittel, Energie, Ernährung, Bewusster Konsum. Umsetzung Das Buch wird selbstverständlich ohne Schutzfolie geliefert und wurde klimaneutral produziert. Auf dem vorderen inneren Umschlagdeckel befindet sich ein übersichtlich gestalteter Saisonkalender Obst, auf dem rückwärtigen inneren Umschlagdeckel der entsprechende Saisonkalender Gemüse. Positiv fällt bei diesem Sachbuch auf, dass das Glossar am Anfang des Buches steht. Jedes Thema ist in einzelne Artikel unterteilt, die sich mit allen wichtigen Fragen und Diskussionen in der Praxis beschäftigen. Forschungsergebnisse werden nicht einseitig erfasst, sondern es werden unterschiedliche Sichtweisen und Studien dargestellt. Alle Zitate werden durch einen Beleglink in der Fußzeile der jeweiligen Seite ergänzt, sodass man sofort sieht, wo vertiefend nachgelesen und nachgesehen werden kann. Jede Themengruppe schließt mit einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Fakten ab und ermöglicht so auch ein gezieltes, rasches Nachschlagen zu einem bestimmten Thema. Dieses Sachbuch gibt einen umfassenden Überblick über Fragen, die sich im normalen Alltag immer dann stellen, wenn man zwischen mehreren Möglichkeiten abwägen muss und überlegt, wie man möglichst nachhaltig konsumiert. So fand ich für mich endlich eine fundierte Gegenüberstellung zur Frage, warum ich auf Rügen Äpfel aus Neuseeland kaufen sollte, oder besser doch nicht. Das letzte Kapitel stellt die Rolle des Einzelnen eindrücklich den großen, wichtigen Aufgaben der Politik gegenüber: „Dass wir einerseits verstanden haben, dass zur Rettung der Erde auch Verzicht gehören wird und dass wir bereit sind, diesen Beitrag zu leisten. Aber dass wir von unseren gewählten Volksvertretern im Gegenzug erwarten, dass sie die drängenden Probleme angehen. Jetzt.“ (Zitat Seite 317) Am Buchende sind nochmals die „10 goldenen Regeln für ein nachhaltiges Leben“ zusammengefasst, gefolgt von einer Aufstellung mit weiterführender Literatur. Fazit Dieses Sachbuch ist nicht nur interessant und vielseitig, sondern auch angenehm zu lesen, denn die Tipps und Anregungen werden niemals mit erhobenem Zeigefinger gegeben und Alltagssituationen, die wir alle auch schon erlebt haben, schildert die Autorin mit Humor, Verständnis und im lockeren Plauderton. In diesem Konsum-Kompass werden genau recherchierte und geprüfte Fakten, verbunden mit persönlichen Erfahrungen, auch für Laien sehr gut verständlich und nachvollziehbar präsentiert und regen zum Nachdenken und Umdenken an.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Wir Kunden haben mit unseren Kaufentscheidungen viel mehr Macht, als uns oft bewusst ist. Diese Macht sollten wir nutzen!“ (Zitat Seite 319)"

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Margos Töchter: Roman
Margos Töchter: Roman

Inhalt Jana Seliger ist erst dreizehn Jahre alt, als ihre Ziehmutter Leonore bei einem Autounfall stirbt. Leonore war erst zweiundvierzig Jahre alt und an den angeblichen Selbstmord kann Jana nicht glauben, bis heute nicht. Inzwischen ist Jana erwachsen und selbst Mutter von Zwillingen. Sie weiß inzwischen, dass sie zwei Mütter hat, Leonore und ihre leibliche Mutter, die sie als Kleinkind bei Leonores Eltern Margo und Henri zurückgelassen hat. Im Herbst 2011 wird ihr Antrag auf Einsicht in die Unterlagen des MfS nach neun Jahren überraschend bewilligt. Obwohl Max, ihr Ehemann, ihr rät, die Vergangenheit ruhen zu lassen, will sie endlich wissen, wer ihre wahren Eltern waren und warum ihre Mutter sie damals im Stich gelassen hat, auch wenn Leonore für sie immer die echte Mutter bleiben wird. Thema und Genre Dieser zeitgeschichtliche Familien- und Generationenroman beginnt mit Leonores Jugend in der Aufbruchsstimmung der sechziger Jahre und führt den Leser durch die Zeit des geteilten Deutschland und endet im Jahr 2012. Es geht um Republikflucht und um politische Überzeugungen auf beiden Seiten der Mauer, die auch nach dem Mauerfall fortbestehen. Es geht um Opfer, Familiengeheimnisse und um die Liebe. Charaktere Die Frauen der Familie Seliger, Margo, Leonore und Jana sind starke Frauen, doch die unangepasste Leonore, rebellisch und neugierig, prägt die Geschichte der Familie besonders. Auf einem Jugendlager in der DDR trifft sie die selbstbewusste Clara, von der sie sich verstanden fühlt. Längst erwachsen, stehen die beiden Frauen einander wieder gegenüber und Leonore trifft eine Entscheidung, die ihr Leben völlig verändert. Alle Romanfiguren bleiben stimmig und ihre Beweggründe sind nachvollziehbar. Handlung und Schreibstil Die Autorin beschreibt die Zeit eindrücklich, in lebendigen Farben, und macht so das Buch zu einer auch zeitgeschichtlich interessanten, spannenden Lektüre, sei es, weil man diese Zeit selbst erlebt hat, aber sicher auch für jüngere Lesergruppen, die hier in Romanform einen vielschichtigen Einblick in das Leben einzelner Menschen in diesen prägenden Jahren erhalten. Die Handlung wird in mehreren Erzählsträngen abwechselnd erzählt. In Teil I stehen abwechselnd Jana in der Jetztzeit im Mittelpunkt und Leonore in den Jahren 1964 bis 1991, in Teil II wird Claras Geschichte erzählt und Teil III verbindet alle Schicksale. Rückblenden ergänzen die Geschehnisse und bieten auch einige Überraschungen. Ein Personenverzeichnis am Ende des Buches erleichtert den Überblick. Die Sprache schildert einfühlsam und intensiv. Fazit Ein zeitgeschichtlicher Generationenroman, ein fesselndes, lebendiges Bild der prägenden Jahre des Aufbruchs, aber auch des Spannungsfeldes zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland. Die vielschichtige, spannende Familiengeschichte mit starken, beeindruckenden Charakteren garantiert Lesevergnügen, das nachhallt.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Jeder Mensch hat eine Mutter. Jana Seliger hatte zwei. Eine war ihr nah, obwohl sie fern war, von der anderen wusste sie nur, dass sie von zweifelhaftem Charakter sein musste.“ (Zitat Pos. 32)"

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Was bleibt: Erzählung (suhrkamp taschenbuch)
Was bleibt: Erzählung (suhrkamp taschenbuch)

Inhalt Auch an diesem Morgen im März schaut die Ich-Erzählerin, eine Schriftstellerin, hinter den Gardinen verborgen, aus dem Fenster ihrer Wohnung in Berlin, Friedrichstraße. Sie rechnet damit, ein Auto zu sehen, doch es ist nicht da. Um Mitternacht war es doch noch da, sie denkt nach, frühstückt und einige Minuten nach neun Uhr, sie spürt es förmlich, sind sie wieder da. Wie würde sie in zehn, zwanzig Jahren an diesen Tag zurückdenken? Thema Geschrieben 1979, überarbeitet 1989, erschienen erst 1990, führte diese Erzählung zu einem heftigen Literaturstreit. Die Autorin beschreibt an einem Beispiel den Alltag jener Menschen in der DDR, die jahrelang rund um die Uhr von der Stasi überwacht wurden, da sie zu den verdächtigen Personen zählten. Wie geht man mit diesem permanenten Druck um, dessen Kernfrage lautet: „Was wollt ihr eigentlich?“ Wie lebt man damit, Freunde auf der Straße nicht mehr anzusprechen, um sie nicht ebenfalls in Gefahr zu bringen, oder aber von alten Bekannten ohnedies geschnitten zu werden. Handlung Die Ich-Erzählerin ist Schriftstellerin, sie beobachtet, wird beobachtet und führt in dieser Situation intensive Zwiegespräche mit ihrer inneren Stimme, ihrem inneren Begleiter, das Jetzt füllt sich mit kontroversen Gedankendiskussionen. Die Erzählung schildert einen Tag in ihrem Leben, der mit dem Aufstehen beginnt und mit einer Lesung am Abend und zwei Telefonaten nach Mitternacht endet. Ergänzt wird der Ablauf durch Rückblenden in Form von Erinnerungen und Bemerkungen über die sich abwechselnden, nur in der Farbe unterschiedlichen, Bewacherfahrzeuge. Fazit Christa Wolf zeigt in dieser intensiven Erzählung die physischen und psychischen Auswirkungen einer permanenten Überwachung auf, die einem Verlust jeglicher Privatsphäre gleichkommt. Ihre gedanklichen Diskussionen mit den Facetten ihres Ich zeigen eindrücklich ihre Zerrissenheit, sowohl dem, was aus der sozialistischen Grundidee in dieser DDR geworden ist, als auch ihrer persönlichen Situation und dem eigenen Verhalten gegenüber. Kernstück ist eine Lesung am Abend des geschilderten Tages und ein Blick auf junge Menschen, die Fragen stellen und Hoffnung für die Zukunft geben. Eine verhältnismäßig kurze Erzählung, die in ihrer vielfältigen Eindrücklichkeit ein zeitlos lebendiges, klares Bild dieser Zeit zeigt.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Woran mochte es liegen, daß seit einiger Zeit eine jede Wahl, vor die ich mich gestellt sah, nur eine Wahl zwischen schlimm und schlimmer war? Lernte man einfach schärfer sehen mit den jungen Herren vor der Tür?“ (Zitat Seite 57)"

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Nordlicht - Die Spur des Mörders: Kriminalroman (Boisen & Nyborg ermitteln, Band 2)
Nordlicht - Die Spur des Mörders: Kriminalroman (Boisen & Nyborg ermitteln, Band 2)

Inhalt Ein Toter liegt vor dem bekannten deutsch-dänischen Denkmal beim Alten Friedhof in Flensburg: Karl Bentien, 73 Jahre alt, Pensionist, früher hatte er am Gymnasium Dänisch und Geschichte unterrichtet. Die extreme Brutalität, mit der das Opfer zu Tode getreten worden war, spricht gegen einen einfachen Raubmord und als die ersten Spuren in die Vergangenheit führen, ist klar, dass es sich nicht um ein zufälliges Opfer handelt. Karl Bentien war in Oksbøl, Dänemark geboren, somit ist dies ein neuer Fall für die deutsch-dänische Sondereinheit in Padborn. Thema und Genre Dieses Buch ist der zweite Band der Serie „Boisen & Nyborg ermitteln“, ein Kriminalroman aus dem deutsch-dänischen Grenzgebiet. Es geht um Flüchtlinge und Vertriebene, besonders um das Schicksal der Kinder. Ein Thema sind die deutsch-dänischen Beziehungen vom Ende des WKII bis heute, und die Problematik der deutschen Minderheiten in Dänemark. Charaktere Die deutsche Ermittlerin Vibeke Boisen arbeitet sehr genau und gewissenhaft, ist pedantisch beim Einhalten der Vorschriften, was ihr manchmal den nötigen Weitblick nimmt. Ihr dänischer Kollege Rasmus Nyborg ist das genau Gegenteil, eigenwillig, unangepasst, verlässt er sich auf sein Gefühl, sucht nach Zusammenhängen und umgeht Vorschriften, wenn sie seine Arbeit blockieren. Gerade diese Unterschiede gestalten die Zusammenarbeit interessant, wenn auch nicht frei von Spannungen. Handlung und Schreibstil Der Ablauf der Handlung findet in einem straffen Zeitrahmen statt, was die Ermittlungen nachvollziehbar macht und die Geschichte spannend. Rasmus und Vibeke stehen abwechselnd im Mittelpunkt der einzelnen Kapitel, welche als Überschrift den jeweiligen Handlungsort anzeigen. Einige Rückblicke geben weitere Informationen. Sehr gut beschrieben sind die einzelnen Mitglieder dieses gemischten Ermittlerteams, die unterschiedliche Mentalität, Lebens- und Arbeitsweisen der Dänen und der Deutschen. Der zeitgeschichtliche Hintergrund, der im Zuge der Ereignisse deutlich wird, ist sehr gut recherchiert und ergänzt die Handlung mit interessanten, realen Details. Die flüssig zu lesende Sprache entspricht dem Genre Kriminalroman. Fazit Dieser zweite Fall des deutsch-dänischen Ermittlerteams Boisen & Nyborg kann durchaus auch gelesen werden, ohne den ersten Band zu kennen. Eine spannender Kriminalroman mit unvorhersehbaren Wendungen, einem sympathischen Ermittlerteam und einem interessanten, zeitgeschichtlichen Hintergrund.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Es war nur ein winzig kleiner Ausschnitt des Archivs, trotzdem hatte Rasmus das Gefühl, dass der Fall gerade größere Dimensionen annahm als erwartet.“ (Zitat Seite 162)"

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American Dirt
American Dirt

Inhalt Sebastián Pérez Delgado ist Journalist und seit zehn Jahren mit der Buchhändlerin Lydia verheiratet. Mit ihrem achtjährigen Sohn Luca führen sie ein glückliches Leben in Acapulco. Bis Sebastián in einem Artikel umfassend über Javier Crespo Fuentes berichtet, einem charmanten, belesenen Mann, der gleichzeitig als Boss des mächtigen Drogenkartells Los Jardineros für unzählige, grausame Morde verantwortlich ist. Was folgt, ist ein Blutbad bei einem großen Fest von Sebastiáns Familie, nur Lydia und Luca können entkommen. Lydia weiß, dass sie so rasch wie möglich so viele Tausende Kilometer wie möglich zwischen sich und Javier bringen muss. Ihre einzige Chance ist der Norden, die US-Mexikanische Grenze. Thema und Genre Ausgehend von der Schilderung des mexikanischen Alltags im Schatten der mächtigen Drogenkartelle, ist das Hauptthema dieser Mischung aus Roman und Thriller mit realem Hintergrund die Situation der Migranten aus Zentralamerika. Beschrieben werden die Ursachen und die extrem gefährliche Reise durch Mexiko auf dem berüchtigten Güterzug La Bestia bis zur beinahe unmöglichen illegalen Überschreitung der amerikanischen Grenze. Doch gleichzeitig geht es auch um Menschlichkeit, Hoffnung, Freundschaft und Liebe. Charaktere Lydia war glücklich mit ihrem Leben und ihrer gemütlichen Buchhandlung, doch als sie sich der neuen Situation stellen muss, ist sie mutig, erfinderisch, selbstlos und bereit, das Leben ihres Sohnes um jeden Preis zu schützen. Die Flucht lässt dem kleinen Luce keine Zeit, das Erlebte irgendwie zu verarbeiten, dennoch bleibt er auch Kind, lebhaft, hilfsbereit, neugierig, andererseits fühlt er sich als tapferer Beschützer seiner Mutter. Alle Personen der Handlung sind, obwohl fiktiv, glaubwürdig und realistisch beschrieben. In einzelnen Erlebnissen zeigen sich beide Seiten, Menschen in den Dörfern und Städten auf der Route die helfen, und Menschen, die auch auf diesem Weg nicht vor Verbrechen zurückschrecken. Handlung und Schreibstil Das Buch ist ein spannender Roman und Thriller, eine authentische Schilderung der gefährlichen, oft tödlichen Reise der Migranten, die hoffen, auf den Waggondächern von Güterzügen nach el Norte zu kommen, um von dort aus auf ebenso lebensgefährlichen Schleichwegen nach Amerika zu gelangen. Die Geschichte wird in einer personalen Erzählform geschildert, aus der Sicht von Lydia oder auch aus der Sicht von Luca. Die Zeit drängt, dieser straffe Zeitrahmen der Flucht macht die Handlung intensiv, dicht und packend. Die Sprache ist auch in der Übersetzung beeindruckend zu lesen. Fazit Die Flucht von Lydia und Luca ist das Kernstück für eine weit größere Geschichte, die verzweifelte, beinahe aussichtslose Reise von Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen ihre Heimat verlassen und auf ein besseres, sicheres Leben in Amerika hoffen, ein Land, das gerade Menschen wie sie nicht haben will. Ein intensiv recherchierter, packender, eindrücklicher und einfühlsamer Roman zwischen Angst, Brutalität, Willkür und Freundschaft, Menschlichkeit, Liebe.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Was auch immer geschieht, niemand anders in ihrem Leben wird je die Qualen dieser Pilgerreise verstehen, die Menschen, die sie kennengelernt haben, die Angst, die immer mit ihnen reist, die Trauer und die Müdigkeit, die an ihnen nagen.“ (Pos. 3828)"

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Fremdes Licht: Roman
Fremdes Licht: Roman

Inhalt Im 24. Jahrhundert wird die Erde durch einen Kometeneinschlag vollkommen zerstört. Ein modernes Flugschiff, schneller als die Lichtgeschwindigkeit, ist mit Überlebenden unterwegs zu einem neuen Planeten, mit an Bord die Genforscherin Elaine Duval. Doch die Landung misslingt und Elaine erwacht als offenbar einzige Überlebende in einem Umfeld aus extremer Kälte, grauer Dunkelheit, Schnee und Eis. Doch sie liebt Schnee, Eis und eine Linie ihrer Vorfahren waren Inuit, die in Grönland lebten. Sie gibt dem unbekannten Planeten den Namen Winterthur, nach ihrem letzten Aufenthaltsort in der Schweiz und beginnt, ihn zu erkunden. Plötzlich sieht sie eines Tages Inuit-Zeichen im Schnee. Was ist Einbildung, was ist real? Thema und Genre Dieser Roman verbindet die Genre Abenteuer, Science Fiction, Generationengeschichte, Kriminalroman, Biografie und Historischer Roman zu einem stimmigen, fesselnden Ganzen. Themen sind die mögliche Zukunft, Genforschung, unsere Wurzeln durch Erinnerungen an die Vorfahren, Überleben im Eis, Grönlandforscher, Inuit, die Weisheit der Naturvölker, Tradition, die Weltausstellung in Chicago 1893. Charaktere Elaine Duval und ihre Vorfahrin Uki „Elaine“ haben vieles gemeinsam: sie haben gelernt, in Kälte und Eis zu leben und überleben und schöpfen aus ihrer Geschichte, den damit verbundenen Erinnerungen und ihren Vorfahren die Kraft, zu kämpfen und nicht aufzugeben. Die Genforscherin Elaine, geboren 2345, wird durch ihren Großvater geprägt, der sie mit dem Wissen und Traditionen der Inuit vertraut macht und dadurch auf ihr Überleben in der eisigen, unglaublichen Kälte und Einsamkeit des neuen Planeten vorbereitet. Uki „Elaine“ im 19. Jahrhundert wird durch die Älteren und die Schamanen ihres Stammes im Überleben unter extremen Bedingungen geschult und durch neues Wissen, als der norwegische Forscher Fridtjof Nansen „Vogelmann“ auf seiner Grönland-Expedition in ihrer Bucht landet. Handlung und Schreibstil Dieser Roman besteht aus zwei großen Teilen: Teil I Winterthur und das Ende der Welt, Teil II Grönland und die Weiße Stadt. In Teil I erzählt die Genforscherin Elaine von den ersten Tagen auf dem neuen Planeten, ist in der Erinnerung wieder mit ihrem Großvater unterwegs, denkt an ihre Kindheit und an ihre Zeit in Grönland, schöpft neue Kraft durch das Wissen und die Traditionen der Inuit. Die Erkundung des fremden Planeten wird zu einer Reise in die Vergangenheit, zur tiefen Verbindung mit ihren Vorfahren. Kälte erinnert an Kälte, Eis an Eis, und das Überleben folgt ähnlichen Kriterien. Teil II spielt im 19. Jahrhundert und besteht aus zwei Erzählsträngen, dem chronologisch geführten Tagebuch des Forschers Fridtjof Nansen und der Ich-Erzählung von Uki während der Weltausstellung in Chicago, ihre Gedanken und Erinnerungen. Ergänzt wird die Handlung durch sprachlich beeindruckend intensive Schilderungen, sehr lebendig lesen sich sind die Eindrücke von den Attraktionen der berühmten Weltausstellung aus Sicht einer Inuk. Fazit Als einzige Überlebende auf einem fernen, unbekannten Planeten bekommen Elaines Überlegungen zum Universum und zum Ende des Universums eine packende Eigendynamik, die auf den Leser übergeht. Eine großartiger Roman, der sich in seiner Vielschichtigkeit nur schwer beschreiben lässt - ein dichtes, sehr intensives und spannendes Leseerlebnis.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Du bist eine ganze Vergangenheit und eine ganze Zukunft, Elaine, lass es dir niemals nehmen, deine Geschichte zu erzählen, wie sie wirklich passiert ist.“ (Zitat Seite 8)"

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Das Dorf der toten Seelen: Psychothriller
Das Dorf der toten Seelen: Psychothriller
sbbsnl

Gelungenes & spannendes Debüt - Der Apfel fällt nicht weit vom Autorenstamm...! Autorin: Camilla Sten ist die Tochter der erfolgreichen Bestsellerautorin Vivenca Sten. „Das Dorf der toten Seelen“ ist das Debüt der jungen Schwedin, sie hat allerdings auch schon an einigen Büchern ihrer Mutter mitgeschrieben. Inhalt: Es geht um die unheimlichen Geschehnisse im Dorf Silvertjärn. Denn dort sind vor 60 Jahren, auf unerklärliche Weise, alle Dorfbewohner von einem auf den anderen Tag verschwunden. Die Hochschulabsolventin Alice, deren Großmutter bis kurz vor den tragischen Ereignissen in dem Dorf lebte und ihrer Enkelin das damalige Geschehen in ihren Tagebüchern nahe brachte, möchte eine Dokumentation über die Ereignisse drehen. Mit einem kleinen Team und ebenso kleinem Budget, reist sie in das völlig verlassene Dorf, dort kommt es im Verlauf der Recherchen und Dreharbeiten, neben zwischenmenschlichen Problemen, auch zu unheimlichen und dramatischen Ereignissen… Schreibstil: Camilla Sten schreibt sehr angenehm und gut und zügig lesbar. Man befindet sich schnell in der Story und die Charaktere werden dem Leser durch detaillierte Beschreibungen nähergebracht. Die Art zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu wechseln, ist immer spannend und das gelingt auch hier sehr gut. Neben den unheimlichen Ereignissen an sich, dröselt die Autorin die private Beziehungen und Probleme auf, das bringt dem Leser die Hauptpersonen immer angenehm nah. Man merkt insgesamt, dass die Autorin einer jüngeren Generation angehört, die sich den Techniken dieser Zeit bedient. Das findet sich auch im Wortlaut wieder. Fazit: Das Buch ist spannend, die Story interessant, irgendwie erfrischend geschrieben und auch sehr abwechslungsreich. Camilla Sten ist ein gutes Debüt gelungen, finde ich. Dieser Mix aus Gegenwart, Vergangenheit und dem Tagebuch der Großmutter, den persönlichen Problemen und Schwierigkeiten der kleinen Gruppe untereinander, in der einige mehr und weniger stark in die Ereignisse persönlich verstrickt sind und nicht zuletzt die unheimliche Atmosphäre des verlassenen, verfallenen Dorfes, das alles macht dieses Buch aus. Ich muss schon sagen, dass mich die Geschichte zuerst wirklich fasziniert hat. Es gab dann aber auch ein paar Längen, wo ich dachte, so jetzt muss es aber mal weitergehen. Ging es dann netterweise auch! Und zwar auf immer mal überraschende Art und Weise. Und als Leser überrascht zu werden, mag ich immer gern. Das Buch ist spannend, hat eine gute Story und es ist angenehm locker geschrieben. Ein guter Mix aus klassischem Krimistoff und modernem Schreibstil. Es ist allerdings noch etwas Luft nach oben, finde ich. Aber mir hat das Buch insgesamt gut gefallen, deshalb 4 Sterne...

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Die Welt ist voller Sommer: Eine Familiengeschichte von Rügen
Die Welt ist voller Sommer: Eine Familiengeschichte von Rügen
Taschenbuch

Inhalt Fritz Töllner hatte 1899 in Sellin zunächst die Villa Hedwig gebaut, doch diese war rasch zu klein geworden und so hat er sie drei Jahre später wieder verkauft und auf einem 2.000 m2 großen Grundstück 1903 die Villa Helene gebaut, ein neues Haus für die Familie, mit Fleischerei und Pensionszimmern für Sommergäste. Dieses Haus erzählt die abwechslungsreiche Geschichte der Familie Töllner. Thema und Genre Diese biografische Familiengeschichte ist gleichzeitig die Geschichte der Entwicklung des Bädertourismus und der Seebäder am Beispiel des Ortes Sellin. In diesem ersten Band stehen die Jahre 1903 bis 1953 im Mittelpunkt. Handlung und Gestaltung Es ist das Haus selbst, das sich an die wechselhafte Geschichte erinnert, beginnend mit dem Jahr 1903, gefolgt von dem kalten Winter 1904 und dem gespannten Warten auf die ersten Sommergäste und den Beginn der Saison im Frühling. Es folgt der Bau der ersten Seebrücke im Jahr 1906 und die erfolgreiche Entwicklung der Seebäder. Zwei Weltkriege und die mühevolle, entbehrungsreiche Zwischenkriegszeit hat diese Familienvilla gut und sicher überstanden, bis zu jenen Schicksalstagen der Aktion Rose im Frühjahr 1953, denen sich die Familie Töllner in letzter Minute durch die Flucht in den Westen entziehen kann. Es sind Bücher wie dieses, das die Geschichte wirklich spannend und erlebbar machen. Dieses Alltagsleben von Menschen wie du und ich, mit den glücklichen und traurigen Tagen, versetzt uns beim Lesen in diese Zeit zurück. Wir erleben den Beginn des Bädertourismus, den Aufstieg von Sellin im Schatten von Binz, aber auch damals schon ruhiger, mit mehr Persönlichkeit und Flair. Woher kann ein Haus dies alles wissen? Die Autorin löst das auf eine originelle, plausible Art. Das Haus ist ein interessierter Zuhörer und Beobachter. „Ich höre nicht nur die Stimmen von Familie Töllner innerhalb meiner etwas mehr als vier Wände, sondern der Wind trägt mir über die Dächer und Gärten der anderen Häuser außerdem den neuesten Tratsch und Klatsch und Wichtigkeiten durch Fenster und Türen.“ (Zitat Seite 28). Viele Fotografien, Dokumente, Originaltexte und ein genau recherchierter, geschichtlicher, internationaler Hintergrund ergänzen die erzählte Familiengeschichte. Fazit Ein Leseerlebnis nicht nur für Menschen, die hier leben und aufgewachsen sind, und Menschen, die ihren Urlaub an der Ostsee und vielleicht sogar auf der schönen Insel Rügen verbrinden, sondern auch für die interessierte jüngere Generation. Es sind diese Geschichten der Vorfahren, die nicht verloren gehen dürfen, sondern erzählt und angehört werden sollen. Ich musste beim Lesen dieser packend und lebhaft erzählten Lebensgeschichte einer Familie an ein Zitat des bekannten Autors Alessandro Baricco denken: „Du bist nicht wirklich aufgeschmissen, solange du noch eine gute Geschichte hast und jemanden, dem du sie erzählen kannst.“

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Seit mehr als hundert Jahren bin ich mal Mittelpunkt dieser Geschichte, mal Zuschauer, mal ganz nah, dann abgeschnitten und weit entfernt. Ich habe während dieser Zeit Vieles erlebt, erfahren, gesehen und gelernt. Ich möchte sie jetzt gerne erzählen.“ (Zitat Seite 5)"

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Stille Quellen: Gedichte von Sammlung Luchterhand
Stille Quellen: Gedichte
Taschenbuch

Inhalt Dieser Gedichtband ist vier übergeordnete Abschnitte gegliedert, und endet mit einem Epilog. Der erste Abschnitt, „stille quellen“ gibt dem Buch den Titel. Die meisten Gedichte dieser Sammlung sind zwischen Dezember 2000 und September 2003 entstanden. Themen und Sprache Es geht um Erinnerungen, die eigenen Wurzeln, Momentbilder aus der Kindheit, ins Heute versetzt, um Liebe, Einsamkeit, Alter. Es sind besondere Augenblicke, ein Naturerlebnis, ein Alltagsgegenstand, welche die Gedanken auf die Reise schicken, die dann oft ernüchtert wieder in die Situation im Jetzt zurückkehren. Die besondere Sprache dieser Gedichte malt Bilder, verknüpft Dinge, Eindrücke, Gefühle völlig unerwartet neu, interpretiert mit einem oft überraschenden Schlussgedanken. Fazit Gedichte in einer modernen lyrischen Sprache, in der nicht die bekannten Vers- und Reimformen zählen, sondern die freie Entfaltung der Worte in einer besonderen Melodie der Sprache. Nachdenklich, mit einer leisen Melancholie, führen diese Gedichte auch in die eigene Erinnerung.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„die tropfkerzen brannten gefährlich herunter du hingst nur da u. drücktest auf repeat kein blick nach draußen, keine fremdwahrnehmung für eine weile, die sich endlos zieht“ (Zitat, Ausschnitt aus „entfernte musik ..“, Seite 81)"

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Meine Inselbuchhandlung: Zwischen Bodden und Brandung (Sehnsuchtsorte, Band 10)
Meine Inselbuchhandlung: Zwischen Bodden und Brandung (Sehnsuchtsorte, Band 10)

Inhalt Petra Dittrich ist auf Rügen geboren, doch als sie achtzehn Jahre alt ist und die Grenzen offen sind, zieht es sie in die Großstadt Berlin. Im Jahr 2000 kommt sie auf die Insel zurück, hilft, in Gingst eine Buchhandlung aufzubauen, doch dann erhält sie ein Angebot einer Buchhandlungskette in Hamburg. 2008 dann hat sie das Gefühl, dass es Zeit ist, irgendwo wirklich anzukommen und dieses Irgendwo kann nur Rügen sein. Die Buchhandlung aus dem Jahr 2000 in Gingst gibt es nicht mehr, doch dies hält sie nicht von ihren Plänen ab, weiterhin als Buchhändlerin tätig zu sein, selbstständig, in ihrem eigenen Buchladen, wieder in Gingst. Ihre Idee: eine Buchhandlung, gemütlich wie ein Wohnzimmer, kleine Verlage, außergewöhnliche Bücher abseits des Mainstream. Ihre Umsetzung: nicht einfach, aber erfolgreich. Thema und Genre In dieser autobiografischen Geschichte geht es um eine Buchhändlerin und vor allem um ihre besondere Buchhandlung auf der ebenso besonderen Insel Rügen. Autoren Petra Dittrich erzählt uns ihre eigene Geschichte, ihren Werdegang, ihre turbulenten Großstadt-Jahre. Sie schildert ihr Konzept für ihre Buchhandlung und die Realisierung. Wir erhalten Einblicke in den Alltag einer engagierten Buchhändlerin, die ihre Energie und Einsatz zwischen dem Laden und der Organisation von Lesungen zu einem nunmehr erfolgreichen Gesamtpaket bündelt. Rainer Moritz, Germanist, promovierter Literaturwissenschaftler, leitet das Literaturhaus Hamburg, ist Autor, Literaturkritiker und Übersetzer. Als ich gelesen habe, dass er auch eines meiner Lieblingsbücher übersetzt hat, „84, Charing Cross Road“ von Helene Hanff, wusste ich, dass sich hier, in „Meine Inselbuchhandlung“ ein Autorenpaar getroffen hat, dessen Herzen für Bücher schlagen, kraftvoll, engagiert, aber mit wunderbar leisen Tönen. Umsetzung Petra Dittrich beginnt mit der Situation im Jahr 2019, schildert die für sie so wichtigen Lebensjahre ab 2008 chronologisch, ergänzt durch Erinnerungen. Vor allem jedoch ist dieses Buch eine bunte, lebhafte Mischung, in der zum Beispiel auch die geliebten Bücher ihrer Kindheit nicht fehlen, ihre Lieblingsbücher, die Autor*innen und Lesungen, ihr Garten, ihre Katzen, Lieblingsplätze auf Rügen und besondere Tipps mit ihren Lieblingslokalen. Zeit nimmt sie sich auch für die Beschreibung von Gingst, vom Marktplatz und seinen Läden, und malt mit Worten die Stimmung auf dem wöchentlichen Grünen Markt im Museumshof. Ehrlich und ohne falsche Romantik erzählt sie mit Herz, Verstand, Freude, Überzeugung und Humor und lässt auch Schwierigkeiten nicht aus. Fazit Die Geschichte der Inselbuchhandlung in Gingst auf Rügen, erzählt von der Buchhändlerin selbst. Ein besonderes Lesevergnügen, in dem mit jedem Wort die Liebe zum Beruf, zu Büchern, zu den Menschen und zum Leben überhaupt mitklingt.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Nein, mit der liebevoll verklärten Bullerbü-Heimeligkeit aus Astrid Lindgrens Büchern hat mein Alltag nicht viel zu tun. Es ist eine schöne, aber keine heile Welt in meinem Gingst. Und in ihr steckt sehr viel Arbeit.“ (Zitat Seite 128)"

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Die Bücherinsel
Die Bücherinsel

Inhalt Bis vor fünf Jahren hat Sandra, nun Mitte dreißig, zusammen mit ihren Eltern auf Jahrmärkten einen Autoscooter betrieben, seither lebt sie auf der Insel. Die Schönheiten der Natur und der Gezeiten begeistern sie täglich aufs Neue. Doch plötzlich kommt Unruhe in ihr bisher beschauliches Leben, einerseits durch den neuen Schulleiter Björn, der ihr mehr als sympathisch ist, andererseits durch die Tatsache, dass sie spontan dem Leserkreis von Gretas kleiner Inselbuchhandlung beigetreten ist. Sandra besitzt viele Bücher, aber es sind Hörbücher, denn sie kann weder lesen noch schreiben. Nur Greta kennt ihr Geheimnis und macht ihr ein Angebot. Wird Sandra es annehmen? Thema und Genre Auch im zweiten Roman dieser Serie um eine kleine Inselbuchhandlung geht es wieder um Bücher und das Leben auf einer kleinen Insel, um Freundschaft und um die Liebe. Doch das wichtigste Thema sind diesmal die Probleme und der Alltag heimlicher Analphabeten. Charaktere Sandra liebt ihr Leben auf der Insel, doch als Analphabetin ausgerechnet einem Leserkreis beizutreten und sich auch noch in einen Deutschlehrer zu verlieben, bringt sie in eine persönliche Krise. Das Verbergen ihrer Schwäche kostet viel Energie, dazu kommen ihre Schwindeleien. Trotz ihres Alters fehlen ihr der Mut und das Selbstbewusstsein, sich den Tatsachen zu stellen. Die Haltung dieser Protagonistin schildert die Problematik sehr realistisch. Handlung und Schreibstil Die Geschichte spielt in einem überschaubaren Zeitraum von einigen Wochen. Die straffe Handlung wird durch Schilderungen der Vielfalt der Natur, des lebhaften Insellebens und des Lesekreises ergänzt. Der Schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen und entspricht dieser Wohlfühlliteratur. Die bisher drei Bände dieser Serie um eine kleine Inselbuchhandlung können unabhängig voneinander gelesen werden und auch die Reihenfolge spielt keine große Rolle. Fazit Ein Unterhaltungsroman mit Inselfeeling. Perfekt, um den Alltag auszublenden und wenigstens in Gedanken ans Meer zu reisen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Von Anfang an war der Büchertempel ein magischer Ort für Sandra gewesen. Irgendeine besondere Energie ging von den Bänden in den schattigen Räumen aus, und das hatte bis heute nicht nachgelassen.“ (Zitat Seite 26)"

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Der zerrissene Brief: Roman
Der zerrissene Brief: Roman

Inhalt Pauline ist siebzehn Jahre alt und lebt in dem kleinen Ort Treuchtlingen, als sie den dreißig Jahre älteren Max Lassenius, Weltreisenden, Fotograf, Kameramann, Sammler, kennenlernt. Dieser finanziert und ermöglicht ihr 1899 einen Aufenthalt in New York, über zwei Jahre lang arbeitet sie dort in den Botanic Garden in der Bronx. Anschließend heiraten sie. 1966 besucht Elsa, die in Frankfurt Biologie studiert, die nun vierundachtzig Jahre alte Pauline, bei der sie als Kind Ferien verbracht hatte. Elsa hat gerade eine Beziehung beendet und wird von Paulines Erinnerungen an die vielen intensiven Augenblicke eines abenteuerlichen, von Reisen in ferne Länder geprägten Lebens mit Max in eine völlig andere, vergangene Zeit entführt. Thema und Genre Dieser Roman erzählt eine spannende Lebensgeschichte, es geht um Erinnerungen, Erfahrungen, um Weltoffenheit, um Kultur und Natur, aber auch um Beziehung und Liebe. Charaktere Der Aufenthalt in New York bringt Pauline Selbstständigkeit und ein umfassendes Wissen und Bildung, was sie zur perfekten Gefährtin des gewandten Weltreisenden Max macht. Als Pauline später als Witwe wieder im Dorf ihrer Kindheit lebt, spürt sie keine Enge mehr, sie hat sich verändert, weil ihr Leben mit Erfahrungen und Erinnerungen gefüllt ist. Max kann sich durch die Heirat mit Pauline endlich aus der Umklammerung seiner Mutter lösen. Elsa besitzt die natürliche Neugierde einer Forschern, sie stellt Fragen, kann aber auch zuhören. Handlung und Schreibstil Pauline erzählt ihr Leben nicht chronologisch, sondern in bruchstückhaften, Puzzleteilen gleichenden Erinnerungen, die plötzlich durch eine Bemerkung, eine Situation wieder lebendig werden. Die gemeinsame Zeit mit Max ergibt sich durch Antworten auf Elsas Fragen. Der Roman beginnt mit einem Brief Elsas an den Autor, in dem sie erklärt, woher sie Pauline kennt, wie sie zu deren umfangreichen Aufzeichnungen kam und der die Geschichten zu einem Ganzen schließt. Die Sprache ist in den Dialogen lebhaft, einfühlsam und passt zu den beiden Frauen. Die erzählenden Beschreibungen sind jedoch intensiv ausgeschmückt, kein Objekt darf in knappen Worten einfach sein, sondern wird dicht mit Adjektiven und Metaphern versehen. Dadurch verliert die Sprache hier die poetische Leichtigkeit der Dialoge. „Das Papiergeraschel der Blätter. Grüne Schattenfächer zerteilten den Widerschein schwach durchwindeter Wolken auf dem Wasser. In nervösen Wellen floss das Licht der Pappeln hinauf und ließ die Luft erzittern.“ (Zitat Pos. 1782) Schilderungen wie diese erzeugen in mir kein Bild der Szene, weil die Gedanken an den Sätzen festhängen. Fazit Dieser Roman erzählt das erfüllte, abenteuerliche Leben einer klugen, selbstbewussten Frau, das Erkunden ferner Länder und Kulturen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. „Als habe diese Geschichte nur darauf gewartet, einmal, ein einziges Mal erzählt zu werden“ (Zitat Pos. 2605) Durch das Erzählen und Teilen der eigenen Erinnerungen mit der nächsten Generation wird die Vergangenheit noch einmal zur Gegenwart.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Wahrsagende Begebenheiten – auf die kommt es an. Die kommen ganz überraschend und strahlen in alle Richtungen aus, auch in unsere Vergangenheit. Unsere Erinnerungen spulen sich um das, was gewesen ist, wie Eisenspäne um einen Magneten.“ (Pos. 1654)"

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Nerds retten die Welt (eBook, ePUB) von Kiepenheuer & Witsch GmbH
Nerds retten die Welt (eBook, ePUB)

Thema und Inhalt Dieses Sachbuch ist eine Sammlung von Interviews mit sechzehn Wissenschaftler*innen und Forscher*innen in unterschiedlichen Bereichen. Diese Gespräche entstanden während die Autorin an ihrem Roman „GRM“ arbeitete und wurden zunächst in ihrer Kolumne im Magazin „Republik“ veröffentlicht. Umsetzung Alle Interviews beginnen mit der Frage, ob sich der/die Interviewte heute schon um den Zustand der Welt gesorgt habe, was im Moment am meisten irritiert und Ideen, was man dagegen unternehmen kann, dann soll die eigene Tätigkeit und Forschungsschwerpunkte in drei Sätzen beschrieben werden. Nun folgt der eigentliche, fachbezogene Teil. Alle Gespräche enden mit der Frage nach einem positiven Schlussstatement. Einige Aussagen, die ich für die Zukunft in unserer modernen, globalen Welt besonders wichtig halte: Robert Riener, Dr., Professor für Sensomotorische Systeme „Jede – alte und neue – Technologie hat immer zwei Seiten. Sie kann uns nützen, oder sie kann so missbraucht werden, dass sie uns schadet.“ (Zitat Pos. 722) Lorenz Adlung, Dr., Systemtheoretiker und Systembiologe „Wissenschaft funktioniert nur im Team, je diverser, desto besser.“ (Zitat Pos. 1058) Iddo Magen, Dr., Neurobiologe „Wenn es etwas gibt, das mich als Wissenschaftler beunruhigt, dann, dass die Menschen an Fake News, an erfundene Nachrichten, glauben und dass sie nicht an den Aussagen ihrer Führer zweifeln oder deren Aussagen überprüfen.“ (Zitat Pos. 1125) Dirk Helbing, Physiker, Soziologe, Professor für Computational Social Science “Wenn man die beste Einzellösung mit anderen Lösungen kombiniert, dann entsteht oft eine noch bessere Lösung. Das ist das Geheimnis der kollektiven Intelligenz. (Zitat Pos. 1507) Abraham (Avi) Loeb, Dr., Professor für Astrophysik „Die Quantenmechanik besagt, dass eine Information nicht verschwinden kann, Hawkings Berechnungen hingegen haben gezeigt, dass sie es tut. Dieses Informatonsparadoxon ist eines der ungelösten Probleme der modernen Physik.“ (Zitat Pos. 1563) Hedwig Richter, Historikerin, Professorin für Neuere und Neueste Geschichte „Der Brexit war nicht Demokratie in Reinform, sondern ein demokratisches Missverständnis.“ (Zitat Pos. 2022) Carl Safina, Meeresökologe, Dr., Professor, unterrichtet Wissenschaftskommunikation „Wir begreifen, dass wir in der Lage sind, globale Probleme zu schaffen, aber nicht, dass wir sie dringend lösen müssen.“ (Zitat Pos. 2446) Fazit Dieses Sachbuch bietet ein breites Spektrum an unterschiedlichen Informationen, die auch für interessierte Leser*innen ohne Fachwissen verständlich erklärt werden. Es geht um ein besserer Verständnis unserer Welt, die sehr komplex geworden ist und um mögliche Wege in eine positive Zukunft. Zeitlos, aber in diesen Wochen von brisanter Aktualität.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"“Wenn man die beste Einzellösung mit anderen Lösungen kombiniert, dann entsteht oft eine noch bessere Lösung. Das ist das Geheimnis der kollektiven Intelligenz. (Zitat Pos. 1507)"

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Sonnengesang: Gedichte
Sonnengesang: Gedichte

Inhalt Dieser Gedichtband ist sechs übergeordnete Abschnitte gegliedert. Die sechzig Gedichte dieser Sammlung sind in den Jahren zwischen 2016 und 2019 entstanden. Themen und Sprache Es geht um das Leben, Natur, Erinnerungen, Beziehung, Liebe, Sehnsucht, Verlust. Worte, die Bilder von Momentaufnahmen malen, Augenblicke während eines Spazierganges in der Natur, Sonne, Licht, Wind und die Erinnerungen daran, wie man diese Situation früher erlebt hat, damals zu zweit, heute allein. Thema im Abschnitt IV sind Kindheitserinnerungen, die Freiheit in der Natur, die so anders war als in der Welt der Erwachsenen. Manches wiederholt sich, wenn der damalige Sohn inzwischen selbst Vater ist. Es sind Themen, die uns zum Nachdenken bringen, Alltagssituationen, die wir selbst ähnlich erleben. Wer kennt nicht den Spaziergang, oder die Reise, die man zuvor mit lieben Menschen unternommen hat und nun alleine geht, und die leise Wehmut der Erinnerung in den Gedanken. Die Besonderheit der Sprache, das scheinbar rasch hingeworfene Spiel der Sätze, begleitet diese Gedichte, bei aller Nachdenklichkeit, manchmal Trauer, mit einer fühlbaren Leichtigkeit. Jede Zeile birgt eine Überraschung durch ungewohnte Umbrüche, man fragt sich in einem Sekundenbruchteil „was kommt, was geschieht jetzt, was macht er da“? Ein Beispiel der Beginn des Gedichtes „der geist von locarno“ „der eine stuhl an ihrem tisch war frei ich passierte die seepromenade warf einen blick u. ging vorbei“ (Zitat Seite 77) Der schräge Humor in „echo“ brachte mich dazu, laut aufzulachen, denn das Gedicht beginnt so „abends bei cosenza liegen zwei zerbeulte turnschuhe, wo es über die treppe runter zum busento geht. ..“ (Zitat Seite 82) Wer denkt da nicht sofort an August von Platen, den edlen Alarich und die Goten. Im Kopf die Ballade, dazu das Bild von den Turnschuhen und die vom Autor erfasste aktuelle Stimmung, diese Mischung ist ein Leseerlebnis, das man so nur schwer beschreiben kann. Fazit Wer Gedichte noch immer mit Vers- und Reimformen, mit Hebungen und Senkungen verbindet, wird hier eine völlig andere Form der Lyrik entdecken, wer interessante, neue Möglichkeiten des Ausdrucks sucht, wer Sprache liebt, die gleichzeitig auch Bilder malt, Impressionen, verstärkt durch Gedanken und Gefühle, der sollte sich für diesen Autor Zeit nehmen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„immer geht du bei den kreidefelsen, verschränkst die arme hinter deinem rücken, hast deinen leichten linken fuß erhoben u. an der Sohle ist der gleiche weiße staub.“"

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KRYONIUM. Die Experimente der Erinnerung
KRYONIUM. Die Experimente der Erinnerung

Inhalt „Ich“ befindet sich in einem Schloss, orientierungslos, ohne jede Erinnerung, kennt nicht einmal den eigenen Namen. „Ich“ ist ein Untertan in einer strengen Hierarchie aus einem König, Rittern und Wachen, und leitet die Lichterwerkstatt, wo an einer Lichtmauer gebaut wird, die das Schloss vor den Fabelwesen und Ungeheuern schützen soll, die in einem Wald hausen, der das Schloss umgibt. Es handelt sich um eine Insel in einem See und es soll einen geheimen Fluchtweg geben, der unter dem See auf das Festland führt. Denn „Ich“ will nur eines: fliehen, obwohl Fluchtversuche streng bestraft werden. Als „Ich" einen Zauberstab findet, ist dies der erste von vielen mutigen Schritten in die Freiheit – doch in welche Freiheit? Thema und Genre Der Autor selbst nennt seine Geschichte ein technoides Märchen und führt uns in phantastische virtuelle Welten voller Magie und Fabelwesen. Das Kernthema sind philosophische Fragen, bis zurück zu Platons Ideenlehre und Höhlengleichnis, die Frage, wie weit vergängliche, veränderbare Sinneswahrnehmungen unsere Vorstellung von der tatsächlichen Realität, der wahren Wirklichkeit, beeinflussen. Es geht auch um die modernen Realitätsbegriffe, die mehr Fragen aufwerfen, als beantworten. Charaktere „Ich“ als Figur bleibt über lange Zeit schwer zu definieren, jeder Leser füllt die optische Präsenz dieses Wesens nach der eigenen Logik, die sich später als zutreffend erweist, oder auch nicht. Wir wissen jedoch, dass die Figur sehr mutig ist, kreativ, niemals ihre Fluchtversuche aufgibt und Entscheidungen trifft, die überraschen. Handlung und Schreibstil Dieser Roman ist in Worte gefasste phantastische Malerei, er versetzt den Leser sprachgewaltig in das Panorama der Bilder des Autors wie „Die Raummaschine 6“, „Die Raummaschine 7“ und „Die Zwischengänge zu Räumen unterschiedlicher Zeiten“. Die Handlung ist in drei übergeordnete Teile gegliedert, diese wiederum in fortlaufende Kapitel. Zwei Handlungsorte werden durch unterschiedliche Sichtweisen nochmals aufgefächert. Die Wahrnehmungsebene der Figur pendelt wiederholt zwischen der verzauberten, magischen Welt und einer möglichen, erklärbaren Realität, und wieder zurück zur Magie. Die Ereignisse werden zeitlich fortlaufend geschildert, doch im dritten Teil schwenkt die Ich-Form zur personalen Erzählform, fasst beide Handlungsorte nochmals zusammen und diese veränderte Sichtweise verbindet die vorhergegangenen Ereignisse zu einem neuen, überraschenden Gesamtbild. Fazit Eine magische, geheimnisvolle, aber auch beklemmende Geschichte. Man erlebt mit einer Ich-Figur spannende Abenteuer, gefährliche Fluchten, trifft Zauberwesen und entwickelt selbst Zauberkräfte, wird durch virtuelle Ebenen von Computerspielen gewirbelt mit zum Glück mehreren Leben, um dann festzustellen, dass alles doch völlig anders ist. Ein phantastisches, packendes Leseerlebnis, dessen Themen zum Weiterdenken anregen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Während ich zu lesen versuchte und in Gedanken doch ganz woanders war, wälzte ich unzählige Fragen in meinem Kopf: Wo bin ich? Wie kam ich hierher? Warum bin ich hier? Vor allem aber ließ mir eine Frage keine Ruhe: Wer bin ich?“ (Zitat Seite 9)"

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Für immer die Alpen: Roman
Für immer die Alpen: Roman

Inhalt Am 31. März 1965 wird Johann Kaiser als Sohn von Soledad und Alfred Kaiser im Krankenhaus in Vaduz, Liechtenstein, geboren. Schon in jungen Jahren zeigt sich, dass er fremdes Eigentum als etwas ansieht, dass er sich bei Bedarf oder auch im Notfall jederzeit ausborgen kann, auch wenn er den Vorsatz, es dann zurückzugeben, meistens nicht einhalten kann. So erging es ihm auch mit den Kundendaten des Treuhandsektors der bekannten liechtensteinischen Bank des Fürstenhauses, die er für den Eigengebrauch kopiert hat und beinahe auch zurückgegeben. Doch aus diesmal blieb es beim „beinahe“ und so schreibt er, nun vierundfünfzig Jahre alt, mit neuer Identität irgendwo auf der Welt im Zeugenschutzprogramm lebend, seine Geschichte, seine Erlebnisse und seine Sicht der Dinge auf. „Ein Satz ist je schöner, desto mehr Wahrheit er enthält.“ (Originalzitat Seite 13) Thema und Genre In diesem Roman wird die Lebensgeschichte von H. K., im Buch Johann Kaiser, geschildert, der mit dem Verkauf der zuvor im Treuhandbereich der bekanntesten Bank Liechtensteins kopierten Kundendaten an den deutschen BND und weitere Länder einen internationalen Steuerskandal mit entsprechenden Ermittlungsverfahren ausgelöst hat. Es geht um den Finanzplatz Liechtenstein, internationale Finanzmärkte und den Wunsch eines Einzelnen, Teil davon zu sein. Charaktere Johann Kaiser, der an seiner Biografie schreibt und uns so die Geschichte seines bisherigen Lebens aus seiner Sicht, anhand seiner Aufzeichnungen und Erinnerungen schildert, sieht sich selbst nicht als kriminellen Betrüger, denn seine abenteuerlichen Aktionen waren nur teilweise geplant, oft sind seine Handlungen erst aus ausweglos scheinenden Situationen entstanden. „Im Nachhinein wünschte ich, ich hätte anders gehandelt, aber weil es jedes Nachhinein erst im Nachhinein gibt, ist jedes Nachhinein sinnlos. (Zitat Seite 259) Handlung und Schreibstil Der Ich-Erzähler schildert die Ereignisse chronologisch in vierzehn und einem letzten Buch, wobei jedes Buch einen durch Jahreszahlen definierten Zeitabschnitt umfasst und in Kapitel eingeteilt ist. In der Zeit zwischen dem 6. Januar 2003 und dem 2. Juni 2003 stellt der Autor Johann Kaisers Schilderung der Ereignisse auktorial Seite für Seite den Tagesablauf des Dr. Jan Mayer gegenüber, ein Kriminalpsychologe, der das Fürstentum als Experte berät. Dies ist nur einer der vielen Sprachspielereien und Literaturformen, die der Autor in diesem Roman mit offensichtlicher Freude und Neugier an der Sprache vor den Lesern ausbreitet. Da gibt es leere Seiten, dort, wo Johann Kaiser Erinnerungslücken hat, Abschnitte, die kaum eine halbe Seite füllen, während der Rest der Seite jeweils mit einer Reihe von Fußnoten gefüllt ist, wo Johann Kaiser selbst seine Erinnerungen mit Erklärungen, Ereignissen und Gedanken ergänzt, oder mit ebenfalls fiktiven Quellenangaben. Zwischendurch lässt der Autor seinen Protagonisten Haikus schreiben, erklärt die Geschichte Liechtensteins seit der Entstehung und plötzlich befinden wir uns mit Captain James Cook im Jahr 1768. Fazit Wer neue Interna über diesen Steuerskandal erwartet, wird enttäuscht sein, denn der Autor verwendet nur Fakten, die aus Sachbüchern und Artikeln eines namhaften deutschen Nachrichtenmagazins längst bekannt sind. Wer jedoch einen spannenden, sprachlich mit großem Vergnügen zu lesenden Roman sucht, dessen Autor den Leser immer wieder überrascht und der die Balance zwischen Sozial- und Gesellschaftskritik und dem humorvollen Augenzwinkern eines begeisterten Fabulierers zwischen Fiktion und Realität gefunden hat, wird begeistert sein.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Um verstehen zu können, wieso ich gehandelt habe, wie ich gehandelt habe, muss ich nicht nur ein umfassendes Bild meiner Person und meiner Lebensgeschichte, sondern gleichzeitig der Rahmenbedingungen zeichnen, in denen ich mich hin und her geworfen fand wie eine Kugel in einem Flipperautomaten.“ (Zitat Seite 13)"

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Sohen: Unvergesslicher Bruder (1, Band 1)
Sohen: Unvergesslicher Bruder (1, Band 1)
Taschenbuch
Evita

Es lohnt sich, diesen Roman zu lesen. Wer gelesen hat, kann es schätzen, bringt einem zum Nachdenken.Super schön.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"Diese Worte trafen Sohen tief ins Herz. Er weinte wie ein Kind. Es spielte jetzt keine Rolle mehr, was passiert war. Was zählte, war das Jetzt.."

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Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus: Das Leben der Ise Frank. Ein biografischer Roman von Dumont Buchverlag
Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus: Das Leben der Ise Frank. Ein biografischer Roman
Gebundene Ausgabe

Inhalt Ise Frank hat einige Semester in Berlin Germanistik studiert. Seit zwei Jahren arbeitet sie in einer Verlagsbuchhandlung in München, schreibt Rezensionen und ist auch journalistisch tätig. Am 28. Mai 1923 begleitet sie ihre Freundin Lise, die Architektur studiert, zu einem Vortrag des Architekten Walter Gropius an der TU Hannover, wo dieser über seine innovative Bauhaus-Idee referiert. Am 11. August 1923 fährt sie zu den Eröffnungstagen der Bauhaus-Ausstellung nach Weimar. Die Bauhaus-Idee begeistert und inspiriert Ise. „Ise, ich brauche Sie“, sagt Gropius zu Ise Frank, die am 16. Oktober 1923 Frau Gropius wird und als gleichrangige Partnerin von Gropius bald für alle „Frau Bauhaus“ ist. Thema und Genre Dieser biografische Roman Hintergrund stellt Ise Gropius in den Mittelpunkt, engagiert, eigenständig, entspricht die Journalistin und Schriftstellerin dem modernen Frauenbild. Kernthema ist die Bauhaus-Idee, die künstlerische Umsetzung und die mit dem Bauhaus in Weimar und später Dessau verbundenen bedeutenden Künstler. Charaktere Seit dem Tag, als Ise Walter Gropius kennenlernt, ist sie von der Bauhaus-Idee begeistert und lebt sie. Nicht nur Ehefrau, sondern gleich berechtigte Partnerin von Gropius, wird sie von den Künstlern auch auf Grund ihrer Kreativität und präzisen wirtschaftlichen Ideen geschätzt. Auch wenn es sich hier um einen Roman und kein Sachbuch handelt, bleiben die realen Figuren im Rahmen ihrer Biografien, werden aber durch die ausgearbeitete Handlung mit neuen Leben erfüllt. Handlung und Schreibstil Dieser Roman zeigt nur einen Ausschnitt aus dem Leben von Ise und Walter Gropius. Es geht im die aktiven Bauhaus Jahre von den Ideen bis zur Umsetzung der Projekte. Er spielt daher, ergänzt durch Rückblenden, in den Jahren 1923 bis zum 1. April 1928, als Gropius unter dem Druck der Politik die Leitung des Bauhaus abgibt. Mit einem kurzen Ausblick auf die weiteren Ereignisse im Leben des Ehepaares Gropius mit den bekannten Fakten und Daten schließt der Roman. Der Autorin gelingt es, nicht nur die Künstlerin Ise Gropius in allen Facetten und mit vielen interessanten Details zu schildern, sondern auch das einmalige kreative Umfeld und Schaffen in dieser Gemeinschaft von Kunstschaffenden zu erfassen, das die Architektur und Innenarchitektur mit völlig neuen Inhalten und Leben abseits der starren Lehre der Hochschulen erfüllt. Großartig und spannend zu lesen ist der Weg des jungen Marcel Breuer und die Entwicklung seiner modernen Stahlrohrmöbel. Fazit Ein biografischer Roman über Ise Gropius, die engagierte Frau und kreative Partnerin an der Seite des Architekten und Bauhaus-Gründers Walter Gropius. Ein Buch, dessen Seiten die Ideen und künstlerische Vielfalt des Bauhaus Gedankens atmen und den damit verbundenen Aufbruch in völlig neue Wege einer modernen Architektur.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Ihre Bauhaus-Idee sei in den Köpfen der Menschen also tatsächlich eine Marke geworden, und diese sei seit der vergangenen Woche um einiges mehr wert.“ (Zitat Pos. 1824)"

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Die Seebadvilla
Die Seebadvilla

1992 führt Henriette (Henni) Faber seit über fünfunddreißig Jahren ein erfolgreiches Modeatelier in München. Ihre Tochter Caroline hilft ihr beim bevorstehenden Umzug in ein günstigeres Geschäftslokal. Dabei entdeckt sie eine alte Fotografie und das Schreiben eines Anwaltsbüros aus Greifswald, in dem es um die mögliche Rückübertragung einer Villa auf der Insel Usedom geht. Doch ihre Mutter will damit nichts zu tun haben, will nicht einmal darüber reden. Caroline aber will die Wahrheit wissen und besucht zuerst ihre Großmutter Grete in Berlin, anschließend fährt sie auf die Insel Usedom. Zu viele offene Fragen warten auf Antworten. Thema und Genre Dieser Familien- und Generationenroman spielt in den Nachkriegsjahren und nach der Wende. Es geht um die DDR, um die Aktion Rose, um Schweigen, um zu vergessen. Ein Thema sind auch die Liebe, Hoffnung und Mut zum Neubeginn. Charaktere Grete, Henni und Caroline, drei unterschiedliche Generationen einer Familie, aber jede ist auf ihre Art eine starke, mutige Frau. Sie alle sind durch Geheimnisse und Verschweigen wichtiger Familienereignisse geprägt. Generell sind die Charaktere dieses Romans klar in „gut“ und „böse“ eingeteilt, es fehlen die menschlichen Graubereiche, die den Figuren mehr Tiefe gegeben hätten. Handlung und Schreibstil Die Familiengeschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, ein Teil der Ereignisse spielt in den Jahren 1952 und 1953, der aktuelle Teil spielt im Jahr 1992. Die einzelnen Hauptprotagonistinnen Grete, ihre beiden Töchter Henni (Henriette) und Lisbeth, und Henriettes Tochter Caroline stehen abwechselnd im Mittelpunkt eines Kapitels, die Zuordnung erfolgt durch die Jahresangabe und den Namen. Die Handlung ist nachvollziehbar, gut geschildert und ergänzende Beschreibungen des Lebens in Ahlbeck auf der Insel Usedom und der Natur bieten einerseits zeitgeschichtliche Informationen, lassen andererseits Inselfeeling aufkommen. Die Sprache entspricht dem Genre Unterhaltungsroman. Fazit Ein Familien- und Generationenroman mit zeitgeschichtlichem Hintergrund, der auf der Insel Usedom spielt. Eine spannende, interessante Handlung, leicht und unterhaltsam zu lesen, passend für den Strandkorb, Liegestuhl oder das Sofa.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Tatsächlich glich ihre Familiengeschichte einem Puzzle, bei dem sie nur die Randstücke zusammensetzen konnte.“ (Zitat Pos. 186)"

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The Sultan's Seal: A Novel (Kamil Pasha Novels (Paperback)) von W. W. Norton & Company
The Sultan's Seal: A Novel (Kamil Pasha Novels (Paperback))
Taschenbuch
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The Quran: Key Words in Context (Volume 4: G to K): Adjectives, Nouns, Proper Nouns and Verbs (Gorgias Islamic Studies) von Gorgias Press
The Quran: Key Words in Context (Volume 4: G to K): Adjectives, Nouns, Proper Nouns and Verbs (Gorgias Islamic Studies)
Gebundene Ausgabe
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The Quran: In Transcription von ISBN Sweden
The Quran: In Transcription
Taschenbuch
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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"Tu n'es pas érudit."

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Der Preis des Lebens: Kriminalroman
Der Preis des Lebens: Kriminalroman

Inhalt Der unangepasste, brillante Ermittler Hauptmann Dr. phil. Michael Lenhart und Leutnant Sabine Preiss, gutaussehend, bestens ausgebildet, clever, von Vorgesetzten als „echte Nervensäge“ bezeichnet, bilden ab sofort die neue, von der EU geforderte Sonderabteilung für ungeklärte und ungewöhnliche Gewaltverbrechen. Was als Strafversetzung gedacht war, wird innerhalb weniger Stunden zu einer undercover ermittelnden, von Spezialisten unterstützten, Sondereinheit, als die Mordkommission um Unterstützung ansucht. Bei einer Beerdigung auf dem Wiener Zentralfriedhof ist ein Sarg zu Boden gefallen, in dem sich nicht nur eine tote alte Dame liegt, sondern auch ein ebenfalls toter junger Mann, dem die Leber fachmännisch entfernt worden war. Thema und Genre In diesem spannenden Kriminalroman mit Regionalbezug und Wiener Charme geht es um aktuelle Themen wie die technischen Möglichkeiten der globalen Überwachung, um internationalen Organhandel als höchst lukrative Einnahmequelle. Es geht um die Frage, wie weit vermögende Menschen zu gehen bereit sind, um ihr eigenes Leben oder das eines lieben Menschen zu retten. Auch die Politik, Medien und Korruption spielen eine Rolle. Charaktere Dr. phil. Michael Lenhart, zuerst Polizist eher durch Zufall, dann aus Überzeugung, ist ein erfahrener, hervorragender Analytiker mit Wiener Charme, der seine Vorgehensweise manchmal gedanklich mit Aristoteles und Sunzi abstimmt. Zwischen ihm und der toughen, attraktiven Sabine Preiss, der aufmerksamen Ermittlerin mit militärischer Ausbildung, stimmt die Chemie und sie bilden ein starkes Team, das sich nicht aufhalten lässt. Diese beiden Hauptprotagonisten, wie auch alle anderen Charaktere, sind detailliert, mit einer guten Prise Humor und in ihren unterschiedlichen Facetten absolut glaubhaft geschildert. Handlung und Schreibstil Die Geschichte spielt in einem straffen Zeitrahmen, was die Spannung erhöht und dem Geschehen Realität verleiht. Die einzelnen Kapitel tragen als Überschrift Tag, Uhrzeit und Ort der Handlung. Die erklärenden Beschreibungen zeigen, wie genau und umfassend recherchiert wurde. Auch wenn die Handlung fiktiv ist, liegen die Fakten und Ereignisse durchaus im Bereich des Möglichen, was diesen Kriminalroman zu einer fesselnden Lektüre macht, aber auch nachdenklich stimmt. Die Sprache passt zum Genre, Humor und charmante Leichtigkeit verbinden sich mit spannender Action, interessanten strategischen Plänen, sachlichen Beschreibungen und etwas Philosophie zu einem unterhaltsam zu lesenden Ganzen. Ein Glück, dass ich ein neues Buch niemals nach dem Cover, sondern stets nach Klappentext und Leseprobe auswähle, denn sonst wäre mir dieses spannende Lesevergnügen entgangen. Das Coverbild sollte wohl kreativ-witzig werden, meiner Meinung nach ist es grenzwertig-geschmacklos. Fazit Ein spannender Kriminalroman mit brisanten aktuellen Themen, Wiener Charme und einem unangepassten, aber erfreulich normalen Ermittlerteam. Ein unterhaltsames Lesevergnügen, das auf eine Fortsetzung hoffen lässt.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Um Himmels Willen, wie viele Züge planst du voraus? Ganz abgesehen davon: deine Rechnung hätte sich auch als falsch erweisen können.“ (Zitat Seite 22)"

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Die Spionin: Roman
Die Spionin: Roman

Inhalt Nancy Wake, geboren am 30. August 1912 in Wellington, Neuseeland, wächst in Australien auf, geht als Journalistin nach Europa, wo sie 1938 in Wien die Verfolgung der Juden miterlebt, was sie für immer prägt. Sie lebt in Marseille, als die Deutschen Nordfrankreich besetzen und wird sofort aus tiefer Überzeugung als Fluchthelferin der Résistance tätig. Als Ehefrau des vermögenden Unternehmers Henri Fiocca hat sie die notwendigen Mittel und Tarnung für ihre gefährlichen Einsätze. 1943 flieht sie nach London, wird dort als Agentin ausgebildet und kehrt heimlich nach Frankreich zurück, um Einsätze der Maquis-Gruppen zu leiten. Fieberhaft suchen die Nazis nach der „Weißen Maus“ und bieten fünf Millionen Francs für ihre Ergreifung. Sie jedoch kämpft unbeirrbar weiter, in der Hoffnung, ihren Ehemann, den die Nazis 1943 verhaftet hatten und der seither verschwunden ist, nach dem Rückzug der Nazis zu finden und befreien zu können. Thema und Genre Dieser packende Roman mit biografischem Hintergrund handelt von einer der mutigsten Frauen der britischen Spezialeinheit SOE im zweiten Weltkrieg. Es geht um das von den Deutschen besetzte Frankreich und die Résistance, um die Agenten im Untergrund, welche die Landung der Alliierten in der Normandie durch ihre Einsätze erst möglich gemacht haben. Charakter Nancy Wake ist eine attraktive Frau, ihr Ehemann Henri Fiocca ist ihre große Liebe. Das Risiko, das sie beide mit ihren Einsätzen im besetzten Frankreich eingehen, ist ihr bekannt, aber ihre persönliche Überzeugung und ihr Charakter machen es ihr unmöglich, einfach schweigend wegzusehen. Auch nach ihrer harten Ausbildung als kompromisslose Kämpferin bleibt sie in den wenigen ruhigen Minuten zwischen den Einsätzen eine Frau mit Freude an Kleidern und Kosmetik, für sie kurze Momente eines anderen Lebens. Als Strategin ist sie einfallsreich und in der Ausführung mutig und unerschrocken. Ihr erbittertster Gegner ist Markus Friedrich Böhm, Major der Gestapo Marseille. Handlung und Schreibstil Der Roman berichtet die Ereignisse chronologisch, er beginnt 1943 mit Nancys Einsätzen in Südfrankreich und endet 1944 nach der Landung der Alliierten in der Normandie und der Befreiung von Paris. Historische Anmerkungen am Buchende erklären den Lesern, welche Teile des Romans Fakten sind und wo fiktive Veränderungen vorgenommen wurden. Der Schreibstil, in diesem Fall auch die Übersetzung, ist eine perfekte Mischung aus interessanten Fakten, lebhaften Beschreibungen und fesselnden Schilderungen von gefährlichen Einsätzen. Fazit Ein spannender biografischer Roman über die mutige Agentin und Widerstandskämpferin Nancy Wake im von den Deutschen besetzten Frankreich des WK II, ein interessanter, packender Pageturner.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Sie setzte sich in Bewegung, dann rannte sie, wurde immer schneller, rannte, bis sie die Verfolger hinter sich gelassen hatte und nur noch ihr keuchender Atem und sonst nichts zu hören war.“ (Zitat Pos. 586)"

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Das Ensemble: Roman
Das Ensemble: Roman

Inhalt Schon während der Ausbildung haben sie sich gefunden und das Van-Ness-Quartett gegründet. Jana, Erste Violine, die meistens, und nicht nur in der Musik, den Ton und das Tempo vorgibt, Brit, die Zweite Violine, leise, im Leben manchmal pianissimo, doch wenn es im Ensemble darauf ankommt, ist sie präsent. Henry, Bratsche, das hochbegabte, jüngste Mitglied, denkt manchmal über eine Solokarriere nach und Daniel, Cello, der älteste der Gruppe, ist beinahe zwanghaft perfekt, ein großartiger Musiker, aber als Mensch anstrengend. Nach dem Abschlusskonzert am Konservatorium nehmen sie am Esterhazy-Quartett-Wettbewerb in Kanada teil, ein guter Platz wäre ein perfekter Start in eine erfolgreiche Zukunft. Doch persönliche Konflikte könnten sie auch musikalisch aus dem Takt zu bringen. Thema und Genre In diesem Roman geht es um Musik, um Erfolg als Künstler und die Frage, ob ein intensives Leben als Musiker noch Platz lässt für Beziehungen. Ein wichtiges Thema sind die völlig unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Mitglieder des Quartetts, sich daraus ergebende heftigen Diskussionen um musikalische Auslegungen und gleichzeitig die Liebe zur Musik als starkes Band, das sie zusammenhält und auch ihr Privatleben bestimmt. Charaktere Jana, Brit, Henry und Daniel sind sehr unterschiedlich in ihrem Herangehen an die Musik. Dennoch sind sie dann erfolgreich, wenn sie sich von der gemeinsamen Liebe zur Musik leiten lassen und so auch zu einem musikalischen Gleichklang finden. Die einzelnen Charaktere sind einfühlsam mit Liebe zum Detail geschildert und immer glaubhaft und stimmig. Die hohen persönlichen Anforderungen des Lebens als Musiker werden sehr realistisch, klar und keinesfalls idealisiert dargestellt, hier verstärkt durch die Zugehörigkeit zu einem Ensemble. Handlung und Schreibstil Der Roman folgt dem Ensemble chronologisch über mehr als fünfzehn Jahre lang, ist in vier Teile eingeteilt, wobei es in jedem Teil auch um bestimmte Musikstücke geht. Die personale Erzählform stellt in den einzelnen Kapiteln jeweils ein Mitglied des Ensembles in den Mittelpunkt, in Teil 1 und Teil 3 ist es abwechselnd Jana oder Brit, in Teil 2 und Teil 4 Henry oder Daniel. Dadurch ergeben sich für den Leser unterschiedliche Sichtweisen auf bestimmte Ereignisse, wodurch die Handlung intensiv erlebt wird. Musik und Leben im Alltag von Partnerschaften und Familie werden so zu einem facettenreichen Gesamtbild, auch in der Sprache untermalt von Musik. Fazit Ein leiser, manchmal nachdenklicher Roman, Musik, die konstant durch alle Entscheidungen der Mitglieder eines Ensembles von Streichinstrumenten schwingt, um dann in einer Konfliktsituation zum Fortissimo aufzubrausen. Die Frage, ob ein intensives Musikerleben, der Wunsch nach Anerkennung und Erfolg, für ein erfülltes Leben ausreichen, ob ein Ensemble die Familie ersetzt, oder ob ein privates Parallelleben möglich ist, gibt in diesem Roman gleich einem Notenschlüssel den Ton an. Diese ungewöhnliche Idee, gekonnt umgesetzt, garantiert Lesevergnügen, nicht nur für Musikfreunde.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Obwohl sie tief im Alltag der anderen verwurzelt waren (das Quartett war eine Art Lebenspartnerschaft) und manchmal nicht umhinkamen, sich einzumischen, drehten sich ihre Gespräche eher um Einsätze, Crescendos und Karrieren als um Liebesdinge.“ (Zitat Pos. 1057)"

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Der Sommer, in dem Einstein verschwand: Roman
Der Sommer, in dem Einstein verschwand: Roman

Inhalt Im Jahr 1923 feiert Göteborg das Dreihundert-Jahre-Jubiläum. Die junge Ellen Grönblad erhält eine der begehrten Stellen als Voluntärin für die Ausstellungszeitung 'Krone und Löwe' und wird täglich berichten. Nils Gunnarsson ist Kriminalpolizist und einem Wirtschaftsbetrüger auf der Spur. Albert Einstein wird in Göteborg seine Nobelpreisrede halten, doch er war schon in Berlin bedroht worden. Seine Relativitätstheorie und der damit verbundene internationale Erfolg, dazu dieTatsache, dass er Jude ist, machen ihn zum Feindbild der gefährlichen nationalen Kreise in Deutschland. Dann verschwindet plötzlich sein Kalender mit allen Terminen von seinem Schreibtisch. Den Vortrag muss er halten, doch er ändert seine Reisepläne, ein Ereignis, an das sich Otto auch im Jahr 2002 noch erinnern wird, der damals als Junge mit seiner Eselin Bella auf der Ausstellung für die Unterhaltung der Kinder sorgte. Thema und Genre In diesem Roman geht es um die Jubiläumsausstellung 1923 in Göteborg, eine Episode in Einsteins Leben. Thema sind die gesellschaftlichen Umbrüche und die Anfänge eines neuen, modernen Frauenbildes. Das Buch ist ein zeitgeschichtliches Stimmungsbild der Gesellschaft Göteborgs in den Zwanziger Jahren. Charaktere Vier Hauptcharaktere stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Ellen, die angehende Journalistin, deren Ziel es ist, eine "Neue Frau" zu werden, die es tatsächlich aber bereits ist. Nils, der sympathische Kriminalpolizist, der beharrlich alle Spuren verfolgt und auch zuhört. Otto, der aufgeweckte Eseljunge, dessen späteres Leben durch die Eindrücke dieser Ausstellungsmonate nachdrücklich geprägt wird und Albert, nun, Einstein ist Einstein, eigenwillig, aber immer menschlich, einfühlsam. Handlung und Schreibstil Die Ereignisse werden aus Sicht der einzelnen Protagonisten fortlaufend geschildert. Otto erinnert sich 2002 in der Ich-Form an die damalige Zeit zurück, während in der personalen Erzählform der weiteren Kapitel jeweils Ellen, Nils oder Albert im Mittelpunkt stehen. Die Kapitel wechseln einander ab und fügen sich, zusammwn mit ergänzenden Rückblenden, zu einem lebendigen Gesamtbild. Der erzählende Schreibstil überzeugt auch sprachlich. Die Autorin vereint Beschreibungen, Gefühl und Humor zu einer unterhaltsamen, packenden Mischung. Fazit Auch wenn die Figuren und die Handlung, abgesehen von Albert Einstein und seine Gegnern, fiktiv sind, ist der interessante Rahmen der Geschichte real und genau recherchiert. So entsteht ein lebhaft-buntes Stimmungsbild Göteborgs während dieser internationalen Ausstellung 1923.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

""Die neue Frau hatte einen Beruf und war finanziell von niemandem abhängig. Sie hatte aber nicht irgendeinen Beruf; es musste etwas Freies und Kühnes sein, wie Künstlerin, Schauspielerin oder Journalistin." (Zitat Seite 20)"

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#Fatboysrun: Wie mich das Laufen jeden Tag aufs Neue rettet
#Fatboysrun: Wie mich das Laufen jeden Tag aufs Neue rettet
lacastra

Hier geht keiner über den Jordan. Philipp Jordan war mir vor allem durch seine Sendung auf Rocketbeans.TV bekannt, in der er gern mal sein Talent für spontane Zeichnungen unter Beweis stellt. Ab und an erzählte er dort auch schonmal bruchstückhaft von seiner Leidenschaft fürs Laufen, was definitiv immer spannend klang. Als Autor scheint er nun noch ein weiteres Talent entdeckt zu haben, denn der Schreibstil ist einfach klasse, locker und natürlich. Seine beschriebene Lust nach "MEHR" lässt den Leser auch selbst reflektieren und motiviert dann doch sogar etwas, aber das denke ich nicht die Hauptprämisse des Buches ist. Vielmehr wird hier eine Lebensgeschichte erzählt und der authentische Weg zur Selbstfindung beschrieben. Dazu ist das Buch reich bebildert und bietet eine Menge Schauwerte, denn neben vereinzelten Fotos stechen vorallem die Zeichnungen heraus, die Philipp Jordan selbst angefertigt hat...und die sind einfach toll. Wer ein Sachbuch zum Thema "Laufen" erwartet, der ist hier falsch, wer allerdings eine humorvolle, spannend erzählte und toll illustrierte Biographie sucht, die definitiv auch motiviert, der ist hier genau richtig. Man kann es durchaus ohne schlechtes Gewissen lesen und seinen Spaß daran haben, ohne danach das Bedürfnis zu entwickeln, sich sofort die Laufschuhe anzuziehen...und wenn doch, na umso besser!

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Absolutely Everything!: A History of Earth, Dinosaurs, Rulers, Robots and Other Things Too Numerous to Mention von WHAT ON EARTH PUB LTD
Absolutely Everything!: A History of Earth, Dinosaurs, Rulers, Robots and Other Things Too Numerous to Mention
Gebundene Ausgabe
lacastra

Hier lernt wirklich jeder was! Christopher Lloyd, das ist doch Doc Brown aus "Zurück in Die Zukunft", dachte ich mir beim lesen des Namens. Naja nicht so ganz, hier handelt es sich um seinen Namensvetter den Wissenschaftsjornalist (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Drehbuchautor oder dem gleichnamigen Marinehistoriker...oder dem gleichnamigen Gärtner, es war gar nicht so einfach den richtigen zu finden). "Einfach Alles" ist schonmal ein gewagter Titel, dessen Inhalt dann auch überzeugen muss. Millionen von Jahren Erdgeschichte auf etwas mehr als 300 Seiten abbilden, kann das funktionieren? Tatsächlich klappt das ganz gut! Natürlich bekommt man hier keine lückenlose Geschichtsschreibung präsentiert, jedoch wichtige Eckdaten des Lebens, die noch dazu übersichtlich und verständlich dargestellt sind. In Sachen Verständlichkeit würde ich sagen, das Buch richtet sich eher an eine jüngere Zielgruppe (einfacher Sprachstil), bzw. ist für Kinder geeignet, was aber nicht heißen soll, das hier nicht auch Erwachsene ihren Spaß haben und noch was lernen. In Sachen Übersichtlichkeit gibt es definitiv nichts zu bemängeln. Eine gute, farblich abgegrenzte Strukturierung und viele Bilder (seien es nun Fotos oder Zeichnungen etc.) lassen nie das Gefühl von nicht enden wollenden Textblöcken aufkommen. Alles in allem eine besondere Empfehlung für Kinder, die sich für die Erdgeschichte interessieren, aber auch für ältere Leser, die dieses Thema interessant finden.

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Ninth House von Orion Publishing Co
Ninth House
lacastra

Ich wollte es gutfinden, wirklich. Selten habe ich mich mit einem Buch so schwer getan wie mit Leigh Bardugos "Das neunte Haus". Studentenverbindungen, Geheimgesellschaften, ein Schuss Magie, das klingt eigentlich als wäre es genau nach meinem Geschmack und ich hatte wirklich richtig Lust auf diese Geschichte. Doch schon nach ein paar Seiten kam die erste Ernüchterung, so hatte ich mir die Story irgendwie nicht vorgestellt. Der Einstieg ist wirr erzählt, womit ich eigentlich selten Probleme habe, hier jedoch hat es mich gestört. Der Schreibstil schafft es nicht, bei mir ein Gefühl von Spannung oder den Drang des Weiterlesens zu erzeugen. Die Geschichte geht in eine ganz andere Richtung als mir persönlich die Inhaltsangabe vermittelte... So musste ich mich schon bald zwingen weiterzulesen, wollte ich der Geschichte doch eine faire Chance geben. Leider konnte auch die Charaktere bei mir keine Gefühle wecken (nagut gegen Ende hin fiebert man dann schon mit). Die immer wieder auftretenden Zeitsprünge, welche die Geschichte in verschiedene Teile spalten, empfand ich eher nicht spannungsfördernd sondern fast schon störend. Dann zum Schluss kommt jedoch tatsächlich nochmal Fahrt auf, jedoch war mir die Durststrecke bis dahin deutlich zu lang. Das Ende kann sich nämlich durchaus sehen lassen, nur hat mich der Rest des Buches dafür eher kalt gelassen.

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Krähennest
Krähennest

Inhalt Spielende Kinder finden auf einem Kutter den Kopf eines toten Mannes. Zwei Tag später wird auch der Körper gefunden. Für Kriminalhauptkommissar Luka Kroczek und sein Team der Kripo Bergen beginnen intensive Ermittlungen, die Staatsanwaltschaft will rasche Erfolge sehen. Als sich herausstellt, dass der Tote ein Bauleiter von NWEU war, jener Firma, deren Ostsee-Abteilung Lukas Lebensgefährtin Teresa Schomaker leitet, wird Luka vom Fall abgezogen. Doch er ermittelt weiter und als Teresa ein wichtiges Detail entdeckt, verfolgt auch sie heimlich eine Spur, jedoch ohne mit Luka darüber zu reden. Dann geschieht ein weiterer Mord. Thema und Genre Dieser Kriminalroman ist der zweite Band einer Serie, die auf der Insel Rügen spielt. Die Problematik ist vielschichtig und auch soziale Aspekte sind ein wichtiges Thema. Charaktere Luka Kroczek und Conny Böhme sind nach kleinen Startproblemen beim ersten Fall nun ein erfolgreich ermittelndes Team. Dafür kriselt es zwischen Luka und Teresa durch einige Missverständnisse. Dass auch Teresa in diesen Fall involviert ist, macht die Dinge nicht einfacher. Handlung und Schreibstil Die straffe Handlung spielt im Sommer 2015 auf Rügen. Die Geschichte bindet viele Themen und unterschiedliche Aspekte mit ein und überrascht mit nicht vorhersehbaren Wendungen. Dennoch bleibt die Geschichte nachvollziehbar, die unterschiedlichen Personen stimmig. Auch der Rügen-Bezug ist wieder sehr gut recherchiert und es stimmen auch die Details, was bei Regio-Krimis leider oft nicht der Fall ist. Die Sprache passt sehr gut zum Genre und die eingefügten Schilderungen unterstreichen das Rügen-Feeling, ohne die Spannung aus der Handlung zu nehmen. Fazit Dieser zweite Band einer Serie, der problemlos auch als Einzelbuch gelesen werden kann, bringt einen neuen, sehr vielschichtigen Fall für Luka Kroczek und sein Team. Ergänzt wird die spannende Handlung durch treffende Beschreibungen der Insel Rügen, die Urlaubssehnsucht in die Gedanken malen. Perfekt für den Strandkorb, zum Beispiel in Glowe, aber natürlich auch für gemütliche Lesestunden zu Hause.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Und dann erfuhren sie von ihm, was ihnen all die anderen Dörfler mit ihrem höflichen Plaudern und dem betroffenen Gehabe verschwiegen hatten.“ (Zitat Seite 103)"

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Möwenfraß: Ein Ostsee-Krimi
Möwenfraß: Ein Ostsee-Krimi

Inhalt Teresa ist Ingenieurin und man bietet ihr einen interessanten Job an der Ostsee an. Sie zieht mit ihrem Lebensgefährten Luka Kroczek und der kleinen Tochter Tilda von Düsseldorf auf die Insel Rügen. Luka war bei der Düsseldorfer Polizei tätig und da die Kripo Bergen dringend einen neuen Leiter sucht, erhält er diese Stelle sofort. Die Kollegen sind über den Neuzugang nicht gerade erfreut. Schon an seinem ersten Arbeitstag wird er mit einem grausamen Mord konfrontiert und von ihm werden rasche Ermittlungsergebnisse erwartet. Erste Verdächtige gibt es sofort, doch als die Geschichten aus der Vergangenheit auftauchen, erweitert sich der Kreis von Menschen, die ein Motiv gehabt hätten, zu einem undurchsichtigen Dickicht. Thema und Genre Wie auch auf dem Buchcover zu lesen, handelt es sich um einen Kriminalroman mit regionalem Bezug, der auf Rügen spielt. Charaktere Dieses Buch ist der erste Band einer Serie um den Ermittler Luka Kroczek und das Team der Kripo Bergen. Luka bräuchte Zeit, um sich an Rügen, die Menschen hier und das noch immer präsente Ost-West-Thema zu gewöhnen, doch diese Zeit hat er nicht. Er ist präzises Arbeiten gewöhnt, streng darauf achtend, die entsprechenden Vorschriften einzuhalten. Doch hier an der Ostsee lernt er rasch, dass er umdenken muss, will er diesen komplexen Fall aufklären. Die einzelnen Charaktere sind in ihrer Unterschiedlichkeit sehr gut beschrieben und man erkennt die genaue Beobachtungsgabe der Autorin. Handlung und Schreibstil Hier schreibt jemand, der die Gegend sehr gut kennt, es ist das echte Rügen, das in den Zeilen dieses Buches lebt. Der Stoff beschränkt sich nicht nur auf die üblichen Sehenswürdigkeiten. Die Handlung beginnt im Mai 2013 und der Zeitraum der Ermittlungen ist knapp gehalten, was die Spannung erhöht. Rückblenden sind nur eingefügt, wo sie für das Verständnis der Vorfälle wichtig sind. Die Geschichte startet mit kleinen Längen, was wohl darin liegt, dass die Figuren, da es sich um das erste Buch einer Serie handelt, genauer vorgestellt werden müssen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und wenn man als Leser glaubt, die Zusammenhänge erkannt zu haben, kommt eine neue Wendung und alles ist anders. Dennoch bleibt die gesamte Handlung logisch nachvollziehbar. Fazit Ein spannender Kriminalroman mit Regionalbezug, der auf Rügen spielt. Vielschichtig in den Themen mit sehr unterschiedlichen Charakteren, atmet die Handlung Geschichte, Musik, Meer und Insel. Unterhaltsame Lesestunden, die nicht nur Rügen-Fans genießen werden.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Wir sind auf Rügen. Unsere Highlights sind geklaute Kreditkarten und gelegentlich ein paar Einbrüche.“ (Zitat Seite 33)"

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Wohlfühlgewicht von Droemer/Knaur; Knaur Balance
Wohlfühlgewicht
sbbsnl

Autorin: Die Autorin Frau Dr. med. Mareike Awe ist promovierte Ärztin, Ernährungsmedizinerin, Hypnotiseurin und Mentalcoach. Sie hat das Gesundheitsunternehmen intuMIND GmbH gegründet, hat das online Coaching-Programm intueat ins Leben gerufen und kann mit ihrem Podcast „Wohlfühlgewicht“ mittlerweile über 3 Millionen Downloads verzeichnen. Worum geht es: Im Buch „Wohlfühlgewicht“ geht es um die Abkehr von dem Diätwahn, der oft lediglich den Jo-Jo Effekt auslöst, die Psyche des Menschen belastet und einen vernünftigen Umgang mit dem Thema Essen verhindert. Dr. Awe plädiert für einen entspannten Umgang mit dem Thema, ohne Verzicht auf Lebensmittel, Kalorien zählen oder Scham die durch zu viel Essen entsteht. So soll man sein eigenes „Wohlfühlgewicht“ erreichen, ohne Druck von außen… Fazit: Da ich schon den Podcast von Dr. Awe kenne und auch das Thema „Wohlfühlgewicht“ nicht ganz neu ist, war ich sehr gespannt darauf mich intensiver mit dem neuen Ansatz zu beschäftigen. Zumal im Podcast immer nur ein Thema kurz behandelt wird. Dr. Awe macht es ganz wunderbar. Das Buch ist gut und flüssig geschrieben und ansprechend in viele Kapitel und Passagen unterteilt. Dass sie viele persönliche Erfahrungen in das Buch einfließen lässt, macht es natürlich sehr authentisch und glaubhaft. Die vielen fundierten Informationen sind einfach und strukturiert aufbereitet, ohne das man das Gefühl bekommt, es handelt sich nur um Fachjargon. Anhand der vier Grundsätze, die das intuitive Essen ausmachen, Übungen zum Erlernen der Methode und Anleitung zu begleitendem mentalen Training wird dem Leser das Thema wunderbar erläutert und näher gebracht. Das Thema „Wohlfühlgewicht“ ist nicht neu, aber Dr. Awe erklärt es liebevoll, immer mit dem Blick auf den Menschen und seine Psyche, wenn es um das Thema Essen und Gewicht geht. Sehr viele Menschen werden sich wiederfinden, ob dick, dünn oder essgestört. Und wenn man den Weg mit Dr. Awe geht, könnte man tatsächlich zu einem ganz neuen Lebensgefühl und einem anderen und neuen Umgang mit dem Thema Essen gelangen. Zu schön um wahr zu sein, aber es kann funktionieren, wenn man sich an die Tipps hält und wirklich etwas ändern möchte. Eine Kombination aus den wichtigen Infos aus dem Buch und dem Podcast erscheint mit als sehr sinnvoll. Sicherlich wird es nicht jedem gelingen, sein Leben durch dieses Buch zu ändern, weil die Menschen eben unterschiedlich sind. Aber mich hat das Buch jetzt erst einmal umgekrempelt, was das Essen angeht. Dank Frau Dr. Awe versuche ich endlich anders mit dem Thema umzugehen, das Wort Diät aus meinem Wortschatz streichen und darüber freue ich mich sehr. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen, ob man es dann schafft das dauerhaft umzusetzen, wird jeder nur für sich beurteilen können....

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"Wohlfühlen mit dem „Wohlfühlgewicht“…!"

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Der Tanz der Kraniche: Roman
Der Tanz der Kraniche: Roman

Inhalt Ida Grotjahn, geboren 1878, wächst in einer gutbürgerlichen Stralsunder Familie auf. Ihr Lebensweg scheint vorgegeben: eine vorteilhafte Ehe, Kinder. Ihr Wunsch, eine Künstlerlaufbahn als Malerin einzuschlagen, wird von ihrem Vater nicht akzeptiert. Doch sie darf Malunterricht nehmen und im Sommer zum ersten Mal auf die Insel Hiddensee reisen. Sie lernt die Malerin Anna Stein kennen, die sie überredet, nach Berlin zu kommen. Nun könnte sie endlich die Malerei in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen, wären da nicht ihre Gefühle für den erfolgreichen, verheirateten Maler Herbert Klausen. Thema und Genre Ein Frauenroman, der in der Künstlerszene zur Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert spielt. Charaktere Ida will Malerin werden. Sie träumt von einem freien, unabhängigen Leben, ein Ehemann kommt darin nicht vor. Dies ändert sich, als sie dem Maler Herbert Klausen begegnet. Statt sich weiterhin auf ihre Ausbildung und Verwirklichung als Malerin zu konzentrieren, wird die Protagonistin zur ewig zögernden, auch als Künstlerin an sich selbst zweifelnden Frau. Die Hochblüte der großartigen Hiddenseer Künstlerinnen kann in den Protagonistinnen dieses Romans nur erahnt werden Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird nach einem Prolog chronologisch erzählt. Im Mittelpunkt der personalen Erzählform steht Ida, eine junge Frau auf dem Weg zur anerkannten Malerin. Sehr anschaulich werden die Schwierigkeiten geschildert, denen sich Frauen stellen mussten, wenn sie Ende des 19. Jahrhunderts eine Ausbildung als selbstständige Künstlerin anstrebten, denn Frauen waren an öffentlichen Kunstakademien erst ab 1919 zugelassen. Das tatsächliche Leben der Malerinnen auf Hiddensee zu dieser Zeit kann allerdings auf Grund der Handlung dieses Romans nur schwer nachvollzogen werden, andererseits spielt dieser auch gute fünfzehn Jahre vor der Gründung des Hiddensoer Künstlerinnenbundes im Jahr 1919. Die Sprache mit lebhaften Schilderungen der Natur und des Künstlerlebens in Berlin und auf Hiddensee ist flüssig und angenehm zu lesen. Fazit Ein gut geschriebener Frauenroman mit Bezug zur Künstlerinsel Hiddensee, leider ohne Tiefgang, eher ein sanftes Plätschern. Die Aufbruchsstimmung und der Mut der Frauen, die sich in der damaligen Zeit für ein selbstbestimmtes Leben als Künstlerin entschieden haben, ist in dieser romantischen Beziehungsgeschichte zu schwach zu spüren. Leichte Lektüre für unterhaltsame Lesestunden.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Es war diese absolute Liebe zur Farbe, diese Lust, mit allen Sinnen in die Tiefe der Naturvorzudringen, um zu versuchen einen Bruchteil dieser Erfahrung auf Papier oder Leinwand festzuhalten.“ (Zitat Seite 67)"

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Alle Tage, die wir leben
Alle Tage, die wir leben

Inhalt Mitte fünfzig und arbeitslos geworden, machte sich Mathilde „Tilda“ Richter mit einem Schreibservice-Büro selbstständig. Nun geht ihr Hauptauftraggeber in Pension und sie braucht einen Zusatzjob. Spontan antwortet sie auf eine Anzeige der vierundachtzig Jahre alten Ruth Wellentin und wird engagiert. Als Privatsekretärin wird sie ihr beim döstädning helfen. Ausgerechnet Tilda, die überhaupt nicht damit klarkommt, in einem Monat sechzig Jahre alt zu werden. Thema und Genre In diesem Roman geht es um die Freude am Leben in jedem Alter, um persönliche Erfahrungen, die jeden Menschen prägen. Das Kernthema ist das aus Schweden kommende döstädning, das gezielte Ordnen der Dinge und das Aufräumen des Lebens. Man möchte glückliche Erinnerungen hinterlassen und nicht ein Chaos und Gerümpel, das aufwändig entsorgt werden muss. Charaktere Ruth ist eine selbstbewusste Frau, die auch mit vierundachtzig Jahren noch unangepasst ist und neugierig auf jeden neuen Tag. Im Laufe ihres Lebens hat sie einige Entscheidungen getroffen, deren Auswirkungen sie heute noch spürt, aber sie weiß auch, dass „was wäre gewesen, wenn“ keine Lösungen bringt. Tilda neigt dazu, die Dinge pessimistisch zu sehen und die Tatsache, in Kürze sechzig Jahre alt zu werden, versetzt sie in Panik. Zum Glück hat sie zwei lebensfrohe Freundinnen, die sie immer wieder in das positive Hier und Jetzt zurückholen. Handlung und Schreibstil Tilda erzählt die Geschichte chronologisch in der Ich-Form. So lässt sie uns auch an ihren Gedanken teilhaben. Der Handlungszeitraum erstreckt sich nur über einen Monat, wird jedoch durch Rückblicke in Form von Erinnerungen und Gesprächen ergänzt. Die Autorin schreibt mit leisem Humor und viel Empathie über diese zwei so unterschiedlichen Frauen, die einander spontan gegenseitig helfen, von ihren Erfahrungen geprägte, festgefahrene Denkmuster zu überwinden und neue Ansätze zu finden. Fazit Ein einfühlsamer, humorvoller Roman, den man mit Vergnügen liest, der aber auch Zeit zum Nachdenken lässt, über die Geschichte selbst und die Anregungen, die man als Leserin daraus mitnehmen kann.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Frau im besten Alter (84), stark eingespannt, sucht stundenweise verschwiegene/n Privatsekretär/in und Personal Assistant für diverse Aufgaben. Auch als Reisebegleitung. Führerschein Kl. B unverzichtbar. Sehr gute Bezahlung.“ (Zitat Seite 60)"

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Wolkenblau - Eine Liebe auf Hiddensee: Roman
Wolkenblau - Eine Liebe auf Hiddensee: Roman

Inhalt Die Hamburger Innenarchitektin Paula Hennings hat seit fünf Jahren eine feste Beziehung mit ihrem verheirateten Chef Jan. Als dieser sie mit ihrer besten Freundin betrügt, fährt sie spontan für ein Wochenende auf die Insel Hiddensee. Hier, in der gemütlichen Pension Dünenrose, will sie in Ruhe nachdenken, wie es mit ihrem Leben weitergehen soll. Doch nicht nur die Überlegungen zu ihrer beruflichen Zukunft beschäftigen sie, sondern plötzlich muss sie auch über drei Männer nachdenken: Jan, der ihr nachgereist ist und sie zurückgewinnen möchte, Simon, den schweigsamen Meeresbiologen und Martin, Simons charmanten Assistenten. Thema und Genre Ein romantischer Frauenroman, der auf der Insel Hiddensee spielt. Charaktere Paula, 36, muss ihren verheirateten Liebhaber Jan seit Jahren mit seiner Familie teilen, doch erst durch seine Untreue beginnt sie, darüber nachzudenken, was sie selbst von ihrem Leben erwartet. So zielstrebig sie in ihrem Beruf ist, so unentschlossen ist sie, sobald es um Gefühle geht, um die Frage, jemandem zu vertrauen. Daraus ergeben sich einige Missverständnisse, die sie rasch durch ein offenes Wort hätten klären können, anstatt nur den eigenen Vermutungen zu folgen. Handlung und Schreibstil Der Schreibstil passt zum Genre Unterhaltungsroman, ist leicht und flüssig zu lesen. Irgendwann nervt es allerdings, dass auf beinahe jeder Seite, teilweise sogar mehrmals, von Paulas „Friesennerz“ die Rede ist, es weiß sicher jede Leserin, dass es sich hier um die typische gelb-blaue Regenjacke handelt, die Autorin hätte also die Bezeichnung dementsprechend etwas variieren können. Ein großes Plus als Ergänzung der romantischen Handlung sind die lebhaften, sehr gut gelungenen Beschreibungen der Insel Hiddensee und ihrer Bewohner. Fazit Ein unterhaltsamer Frauenroman, eine angenehme Lektüre für einen Tag im Strandkorb oder für graue Wintertage, an denen man sich auf die Wohlfühl-Insel Hiddensee träumt.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Doch der einsame, menschenleere Strand und das wechselnde Blau des endlosen Himmels schrieben ihren eigenen Rhythmus, und aus dem geplanten Wochenende wurde mitunter eine Woche oder mehr.“ (Zitat Seite 6)"

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Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich
Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich

Inhalt Zwei Jahre vor der Rente wird der unangepasste, kritische Wirtschaftsredakteur – die Kollegen nennen ihn „Kassandra“ – freigestellt und in den Vorruhestand geschickt. Spontan beschließt er, weiterzuschreiben, diesmal in der Freiheit der eigenen Themenwahl. Ein Tagebuch soll es werden, ein Jahr lang wird er seine Gedanken und Eindrücke zu Papier bringen, als Zeitdokument, vielleicht für seine Nichte Lena, die gerade das Abitur macht und sich später, in dreißig Jahren etwa, fragen wird, wie es damals war, am Beginn des 21. Jahrhunderts. Thema und Genre Obwohl es vom Verlag so eingestuft wird, ist dieses Buch kein Roman, sondern eher eine Sammlung von Essays in Tagebuchform, mit Gedanken zur europäischen Wirtschaft, zur politischen Lage in Deutschland und in der EU, zu aktuellen Entscheidungen und ihre möglichen Auswirkungen in der Zukunft. Ein Thema ist auch die rasche und einfache Verbreitung von bewusst oder unbewusst falschen Meldungen in den sozialen Medien, von Menschen, die in erster Linie Aufmerksamkeit und Bestätigung suchen. Umsetzung Der Autor teilt das Buch in vier Kapitel ein. Die einzelnen Einträge tragen das jeweilige Datum, erfolgen chronologisch und beginnen mit dem 30.09.2017. Am 10.07.2018 erfolgt der letzte Eintrag, welcher lautet: (Fast) ein Jahr mein eigener Pausenclown, das reicht.“ (Zitat Seite 253) Der Journalist und für seine Wirtschaftsseiten bekannte Redakteur wird seinem Spitznamen „Kassandra“ durchaus gerecht. Auch er warnt vor einseitig argumentierten Entscheidungen, vor den Folgen von nicht ausreichend überdachten Handlungen und auch er sieht sich politischen Entscheidungsträgern, hier „Kanzlerin M“ und „Wirtschaftsminister Sch“, gegenüber, die diese Handlungen beschlossen haben und sie durch bewusste Falschinterpretationen auch weiterhin verteidigen. Doch er ermahnt auch sich selbst, alle Seiten zu sehen und keine Vorurteile zu pflegen. Ein besonderes Thema ist die Griechenland/Euro-Krise des Jahres 2017, die europäische Einwanderungspolitik und die verstärkten Investitionen von chinesischen Unternehmen in Europa. Der auf Grund des Buchtitels erwartete Rügen-Bezug beschränkt sich auf ein paar Tage auf Rügen, die er gemeinsam mit seinem deutsch-amerikanischen Freund Fritz Roon dort verbringt, im vierten und damit letzten Kapitel des Buches. Hier geht es auch vorrangig um persönliche Themen. Die Sprache schildert gekonnt die Gedankengänge des Tagebuchschreibers, der sich selbst, seine Mitmenschen und die Zeit, in der wir leben, mit spitzer, satirischer Feder beobachtet. An manchen Tagen ist er frustriert, verärgert, um am nächsten Tag auch seine Situation und Überlegungen mit Humor zu betrachten und zu den leisen Tönen zurückzukehren. Fazit Wer einen Roman mit Rügen-Bezug erwartet, sollte sich nicht für dieses Buch entscheiden, denn das wäre eine Enttäuschung. Wer eine sehr kritische, fundierte, freche, aber auch humorvolle wirtschaftspolitische Analyse unserer Zeit zu schätzen weiß, interessiert ist, sich mit den Hintergründen auseinanderzusetzen, bekannte Fakten vielleicht neu zu überdenken, wird dieses auch sprachlich überzeugende Buch mit Vergnügen lesen. Ich jedenfalls ging beim Lesen die gesamte Palette von „genau“ (mit heftigem Kopfnicken) über „na geh, aber wirklich nicht“ (mit Kopfschütteln) bis zu schallendem Gelächter mehrmals durch.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Der Mensch denkt, und Gott lenkt. Die zwei größten Irrtümer der Menschheit in sechs Worten, in einem Satz.“ (Zitat Seite 251)"

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Die Muse von Wien: Roman
Die Muse von Wien: Roman

Inhalt Alma Schindler, die Tochter des Landschaftsmalers Emil Jakob Schindler, Stieftochter des Malers Carl Moll, verkehrt von frühester Jugend an den Wiener Künstlerkreisen und Salons. Sie selbst liebt die Musik, vergisst beim Klavierspiel die Welt, komponiert und träumt von einer Karriere als Komponistin. Als sie siebzehn Jahre alt ist, verliebt sie sich in Gustav Klimt. Sie ist einundzwanzig Jahre alt, als sie am 7. November 1901 den Dirigenten und Komponisten Gustav Mahler kennenlernt. Sie heiratet den um neunzehn Jahre älteren Mann im März 1902, obwohl dieser von ihr verlangt, ihre eigene Musik aufzugeben und sich mit ihm gemeinsam in seiner Musik zu finden. Wird dieser schönen, selbstbewussten jungen Frau ein Leben genügen, in dem sie nur mehr die Ehefrau des berühmten Künstlers Gustav Mahler ist? Thema und Genre Im Mittelpunkt dieses Frauenromans steht Alma Mahler-Werfel, eine als Schönheit gefeierte, selbstbewusste Frau, die aus der Künstlerszene der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Wien bis New York nicht wegzudenken ist. Dieses Buch schildert die erste Hälfte ihres Lebens und ihre Ehe mit dem Komponisten Gustav Mahler. Vor allem geht es um die Stellung der Frau Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts und das rege gesellschaftliche Leben in Wien, Paris aber auch die völlig unterschiedlichen Lebensumstände in New York. Ein wichtiges Thema sind auch die neuen Strömungen in der Kunst, besonders in der Malerei, der Architektur und in der Musik. Charaktere Im Mittelpunkt der Geschichte steht Alma Mahler-Werfel, ihre Ehe in glücklichen und weniger glücklichen Tagen, ihre kindhafte Sehnsucht, geliebt, bewundert und begehrt zu werden. Da es sich bei diesem Buch um einen Roman handelt und keine Biografie, werden ihre Handlungen und Persönlichkeit etwas beschönigt dargestellt, auch die Qualität ihrer Begabung als Komponistin. Die Realität in Dokumenten, Briefen, Aufzeichnungen und Biografien zeigt ein unterschiedliches Bild. Handlung und Schreibstil Die facettenreiche Geschichte der Ehe zwischen Alma und Gustav Mahler wird ergänzt durch lebhafte Schilderungen dieser Zeit. Das Buch ist in einer flüssigen, angenehm zu lesenden Sprache geschrieben. Die personale Erzählform stellt Alma in den Mittelpunkt des Geschehens, es geht um ihre Sicht der Dinge, um ihre Gefühle, um ihr Leben. Fazit Ein Frauenroman über Alma Mahler-Werfel, eine gefeierte, schillernde Persönlichkeit der Künstlerszene rund um die Wiener Secession, Ehefrau und Muse des berühmten Komponisten Gustav Mahler. Es handelt sich um den sechsten Band der Serie „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“, voneinander unabhängige Romane, geschrieben von unterschiedlichen Autorinnen. Leserinnen dieser Serie werden auch dieses Buch gerne lesen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Ich werde die Muse des großen Gustav Mahler sein, dachte sie im Rhythmus ihrer Schritte. Ich werde ihn zu seinen schönsten Werken inspirieren und mich in ihnen wiederfinden.“ (Zitat Pos. 1907)"

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Der Attentäter: Historischer Thriller
Der Attentäter: Historischer Thriller

Inhalt Mlada Bosna ist eine serbisch-nationalistische Organisation junger bosnischer Serben, die mit allen Mitteln für ein vereinigtes Großserbien kämpfen. Auch der neunzehnjährige Gavrilo Princip und seine beiden gleichaltrigen Freunde Nedeljko und Trifko gehören zu dieser Vereinigung. Intensiv geschult und ausgebildet durch Mitglieder des serbischen Geheimbundes Schwarze Hand, bereiten sie ab März 1914 einen Anschlag auf das österreichische Thronfolgerpaar vor. Ausgerechnet am 28. Juni, dem serbischen Gedenktag an die Schlacht auf dem Amselfeld, werden Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gattin Sophie Sarajevo besuchen. Immer wieder hört Major Rudolf Markovic vom österreichischen Geheimdienst Gerüchte über ein geplantes Attentat, doch ein Thronfolger lässt sich nicht durch Gerüchte beeinflussen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt… Charaktere Die historisch bekannten Personen, aus den Seiten der geschichtlichen Datensammlungen und Sachbücher in diese dichte Handlung der letzten Woche vor dem Attentat zurückgeholt, werden für den Leser zu handelnden, fühlenden, zweifelnden Menschen. Die Schilderung der Charaktere auf Grund von Quellen und intensiver Recherche ergibt ein neues, erweitertes Bild, in dem auch die Täter nicht automatisch die Bösen sind, sondern junge Idealisten, die glauben, das Beste für Serbien zu tun. Dazwischen schieben sich Wohlfühlszenen des Thronfolgerpaares, zuerst in der Familie, dann während der Reise, die auch Herzogin Sophie sichtlich genießt. Ergänzt werden die realen Personen durch einige fiktive Charaktere, die das Gesamtbild abrunden. Handlung und Schreibstil Ein Ereignis, das bereits ob seiner geschichtlichen Tragweite in zahlreichen Biografien, Sachbüchern und Dokumentationen geschildert und im Jahr 2014 nochmals intensiv diskutiert wurde. Ein Anschlag, bei dem Tatzeit, Täter, Opfer, Tathergang und Hintergründe bekannt sind, wir Leser wissen schon vorab, was passieren wird. Dennoch entwickelt der Autor aus diesen Tatsachen eine intensive, packende, neue Geschichte. Unterschiedliche Perspektiven, eine personale Erzählweise, die abwechselnd Gavrilo Princip und die Vorbereitungen des Attentats, Erzherzog Franz Ferdinand und die Reise, sowie Rudolf Markovic und seine Recherchen in den Mittelpunkt stellt, sowie die straffen Zeitangaben mit teilweise minütlich gleichzeitigen Geschehnissen machen aus diesem Roman der Fakten, vermischt mit etwas Fiktion, ein Leseerlebnis, das man am besten mit „Geschichte lebt“ beschreiben kann. Fazit Eine überzeugende Mischung aus Biografie und Roman, welche die Tage vor dem Attentat von Sarajevo und den Anschlag selbst facettenreich, straff und spannend schildert. Interessante, genau recherchierte Hintergrundinformationen ergänzen die packend und stimmig neu erzählte Geschichte.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Ich danke Ihnen für die Besorgnis um unseren Thronfolger. Aber wegen ein paar Gerüchten können wir nicht die Reise absagen.“ (Zitat Seite 230)"

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Preiselbeertage
Preiselbeertage

Inhalt Als Jörg Bentheim, anerkannt für seine Reportagen und Fotografien, überraschend stirbt, vererbt er seinen beiden Töchtern Ariane und Jolante ein Manuskript mit dem letzten Wunsch, sie sollen es veröffentlichen. Laut Verleger handelt es sich um autobiografische Aufzeichnungen über die DDR von 1986 bis 1989. Doch diese sind nirgendwo zu finden und ihre Mutter Ina wiederholt immer wieder: „es gibt kein Manuskript“. Während Arianes Eltern und Jolante seit der Wende in Småland leben, lebt die dreißigjährige Journalistin Ariane seit elf Jahren in Leipzig, wo auch ihre Großeltern wohnen. Doch nun zieht sie zurück nach Schweden, um herauszufinden, worum es bei diesem Manuskript geht. Warum schweigt ihre Mutter so verbissen auf alle ihre Fragen? Thema und Genre In diesem Familienroman geht es um die problematische politische Situation in der DDR als Auslöser für Handlungen und Geheimnisse, die das Leben aller Beteiligten verändern. Ein wichtiges Thema ist die Beziehung zwischen Müttern und Töchtern und natürlich geht es auch um die Liebe. Charaktere Ariane würde das Verhältnis zu ihrer Mutter Ina als sehr gut, aber etwas distanziert bezeichnen, denn Ina neigt dazu, in entscheidenden Momenten zu schweigen und das Thema zu wechseln. Auch Ariane vermeidet Auseinandersetzungen, geht ihnen aus dem Weg und schweigt lieber. Sie selbst fühlt sich mit ihren dreißig immer noch als Suchende, weiß nicht genau, was sie vom Leben will, bevor sie sich entscheidet, in Schweden einen Neubeginn zu wagen. Im Gegensatz zu ihr ist Jolante offen, fröhlich und unkompliziert. Handlung und Schreibstil Die Handlung wird in zwei Zeitsträngen erzählt, die einander abwechseln. Die personale Erzählform stellt in der Jetztzeit Ariane in den Mittelpunkt, in der Vergangenheit Ina. Zeitangaben über den Kapiteln erleichtern die Zuordnung. So erfährt der Leser langsam, was wirklich gesehen ist, wobei es einige Überraschungen gibt. Dies macht die Geschichte spannend. Lebhafte Schilderungen der Landschaft und des Lebens in Småland ergänzen die Handlung. Fazit Ein spannender, unterhaltsamer Frauenroman, in dessen Mittelpunkt alte Familiengeheimnisse und Konflikte stehen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„In Schweden fühle ich mich als Deutsche und in Deutschland fühle ich mich als Schwedin. Ich möchte endlich wissen, wohin ich gehöre.“ (Zitat Seite 143)"

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1 Salat - 50 Dressings (Mängelexemplar) von Gräfe & Unzer
1 Salat - 50 Dressings (Mängelexemplar)
lacastra

Macht mehr Lust auf Salat. Zugegeben, bis jetzt war ich nicht der allzu große Freund von Salat, zu langweilig und fad im Geschmack waren mir die meisten. "1 Salat - 50 Dressings" schafft da jedoch ein wenig Abhilfe, selbst bei Salatmuffeln. Zunächst werden dem Leser die elementaren Grundzutaten eines guten Dressings nähergebracht, gefolgt von Anweisungen zum rühren und untermischen, danach sollte man schonmal bestens auf die ersten Zubereitungsversuche vorbereitet sein. Diese grundlegenden Tipps sind sinnvoll in die Klappenseiten des Buches integriert, sodass man auch bei aufgeschlagenem Rezept jederzeit darauf zurückgreifen kann und nerviges Durchblättern. Grundlegend unterscheidet das Buch zwischen Vinaigrette und cremigen Dressings, gefolgten von meinem Lieblingsteil mit Rezepten aus aller Welt. Das Zubereiten wird in wenigen Schritten anschaulich und verständlich erklärt, sodass ein gutes Gelingen nicht mehr schwer fällt. Als einer meiner Lieblinge hat sich schnell der Nudelsalat im Glas mit Tomatenvinaigrette rausgestellt. Wem Salate in der Regel zu langweilig sind und wer Lust auf ein bisschen Abwechslung und frische Ideen hat, der kann hier nichts falsch machen.

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1 Nudel - 50 Saucen
1 Nudel - 50 Saucen
lacastra

Für Freunde abwechslungsreicher Pasta. Als Nudelliebhaber kam ich an diesem Kochbuch irgendwie nicht vorbei. "1 Nudel - 50 Saucen" bietet ein breites Repertoire an Vielfalt, hier sollte jeder fündig werden (es sei denn man isst keine Nudeln). Wer noch nicht viel Ahnung vom Nudelkochen hat, der findet hier zu Beginn eine kurze Einführung mit Grundlagen über die Zubereitung, verschiedene Nudelsorten und deren Verhältnis zu bestimmten Saucen, das ist schonmal eine gute Sache. Die Rezepte decken wirklich viel ab, das Beste aus verschiedenen Ländern (zum Beispiel Thailand, Frankreich), viele Klassiker, einiges an exotischeren Rezepten, mit oder ohne Fleisch. Man hat definitiv eine Menge zum testen und durchprobieren. Dazu gewohnt schmackhafte Bilder, die direkt Appetit aus die jeweiligen Gerichte machen. Ich persönlich hätte auf die Klassiker unter den Rezepten, die sowieso jeder kennt, verzichten können und hätte mich über ein paar noch ausgefallenere Ideen gefreut, aber sonst gibts nicht viel zu nörgeln, alles ist gut verständlich erklärt und theoretisch kann ich das Buch jedem Nudelfreund empfehlen.

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Der Lehrmeister: Die Geschichte des Johann Georg Faustus II (Faustus-Serie, Band 2)
Der Lehrmeister: Die Geschichte des Johann Georg Faustus II (Faustus-Serie, Band 2)
lacastra

Wenn du dich mit dem Teufel einlässt, verändert sich nicht der Teufel... Schon das erste Buch "Der Spielmann" hat mich äußerst positiv überrascht. Erwartet hatte ich damals einen mehr oder weniger historischen Roman und mehr oder weniger bekommt man den auch, jedoch noch soviel mehr, was das Buch einzigartig macht, beispielsweise eine kleine Nuance unterschwelligen Horrors, die dem Leser stehts im Nacken sitzt, garniert mit einer Prise Fantasy (aber nie zuviel oder zu aufdringlich, es wird mehr angedeutet als ausführlich beschrieben), die wiederum gepaart mit einer großartigen Geschichte und einer überzeugenden Hauptfigur ein wunderbares Leseerlebnis ergeben. Warum ich mich so ausführlich über den Vorgänger auslasse? "Der Lehrmeister" steht dem in nichts nach, entwickelt die Figuren konsequent weiter, führt die Handlung sinnvoll fort und bringt die Geschichte zu einem befriedigenden Abschluss. Die Charaktere handeln glaubhaft und ich war stets gespannt darauf möglichst schnell weiterzulesen. Beide Bücher wirken wie aus einem Guss, an beiden Werken gibt es so gut wie nichts zu bemängeln, daher eine ganz klare Empfehlung, besonders jetzt, da man die ganze Geschichte direkt am Stück genießen kann.

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Subliminal. Das Experiment
Subliminal. Das Experiment

Inhalt Ein nächtlicher Tauchgang im Dunkel der Ostsee, ein Taucher, der etwas verbirgt und alle Spuren verwischt. Doch dies kann eine Gruppe Menschen, eine gefährliche Mischung aus Wissenschaft, Forschung und Macht nicht stoppen. Vier Jahre danach entdeckt die Investigativ-Journalistin Natascha Da Silva, der ein beängstigender Anstieg von Gewalt im Alltagsleben aufgefallen war, geheime wissenschaftliche Experimente, groß angelegte Feldversuche, die mit nichtsahnenden Probanden durchgeführt werden. Zunächst befürchtet sie, vielleicht in ihren Gedanken Realität und Phantasie zu vermengen, weil sie mit einer brisanten Story erfolgreich Karriere machen könnte. Doch rasch muss sie erkennen, dass die Realität weitaus bedrohlicher und erschreckender ist, als zunächst vermutet. Ihre Gegner sind skrupellos und gefährlich und unerklärbare Todesfälle begleiten bald ihre Recherchen. Thema und Genre Dieser Wissenschaftsthriller greift eine Reihe von brandaktuellen Themen auf, welche uns gerade beschäftigen. Es geht um wissenschaftliche Experimente an unwissenden Probanden, um technisch hochentwickelte Formen von subliminalen Reizen und totaler Beeinflussung. Es geht um neuronale Prozesse und die Philosophie des Transhumanismus. Daher ist auch die Frage nach dem ethischen Aspekt einer Forschung ohne jede Grenzen ein wichtiges Thema. „Manchmal müsse man auch Risiken eingehen, sonst gehe nichts vorwärts“, lässt der Autor es einen der Verantwortlichen definieren, und alles sei nur zum Wohle der Menschheit. Charaktere Natascha da Silva ist alleinerziehende Mutter einer Tochter und arbeitet als Journalistin bei einem Online-Nachrichtenmagazin. Als die Vorkommnisse ihre Neugierde wecken, recherchiert sie intensiv und mutig. Die einzelnen Protagonisten sind stimmig und realistisch geschildert, überraschendes Verhalten wird im Zuge der weiteren Handlung nachvollziehbar. Handlung und Schreibstil Hauptorte der Handlung sind Mallorca, München, Hamburg und die Ostsee. Die Sprache ist eine perfekte Mischung aus spannenden, rasch wechselnden Episoden, unvorhersehbaren Wendungen und den für das Verständnis erforderlichen wissenschaftlichen Erklärungen, die interessant und verständlich geschildert werden. Man erkennt beim Lesen rasch die intensive Recherchearbeit, die den detailliert aufgebauten Hintergrund für diesen Thriller ergeben hat. Die Handlung selbst wird durch einen kurzen Prolog in der Vergangenheit und einem Nachtrag sechs Monate nach den Ereignissen ergänzt. Fazit Subliminal ist ein packender, informativer Wissenschaftsthriller. Das aktuelle, vielschichtige Forschungsthema birgt Stoff und Anregungen für weitere eigene Überlegungen, „kann es sein“, „was wäre, wenn“, „was würde ich tun“. Ein Experiment unter transhumanistischen Aspekten, eine gut recherchierte, glaubhafte Handlung und stimmige Figuren ergeben einen spannenden, interessanten Pageturner.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Und warum fiel es ihr, einer kleinen Journalistin, nach drei Wochen Recherche zur Entwicklung des Verhaltens der Menschen im Lande auf, entging aber offensichtlich allen anderen?“ (Zitat Seite 137)"

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Das Versprechen des Buchhändlers: Roman
Das Versprechen des Buchhändlers: Roman

Inhalt Max Bissinger hat von seinem Vater eine Buchhandlung in Gutenstadt, eine Stunde westlich von Berlin, geerbt. 1931 lernt er zufällig die Geigerin Hanna Ginsberg kennen und sie verlieben sich. Doch ihre Zukunftspläne werden von der Realität eingeholt, denn Hitler kommt an die Macht und Hanna ist Jüdin. 1936 erhält Hanna ein Angebot eines niederländischen Sinfonieorchesters und sucht um eine Ausreiseerlaubnis an. Doch plötzlich klopft die SA an die Tür. 1946 erwacht Hanna völlig desorientiert auf einem Feld nahe Berlin, nur ihre Stradivari hat sie bei sich und ihre Liebe zur Musik bestimmt auch weiterhin ihr Leben – und ihre Sehnsucht nach Max. Thema und Genre Dieser Roman handelt von den Jahren von Hitlers Machtübernahme in Deutschland und von den Jahren des Aufbaus, die dem Ende des zweiten Weltkrieges folgen. Es geht um Religion, die Schicksale der Juden, die Probleme der Musikerinnen, in bekannten Sinfonieorchestern einen Platz zu erhalten, wo stets die männlichen Bewerber bevorzugt werden. Ein wichtiges Thema sind auch Familie, Freundschaft und Liebe. Charaktere Die Protagonisten und ihre Entscheidungen sind realistisch und stimmig. Hannas Lebensinhalt ist die Musik und ihre wertvolle Geige. Die Erinnerung an ihre große Liebe Max bestimmt ihr Leben nach dem Krieg. Max hat ein Geheimnis, das ihn immer wieder zwingt, Entscheidungen zu treffen, die er niemandem erklären kann. Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen fortlaufend und abwechselnd erzählt, wobei die Sprache flüssig und rasch zu lesen ist. In den Kapiteln, welche die Jahre 1931 bis 1936 betreffen, steht Max im Mittelpunkt. Hier wählte die Autorin die personale Erzählform. Hanna dagegen schildert ihr Leben in den Jahren 1946 bis 1959 in der Ich-Form. Jedes Kapitel trägt den entsprechenden Namen und die Jahreszahl, was die Handlung sehr übersichtlich macht. Die eigentlichen Kriegsjahre bilden nur den Hintergrund der Geschehnisse, es stehen die Menschen und ihr Schicksal im Mittelpunkt. Die gut recherchierten Fakten und der spannende Aufbau machen aus dem Stoff eine interessante Geschichte, bis plötzlich eine magisch-fiktionale Komponente auftaucht, die sich dann wie ein roter Faden durch die Handlung zieht und die für mich in diesem Genre und Zusammenhang nicht passt. Fazit Eine packende Geschichte mit zeitgeschichtlichem Hintergrund, die durch eine überraschende Wendung zwischen Sci-Fi und Fantasy in den Bereich Unterhaltungsliteratur abgleitet. Eine Empfehlung sicher für jüngere Leserinnen, die romantische Frauenromane mit Tiefgang bevorzugen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Doch wenn sie in seinem Laden spielte, fühlte es sich so an, als gäbe sie ein Konzert nur für ihn.“ (Zitat Seite 157)"

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Geschichten zur Weihnachtszeit von Langen/Müller
Geschichten zur Weihnachtszeit

Inhalt und Thema Die bekannte Autorin und Nobelpreisträgerin öffnet dem Leser mit diesen zwölf Geschichten eine Welt der alten nordischen Sagen und Legenden rund um Weihnachten. Es geht um das Bewahren der Traditionen ihrer Heimat für spätere Generationen, um Geborgenheit, Glaube, Mitgefühl, Religion, aber auch um Schuld und Sühne. Schon in der ersten Geschichte, „Der Weihnachtsgast“, treffen wir Figuren aus ihrem Roman Gösta Berling wieder, eine andere Geschichte erklärt den Luciatag und die sehr poetische Geschichte „Die Legende von der Christrose“ handelt von einem besonderen Garten, der nur in der Weihnachtsnacht mitten im Wald zu sehen ist. Alle Geschichten haben einen christlich-religiösen Bezug. Fazit Eine Sammlung von besinnlichen Geschichten, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden sind und die sprachlich und inhaltlich diese Zeit für den Leser fühlbar und erlebbar machen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Und siehe, wie er nun an der Stelle vorbeikam, wo er die kahlen Wurzelknollen eingepflanzt hatte, da sah er, daß üppige grüne Stengel daraus emporgesproßt waren, die schöne Blumen mit silberweißen Blüten trugen.“ (Zitat Seite 104)"

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Vierundzwanzig Türen: Roman
Vierundzwanzig Türen: Roman

Inhalt In der Vorweihnachtszeit eines modernen Haushalts mit zwei Töchtern im Teenageralter versucht der Erzähler, etwas von der besinnlichen Ruhe der Weihnachten seiner Kinderzeit in die Gegenwart zu bringen. Genau dies passiert, als seine Frau Stacy einen Adventskalender mit ungewöhnlichen Zeichnungen nach Hause bringt, den ihr ein alter Mann geschenkt hatte. Die Bilder erzählen eine Geschichte von Weihnachten in der frühen Nachkriegszeit, als der Handel auf dem Schwarzmarkt für viele Menschen der einzige Weg war zu überleben. Thema und Genre In diesem Roman geht es um Weihnachten einst und heute, um Hilfsbereitschaft und Familie. Handlung und Schreibstil Der Autor erzählt abwechselnd zwei Geschichten, die parallel in zwei unterschiedlichen Zeiten stattfinden. Einerseits berichtet der Ich-Erzähler der Gegenwart von den Alltagserlebnissen, die in unserer Zeit untrennbar mit der Vorweihnachtszeit verbunden sind. Das tägliche Öffnen des Türchens auf dem Adventskalender öffnet in ihm jedoch auch eine Erinnerung an die Weihnachten seiner Kindheit in den fünfziger Jahren, die er seiner Familie schildert. Gleichzeitig erzählen diese Bilder die Geschichte von drei jungen Männern, die sich durch den Diebstahl von zwei Gemälden und Eintausch auf dem Schwarzmarkt Heizmaterial und Lebensmittel für das kommende Weihnachtsfest finanzieren wollen. Gekonnt verbindet er diese Geschichten zu einem weihnachtlichen Ganzen. Ich schätze den Autor für seine poetische, wunderbar schildernde Sprache, die auch diesen Roman zu einem Lesevergnügen macht. Fazit Eine poetische Weihnachtsgeschichte, verbunden durch Erinnerungen, Hoffnung und den Zauber dieser besonderen Zeit.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Vielleicht lag es an der klaren, klirrenden Kälte dieses Morgens, dessen Licht rosig durch die Dämmerung brach und die Baumschatten als Hieroglyphenschrift auf mich zufallen ließ, daß bestimmte Momente meiner Kindheit in mir wach wurden.“ (Zitat Seite 22)"

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Die Frauen von Skagen von Rowohlt Tb.
Die Frauen von Skagen

Inhalt 1887 ist Marie Triepke zwanzig Jahre alt und will unbedingt Malerin werden. Schließlich stimmen die Eltern zu. 1888 reist Marie mit ihrer gleichaltrigen Gesellschafterin Asta nach Paris, wo sie den Maler Peder Severin „Søren“ Krøyer wiedersieht, den sie 1889 heiratet. 1891 ziehen sie nach Skagen, eine Künstlerkolonie am Meer. Wird Marie, inzwischen Mutter, nun endlich wieder malen können? 2018 ist Vibeke Weber zweiundzwanzig Jahre alt und nach einem abgeschlossenen Management-Studium soll sie die Farbenfabrik ihres Vaters übernehmen. Doch sie will endlich Malerei studieren. Auf den Spuren der Malerin Marie Krøyer reist sie mit ihrer Mutter nach Skagen, verliebt sich sofort in das besondere, strahlende Licht und wird an der dortigen Kunstschule aufgenommen. Neben dem Studium arbeitet sie im Skagens Kavehus, wo ein unsigniertes Bild hängt, das die Familie Krøyer zeigt. Hat sie ein bisher unbekanntes Bild von Marie Krøyer entdeckt? Thema und Genre Dieser Roman handelt von der berühmten dänischen Künstlerkolonie in Skagen, wo sich im späten 19. Jahrhundert Künstler trafen, die ihren eigenen Stil der realistisch-naturalistischen Freiluftmalerei entwickelten, der später auch vom französischen Impressionismus beeinflusst wurde. Ein wichtiges Thema sind die Schwierigkeiten und Probleme, die Frauen auf ihrem Weg als Künstlerin überwinden müssen. Es geht auch um Freundschaft, Familie und Liebe. Charaktere Marie, Tochter aus gutem Hause, will kein gesellschaftlich bequemes Leben führen, sie will die Kunst zu ihrem Beruf machen. Von ihrer Ehe mit dem erfolgreichen, deutlich älteren Søren Krøyer erhofft sie sich Inspiration, Unterstützung und Freiheit. Asta, aus armen Verhältnissen, ist auf den Verdienst als Maries Gesellschafterin angewiesen und manipuliert diese. Obwohl Vibeke eine moderne junge Frau des 21. Jahrhunderts ist, fehlt ihr die Sicherheit, ihre eigenen Wünsche konsequent durchzusetzen, weder gegenüber ihrem Vater, noch gegenüber einem aufdringlichen Mitstudenten. Dies dient sicher der Handlung, ist aber nicht immer stimmig. Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird abwechselnd auf zwei Ebenen erzählt, das Leben von Marie Krøyer zwischen 1883 und 1940, und Vibekes Erlebnisse in Skagen 2018. Großartig sind die lebendigen Schilderungen des Lebens der bekannten dänischen Künstler in Skagen, gekonnt verbindet die Autorin die bekannten Fakten mit der fiktiven Geschichte ihres Romans. Für die Charaktere hätte ich mir mehr Stärke gewünscht, die starken, intensiven Bilder von Marie Krøyer passen für mich nicht ganz zum Bild, das die Autorin von ihr zeigt. Fazit Ein interessanter Roman über das Leben der bekannten dänischen Skagen-Maler. Sehr gut recherchiert, lässt er die Künstlerkolonie lebendig werden und macht Lust, sich näher mit dieser Künstlergruppe zu beschäftigen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Mir ist, als könnte das Licht jedes Geheimnis aufdecken. Ja, als wäre es gar nicht möglich, in Skagen Geheimnisse zu haben.“ (Zitat Seite 77)"

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Das NEINhorn von Carlsen Verlag
Das NEINhorn
Gebundene Ausgabe
Das Haus der vergessenen Bücher
Das Haus der vergessenen Bücher
Denunziation: Erzählungen aus Nordkorea von Piper Taschenbuch
Denunziation: Erzählungen aus Nordkorea
von Bandi
Taschenbuch
Weihnachtshaus
Weihnachtshaus

Inhalt Vor drei Jahren, am 6. Dezember, hatten sie das Café Lilli eröffnet. Lilli, die ihre Tochter Claire alleine großgezogen hat und die Ich-Erzählerin, deren Ehemann Clemens vor einigen Jahren plötzlich verstorben ist und die nun alleine für ihre beiden Kinder Luis und Elsa sorgt. Sie haben einen gemeinsamen Traum: ein altes, verfallenes Haus im Odenwald, das sie vor Jahren gekauft haben und dort wollen sie irgendwann alle gemeinsam Weihnachten feiern. Noch steht das Haus ohne Dach und ohne Fenster da. Doch in diesem Advent bringt Lillis Vater einen Gast mit ins Café, den Amerikaner Bill. Gerade wieder ruhten die Arbeiten am Haus, Kälte und Bodenfrost. „There’s gotta be a way, Lilli“, sagt Bill, er werde sich um das Haus kümmern. Thema und Genre In dieser Geschichte geht es um die bedingungslose Freundschaft zwischen zwei Frauen, um Trauer und Verlust, um Familie und Kinder. Weihnachten ist hier das Symbol für Aufbruch, Träume und Ziele. Charaktere Die Ich-Erzählerin, Mutter von zwei Kindern, vermisst ihren früh verstorbenen Ehemann Clemens auch noch nach Jahren. Sie hat Schwierigkeiten, seinen Tod zu akzeptieren. Verlust und Trauer sind ihre Hauptthemen. Das alte Haus im Odenwald bedeutet Hoffnung für sie. Lilli ist die Seele des Cafés und sorgt dafür, dass sich ihre Freundin nicht zu sehr vor dem Leben verschließt. Handlung und Schreibstil Die Geschichte spielt in der Adventszeit und wird durch Rückblicke in Form von Erinnerungen ergänzt. Inhaltlich lässt sie sich mit einem Tagebuch vergleichen, in dem die Ich-Erzählerin die kleinen täglichen Erlebnisse aufschreibt, ihre Erinnerungen und die Sehnsucht nach ihrem verstorbenen Mann Clemens. Die Sprache ist etwas atemlos, man muss sich daran gewöhnen, sie zieht die Leser voran, obwohl man sich lieber Zeit nehmen möchte, die Sätze zu genießen. Fazit Das Weihnachtshaus steht für einen Zukunftstraum, ist ein Symbol für Freundschaft, Hoffnung und dafür, dass das Leben auch nach einem schweren Verlust weitergeht. Auch wenn die Handlung vorwiegend im Advent spielt, ist es in meinen Augen genau genommen ein poetisches Tagebuch einer Ich-Erzählerin und keine Weihnachtsgeschichte.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Lilli hat damals gesagt, Weihnachten kann nichts dafür, dass alles so gekommen ist, die Kinder können auch nichts dafür, also lass uns feiern, lass uns Weihnachten feiern.“ (Zitat Seite 53)"

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The Ice: Der Kampf um den Nordpol hat begonnen - Thriller
The Ice: Der Kampf um den Nordpol hat begonnen - Thriller

Inhalt Der 1. November 2018, Allerheiligen, auf dem Nordpol. Anna Aune, die ehemalige Elitesoldatin, und der 73-jährigen Wissenschaftler Prof. Daniel Zakariassen sind mit ihrem Luftkissenboot Salvabaa unterwegs, um wichtige Messungen und Untersuchungen der Auswirkungen der Erderwärmung durchzuführen. Plötzlich leuchtet der Himmel rot, ein Notsignal von der nahe gelegenen chinesischen Forschungsstation Eisdrache. Das Wissenschaftlerteam wurde brutal ermordet, doch es gibt zwei Überlebende. Müssen Anna und Daniel nicht nur gegen den tobenden, gefährlichen Schneesturm und die eisige Kälte ankämpfen, sondern auch gegen zwei Mörder? Thema und Genre In diesem packenden Thriller geht es um die gewaltigen Ressourcen von unschätzbarem Wert, die noch unter dem Eis des Nordpols ruhen und um den streng geheimen, rücksichtslosen Kampf der Großmächte, die ihren Anspruch auf den Nordpol ausweiten wollen. Charaktere Anna Aune hat nach einem einschneidenden Erlebnis bewusst die Rolle der Soldatin hinter sich gelassen, doch in Gefahrensituationen wird sie automatisch wieder zur Elitekämpferin. Flashbacks lassen diese sympathische Protagonistin kaum zur Ruhe kommen, doch ihr Überlebenswille ist stärker. Alle Charaktere sind interessant und facettenreich geschildert, sehr gut beschrieben ist auch die unterschiedliche chinesische Mentalität. Handlung und Schreibstil Die aktuelle Handlung auf dem Nordpol findet innerhalb von nur zwei Tagen statt, was sie noch spannender macht. Parallel dazu schildern ebenso packende Rückblenden den letzten Syrien-Einsatz von Anna gegen den IS. Der straffe Schreibstil passt perfekt zu diesem Thriller, die Actionszenen werden durch interessante, lebendige Schilderungen des Nordpolgebietes mit heftigen, extrem kalten Schneestürmen, der wissenschaftlichen Forschungen, aber auch der menschlichen Konfliktsituationen ergänzt. Fazit Ein packender Thriller, der unter extremen Bedingungen auf dem Nordpol spielt und eine lange Lesenacht garantiert, denn aus der Hand legen kann man diesen Pageturner nicht.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Obwohl Anna nichts entdeckte, hatte sie das starke Gefühl, dass die Gefahr noch nicht gebannt war. Irgendwann würde sie ausgehend von dem, was sie sah, eine Entscheidung treffen müssen.“ (Zitat Seite 129)"

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Der Wolf am Fenster: Eine Weihnachtsgeschichte
Der Wolf am Fenster: Eine Weihnachtsgeschichte

Inhalt Bald ist Weihnachten und Lindsay Griffin, eine New Yorker Journalistin, hofft auf einen Antrag ihres Freundes Dan Newman. Doch der junge, erfolgreiche Anwalt hat völlig andere Zukunftspläne. Lindsay benötigt dringend Ruhe und Zeit zum Nachdenken und bucht spontan eine einfache, einsame Blockhütte bei West Yellowstone. Am Morgen ihres ersten Tages in der Wildnis trifft sie auf einen großen, schwarzen Wolf, der ihre Hilfe braucht. Brian Johnson, ein Ranger des Forrest Service, hatte ihr am Vortag die Cabin und die Umgebung erklärt, wo es eine alte Rangerstation mit einem Funkgerät für Notfälle gibt. Genau das braucht sie jetzt. Thema und Genre In dieser magischen Weihnachtsgeschichte geht es um das Leben in der Natur und vor allem um Wölfe, ihr Verhalten und das teilweise Unverständnis der Menschen. Natürlich ist auch die Liebe ein Thema. Charaktere Lindsay muss gerade ihre Zukunft neu planen, sie ist enttäuscht, traurig, aber dennoch positiv und nicht verbittert. Rasch hat sie ihre Angst vor Wölfen überwunden und wird sofort aktiv, als sie die Situation erkennt. Der Wolf wiederum hat gute Gründe, die Menschen zu meiden. Sein feiner Geruchssinn unterscheidet sofort zwischen dunkel, das bedeutet böse, und hell. Lindsay riecht für ihn hell. Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln abwechselnd erzählt, einerseits die Geschichte von Lindsay und Brian und andererseits die Geschichte des jungen Wolfes. Weitere Details erfährt der Leser durch Rückblicke in Form von Erinnerungen der einzelnen Protagonisten. Die Handlung selbst dauert nur wenige Tage. Fazit Eine magische, leise Weihnachtsgeschichte für verträumte Lesestunden.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Beaver Creek Cabin, südlich von Bozeman, nahe West Yellowstone. Nur mit dem Schneemobil erreichbar. Erbaut um 1900. Ofen, Bett, Matratze, Tisch, Stuhl. Kein Strom oder Wasser. Sehr rustikal. (Zitat Seite 59)"

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Das Gedächtnis von Babel / Die Spiegelreisende Bd.3 von Insel Verlag
Das Gedächtnis von Babel / Die Spiegelreisende Bd.3
lacastra

Zugegeben, ich dachte zunächst, mit diesem Band wäre die Trilogie bereits abgeschlossen, aber als ich am Ende von Teil drei dann doch nochmal ungläubig gegoogelt habe, sah ich dass bereits ein vierter Band geschrieben ist. Auch dieser Teil überzeugt, gleich den beiden Vorgängern, wieder mit den gewohnten Stärken der vorangeganden Bände, nämlich einer dichten Handlung, einer toll entworfenen Welt (die weitestgehend auf Fantasyklischees verzichtet und sich mal was Neues traut) und gut beschriebenen Charakteren, deren Handeln man nachvollziehen kann. Es knüpft so ziemlich nathlos an Teil zwei an, deswegen sollte man defintiv die Vorgänger bereits gelesen haben...und wer das getan hat, der kauft mit großer Wahrscheinlichkeit sowieso Teil drei. Gleichzeitig bietet es neue Charaktere und neue Entdeckungen. Auch optisch ist das Buch ein Highlight, bei dessen Covergestaltung sich Mühe gegeben wurde. Außerdem wurde auf einen lästigen Schutzumschlag verzichtet.

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DRAUSSEN: Thriller
DRAUSSEN: Thriller
sbbsnl

Inhalt: Ein junges Mädchen wird im Wald fast zu Tode geprügelt und kann nur mit Mühe fliehen. Sie hat das Leben im Wald mit ihrem Bruder und „Ziehvater“ Stephan satt, aber weiß nicht welche finsteren Menschen hinter ihnen her sind und auch nicht warum. Es geht um mysteriöse Machenschaften, Machtübernahmen und Mord. Und um das Überleben mit Nichts in der Natur, immer mit der Gefahr und der Angst vor dem/den Bösen im Nacken… Autoren: Volker Klüpfel und Michael Kobr sind ein Autorenduo, das durch die Kluftinger Krimis bekannt wurden. Die Reihe um den Kommissar Kluftinger erfreut sich größter Beliebtheit. Dieses Buch allerdings ist der erste Thriller, der beiden Erfolgsautoren. Schreibstil: Eine große Überraschung für mich ist der doch sehr gute und entspannte Schreibstil der beiden Autoren. Entspannt, weil außerordentlich gut lesbar, nichts zu Kompliziertes oder Verwirrendes, was die Sprache oder die Kapitel angeht. Gut, weil man sofort drin ist in der Story, die Haupt- und Nebenpersonen detailliert und exakt beschrieben werden, so dass man gleich eine gute Vorstellung bekommt. Spannung: Die Spannung wird von Klüpfel und Kobr durch viele verschiedene Haupt – und Nebenschauplätze erzeugt. Diese haben jeweils ganz unterschiedliche Geschichten und verschiedene Protagonisten, das alles hängt zunächst vermeintlich nicht zusammen, aber eben dadurch entsteht die Spannung. Auch durch die vielen Szenen, die im dunklen Wald spielen und die doch oft sehr genau beschriebenen Gefahrensituationen bleibt man als Leser gerne und gespannt dabei. Fazit: Tja, mein Fazit ist gar nicht so leicht zusammen zu fassen. Es ist ein gutes, aber auch ungewöhnliches Buch. Da ich die Autoren vorher gar nicht kannte, bin ich positiv überrascht von dem flüssigen und für mich sehr angenehmen Schreibstil. Es hat Spaß gemacht, diese Geschichte zu verfolgen und es hat mich auch von Anfang an gepackt und ich habe mich immer aufs Weiterlesen gefreut. Allerdings ist die Story schon manchmal etwas sehr „crazy“, ich weiß nicht wie ich es anders beschreiben soll, man darf hier auch wirklich nicht zu viel verraten, sonst nimmt das anderen die schöne Spannung, finde ich. Mir war es am Anfang etwas viel Wald, Überlebenstraining und Nahrungssuche, je länger ich gelesen habe, umso mehr haben mir die anderen Personen gefallen, die noch im Buch auftauchen. Diese verschiedenen Handlungsstränge und wie die Personen im Hintergrund agieren, haben das Buch für mich wirklich spannend gemacht. Worauf es hinauslaufen soll, worum es überhaupt geht – das alles stellt sich erst relativ spät heraus und das macht es gut, aber auch gleichzeitig ein bisschen verwirrend. Mir hat’s gefallen, gut sogar. Ich würde mich auf einen weiteren Thriller der Autoren freuen und gebe gerne 4 Sterne. Für 5 Sterne ist die Geschichte einfach zu weit weg, von dem was ich sonst so lese. Die Thematik trifft nicht so 100% meinen Thriller-Geschmack. Aber ein tolles Debüt von Klüpfel & Kobr in meinem Lieblingsgenre ist es auf jeden Fall und ich kann das Buch sehr guten Gewissens weiterempfehlen…

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Ein ungewöhnliches, aber gelungenes Thriller-Debüt, der Kluftinger-Autoren…“"

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Die Weihnachtsgeschwister: Roman
Die Weihnachtsgeschwister: Roman

Inhalt Wie alle Jahre fahren die Geschwister Tamara, Elisabeth und Ingmar mit ihren Partnern und Kindern zu ihren Eltern, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Wie alle Jahre endet schon das erste Treffen am Abend des 23. Dezember in unerfreulichen Diskussionen und Streit. Besonders Tamara benimmt sich auch beim Frühstück im Hotel am nächsten Morgen eigenartig und auch über den Ablauf der Bescherung am Abend gibt es unterschiedliche Meinungen. So machen sich Tamara, Elisabeth und Ingmar ohne ihre Familien auf den Weg zum Haus ihrer Eltern, um in einem gemeinsamen Gespräch zu versuchen, Lösungen zu finden, wie früher. Doch als sie klingeln, öffnet niemand. Die Eltern sind verschwunden und das wenige Stunden von der geplanten Weihnachtsfeier im Familienkreis. Thema In diesem Roman geht es um Familie, um die unterschiedlichen Wege, die Geschwister gehen, wenn sie erwachsen sind. Ein wichtiges Thema sind die Konflikte, die aus dem gesellschaftlichen Zwang von weihnachtlichen Familienfeiern entstehen. Charaktere Tamara, Elisabeth und Ingmar sind Geschwister, die sich als Erwachsene voneinander entfernt haben. Die Enttäuschung darüber führt zu Streit, in den auch die jeweiligen Partner und Kinder mit einbezogen werden. Es sind Figuren von nervig bis unangenehm, die sich familiär verpflichtet fühlen, das Fest gemeinsam zu feiern. Besonders Tamara ist eine zutiefst unsympathische Protagonistin. Vielleicht müsste man Geschwister haben, um diese Geschichte besser nachvollziehen zu können, aber eine Schwester wie Tamara, danke nein. Handlung Der Handlungszeitraum umfasst nur zwei Tage, den 23. und 24. Dezember. Rückblenden und Kindheitserinnerungen ergänzen die aktuellen Ereignisse. Der Roman ist in insgesamt sieben Kapitel eingeteilt und die Autorin wählt die personale Erzählform, wobei sie die Sichtweise öfter wechselt. Fazit Die „magische Botschaft“, von der auf dem Klappentext die Rede ist, konnte ich in diesem Roman nicht finden. Wenn man es sich mit einer stimmungsvollen Lektüre für die Vorweihnachtszeit gemütlich machen will, ist dieses Buch die falsche Wahl.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Warum mussten sie eigentlich jedes Jahr alle zusammen Weihnachten feiern? Es war doch schon von vornherein klar, dass es wieder schiefgehen würde.“ (Zitat Seite 25)"

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Das Mädchen an der Grenze: Roman
Das Mädchen an der Grenze: Roman

Inhalt Ein altes Zollhaus an der österreichischen Grenze, auf der anderen Seite die Tschechoslowakei. Dort wächst Malina mit ihren Eltern und ihren beiden Schwestern auf. Zum Spielen hatten sie die freie Natur, nur der Grenze durften sie nie zu nahe kommen. Manchmal zerwackelt die Gegenwart um Malina, sie sieht und spürt Dinge und dieses Anderssein macht sie auch in der Familie zu einer Fremden. Nur der Vater versucht, sie zu verstehen und für sie da zu sein. Thema und Genre In diesem Roman geht es um Grenzen, um reale und symbolische, metaphorische, sowie deren mögliche Überwindung. Auch unterschiedliche philosophische Sichtweisen spielen eine wichtige Rolle. Charaktere Die Hauptprotagonistin Malina ist ein besonderes Mädchen. Sie ist phantasievoll und überschreitet nicht nur die reale Grenze zwischen West und Ost, sondern es verschieben sich auch die Grenzen ihrer Wahrnehmung zwischen Wirklichkeit und philosophisch-metaphysischer Parallelwelt. Handlung und Schreibstil Der Roman ist in vier Teile gegliedert, diese wiederum in Kapitel. Erzählt wird die Geschichte großteils von Malina. Die Ereignisse finden im Jahr 1989 statt, dem Jahr der Öffnung der Grenzen, was in die Geschichte einfließt. Doch auch die Zeit verwischt sich in diesem Roman zwischen mehreren Ebenen. Die Zeit, die Malina in der Klinik verbringt, scheint sich über das Jetzt von Raum und Zeit auszuweiten, grenzenlos. Ähnlich ausufernd ist auch die Sprache. Fazit Ich wollte dieses Buch lesen, da es die Kindheit von Malina, Protagonisten auch im Roman „Großmutters Haus“, schildert. Beides sind eigenständige Romane und die Reihenfolge spielt daher keine Rolle. Dieses Buch hier ist eine magische, philosophische Geschichte zwischen kindlich und surreal. An manchen Stellen war mir die Fülle der Gedanken, Dichte, Wortschöpfungen zu viel und ich habe den Esprit von „Großmutters Haus“ vermisst.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Den allerwenigsten gelingt es, freizukommen. Die meisten sind einfach nur sie selbst, bleiben ein Leben lang in sich gefangen.“ (Zitat Seite 67)"

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Book Love
Book Love
Gebundene Ausgabe

Genre, theme and content Illustrations and relating texts for every minute, day and situation in the life of a book addict. Humorous, funny comics to make a bookworm laugh aloud with pleasure, smiling and nodding in agreement. Debbie Tung perfectly understands the everyday problems of bibliophiles and how it feels to be one. Conclusion A perfect gift for booklovers, for bibliophiles knowing the meaning of “SUB” and owning some of it. A book to flip through, read and enjoy time and again.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"“How to spot a Bookworm – Saying they’ll just have a quick browse but come our looking like they bought a whole shelf.” (Quotation page 106, 107)"

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Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse: Roman (insel taschenbuch)
Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse: Roman (insel taschenbuch)

Inhalt Mehr als fünfundzwanzig Jahre lang hat Sara das Riverside Bookshop geführt, nach ihrem Tod erbt es ihre Nichte Charlotte. Doch Charlotte, nach nur wenigen glücklichen Ehejahren plötzlich eine junge Witwe, hat in Schweden ihr eigenes Kosmetik-Unternehmen erfolgreich aufgebaut und so fliegt sie nur nach London, um das Haus samt Buchhandlung so rasch wie möglich zu verkaufen. Diese gemütliche alte Buchhandlung, die beiden engagierten Mitarbeiterinnen und der eigenwillige Kater Tennyson üben sofort eine besondere Anziehungskraft auf Charlotte aus. Auch der verstorbenen Tante Sara fühlt sie sich in dieser Umgebung eigenartig verbunden, obwohl sie diese nie kennengelernt hat, weil ihre Mutter nie über ihre Schwester gesprochen hat. Wird es ihr gelingen, die stark verschuldete Buchhandlung zu retten und vor allem, will sie es überhaupt versuchen? Thema und Genre In diesem Wohlfühlroman geht es um eine kleine Buchhandlung in London, um Verlust, Freundschaft, Vertrauen, Familie, ein Familiengeheimnis und Chancen auf einen Neubeginn. Natürlich ist auch die Liebe in unterschiedlichen Facetten ein Thema, und vor allem Literatur und Bücher. Charaktere Charlotte Rydberg ist jung, kinderlos und hat den plötzlichen Unfalltod ihres Ehemannes Alex vor einem Jahr noch nicht verarbeitet. Sie ist eine engagierte, erfolgreiche Geschäftsfrau. Dennoch agiert sie immer wieder zögerlich und hält wichtige Fakten vor ihren Angestellten geheim, was wiederum zu Missverständnissen führt. Ihre Selbstzweifel bringen Spannung in die Geschichte, passen aber nicht ganz ins Bild der cleveren Unternehmerin. Sam und Martinique, das Team der Buchhandlung, sind sehr sympathische, in ihrer eigenwilligen Art stimmige Charaktere. Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Die aktuelle Handlung spielt in der Jetztzeit in London und betrifft die Situation der Buchhandlung, als Charlotte diese erbt. Sie beginnt Ende August und endet Anfang November. Der zweite Teil betrifft die Charlotte unbekannte Vergangenheit und beschreibt die Jugendjahre von Sara und Kristina, Charlottes Mutter. Beide Handlungsstränge werden abwechselnd in kurzen Kapiteln erzählt, durch Zeitangaben als Kapitelüberschrift ist die Zuordnung einfach. Der Schreibstil ist dem Genre angepasst, angenehm zu lesen und mischt gekonnt Spannung und interessante Beschreibungen. Fazit Ein Wohlfühlroman für entspannte, vergnügte Lesestunden zum Träumen und Abschalten. London als Ort der Handlung ist detailliert und lebendig beschrieben und das Riverside Bookshop möchte man beim Lesen sofort besuchen. Sicher auch ein willkommenes Geschenk für Leserinnen, die gerne Romane über Bücher, Literatur und Buchhandlungen lesen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Alles kam ihr seltsam vertraut vor. Gleichzeitig schien es ihr, als wäre sie hundert Jahre in der Zeit zurückgereist.“ (Zitat Seite 28)"

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Der sprechende Pelz: Eine Weihnachtsgeschichte (1, Band 1) von Independently published
Der sprechende Pelz: Eine Weihnachtsgeschichte (1, Band 1)
Taschenbuch
Evita
Großmutters Haus: Roman
Großmutters Haus: Roman

Inhalt Bücher haben Malina schon immer fasziniert und ihre Berufswahl beeinflusst. Sie war vom Land in die Stadt gezogen, wo sie ein unabhängiges, zurückgezogenes Leben führt. Geld verdient sie mit einer Teilzeitstelle in einer Bücherei, gleichzeitig studiert sie Germanistik und Literaturwissenschaft. Eines Tages erhält sie ein Paket von ihrer Großmutter. Im wahrsten Sinne von der Familie totgeschwiegen, lebt diese, und dies aktiv, lebensfroh und sehr eigenwillig. Malina zieht ihren Urlaub vor und fährt zu der alten Dame, Kristyna-Oma nennt sie sie und hat viele Fragen, an die Oma und an das Universum. Wird sie Antworten finden? Thema In diesem Roman geht es um eine besondere Beziehung zwischen Enkelin und Großmutter, um Familie und Lebensfreude, um Liebe, Freiheit und die Suche nach dem persönlichen Platz im Leben. Charaktere Kristyna lebt in einem alten Haus auf dem Land, irgendwo am Waldrand. Alter ist kein Thema für sie, sie hat ihr Leben immer bunt und nach eigenen Vorstellungen gelebt und dies tut sie auch jetzt noch. Malina hat ein Verhältnis mit einem älteren, verheirateten Mann und hat vor, diese Beziehung, die im Grunde keine echte Beziehung ist, zu beenden. Die erste Antwort auf ihre Frage über den Sinn des Lebens, die sie ihrer Großmutter stellt, ist ein Joint, eine spezielle Kräutermischung, hergestellt von ihrer Oma. Es warten noch einige Überraschungen auf Malena. Handlung Die Geschichte erstreckt sich über einen Zeitraum von etwas mehr als zwei Wochen, denn genau zwei Wochen Urlaub hat Malena für den Besuch bei ihrer Großmutter zur Verfügung. Ergänzt durch wenige, erklärende Rückblenden, spielt die Handlung in der Gegenwart, erzählt von Malena in der Ich-Form. Im Mittelpunkt stehen die Gespräche zwischen Enkelin und Großmutter, der ruhige Tagesablauf in Verbindung mit dem Leben in der Natur. Malena fragt nicht nur, sie beobachtet auch und manche Ereignisse haben etwas Magisches. Es ist ein poetisches Buch, erzählt in einer lebendigen Sprache. Man liest die Freude des Autors an Sprachspielereien, die sie seine Schilderungen noch bunter und lebhafter gestalten. Fazit Eine poetische, magische und gleichzeitig einfache Geschichte um die Suche nach dem Sinn des Lebens, bunt und üppig erzählt in einer lebhaft-beschreibenden Sprache. Ein Buch für Menschen, die beim Lesen des folgenden Satzes sofort das entsprechende Bild vor Augen haben und jedes einzelne Wort genießen: „Das Auto parkte hinter den Holunderstauden und in der eigenen Staubwolke, die sich zeitverzögert herangewälzt hatte, den Wagen verschlang und nach und nach erst freigab, indem sie, müde und seiner überdrüssig, zu Boden sank.“ (Zitat Seite 149).

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„In Großmutters Haus würde ich diese Tür klar vor mir sehen, wissen, dass dahinter die Antworten auf all meine Fragen, auch die noch ungestellten, lägen. Und nichts weiter wäre zu tun, als hindurch zu spazieren, um hinter dieser Tür lächelnd zu erkennen, dass keine einzige Frage mehr nötig war.“ (Zitat Seite 20)"

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Der unsichtbare Roman
Der unsichtbare Roman

Inhalt Gustav Meyrink, der bekannte Autor des „Golem“, braucht dringend einen neuen erfolgreichen Roman, um seinen aufwändigen Lebensstil weiterhin finanzieren zu können. Demnächst wird er fünfzig Jahre alt und es fehlen ihm die Ideen für einen neuen Stoff. Als er 1917 vom Auswärtigen Amt in Berlin angefragt wird, ob er eine Auftragsarbeit schreiben will, stimmt er nach kurzem Überlegen zu. Allerdings muss der neue Roman beweisen, dass die Freimaurer am Ausbruch des Ersten Weltkriegs schuld sind. Hier beginnt das Problem für Meyrink, denn trotz der umfangreichen Unterlagen, die er aus Berlin erhält, hat er keine Idee, wie er dies umsetzen soll und er will dieses Buch auch nicht schreiben. Thema und Genre Dieser biografische Roman schildert eine spannende Episode im Leben des Schriftstellers Gustav Meyrink. Der Autor verknüpft gekonnt Fakten mit der Geschichte und Handlung, die er in seinem Buch erzählt. Charaktere Der Schriftsteller Gustav Meyrink, Mitglied in mehreren okkulten Geheimbünden, ist ein unpolitischer Mensch, obwohl er natürlich informiert ist und ein guter Beobachter. Er braucht das Honorar, das ihm von Berlin angeboten wird und geht eine Verpflichtung ein, als er den Vorschuss gegen sein besseres Wissen annimmt. Er kämpft mit dem eigenen Gewissen und dies führt zu einer Schreibblockade. Der Autor hält sich bei der Schilderung des Hauptprotagonisten an die bekannten biografischen Tatsachen, die er in die Problematik seines Romans einbaut. Handlung und Schreibstil Die Handlung erstreckt sich über einen kurzen Zeitraum 1917/1918, und wird durch Rückblenden ergänzt, welche vergangene Ereignisse im Leben Meyrinks schildern, sodass sich für den Leser aus dem Roman auch eine Biografie des Schriftstellers ergibt. Geschrieben in der personalen Erzählperspektive mit Fokus auf den Hauptprotagonisten Meyrink, wechseln die Erinnerungen in die Ich-Form. Ergänzt wird die Handlung durch sachliche Recherchenotizen, welche einzelne Fakten belegen. Der Roman mischt gekonnt Tatsachen mit Fiktion und als Leser fühlt man sich mitten in den Ereignissen, spürt die Zerrissenheit Meyrinks, aber auch seine humorvoll-kritische Art, das Leben, auch sein eigenes, zu sehen. Genial ist die Lösung, die der Autor als Meyrinks Idee für die Umsetzung dieses problematischen Auftrags anbietet. Poschenrieders Sprache ist großartig zu lesen, seine Beschreibungen treffen den Punkt, sie malen Bilder und sehen seine Hauptfigur Meyrink mit sachlichem Humor, dessen Zweifel auf Grund des eigenen Verhaltens werden intensiv und nachvollziehbar charakterisiert. Die Schilderung der Schreibblockade zum Beispiel ist Sprachperfektion und Lesegenuss. Fazit Ein biografischer Roman, in dessen Mittelpunkt das abwechslungsreiche Leben des Schriftstellers Gustav Meyrink steht und hier vor allem eine politische Auftragsarbeit, die er gegen Ende des Ersten Weltkriegs auf Grund von Geldsorgen angenommen hatte. Eine spannende, sprachlich großartige Mischung aus Fiktion und Fakten.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Meyrink fühlt sich erloschen. Der Docht nimmt keine Flamme an. Bis über die Knöchel steht er in abgebrannten Zündhölzern.“ (Zitat Seite 153)"

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Besser spät als nie: Eine Liebeserklärung an das Alter (insel taschenbuch)
Besser spät als nie: Eine Liebeserklärung an das Alter (insel taschenbuch)

Inhalt Über ein Jahr lang schrieb Mechthild Grossmann, 79 Jahre alt, gemeinsam mit ihrer Enkelin die „Oma-Kolumne“ in der Süddeutschen Zeitung. Hier sind die Artikel nun in Buchform zu lesen. Thema und Genre Es sind kurze Artikel, Essays, über den Alltag im Leben eines älteren Menschen. Mechthild Grossmann macht sich über viele Themen Gedanken, sie erzählt von den angenehmen Seiten des Alters, das ungezwungene Leben in einem nur mehr mit freiwilligen Terminen gefüllten Alltag. Es geht um Familie und Liebe, natürlich sind auch Krankheit, Tod und Abschiede ein Thema. Manche Buchhandlungen führen dieses Buch als Selbsthilfebuch, Lebenshilfebuch, für mich ist es eine Sammlung von Alltagsgeschichten und Gedanken über das Leben in seinen vielen Facetten. Umsetzung Mechthild Grossmann lebte ihr Leben als Hausfrau, Mutter, Großmutter, ohne je berufstätig zu sein. In der Kolumne, die sie mit ihrer Enkelin, einer ausgebildeten Journalistin, für die SZ geschrieben hat, setzt sie sich gedanklich und rückblickend mit vielen Stationen ihres Lebens auseinander, lebt die schönen Erinnerungen. Gleichzeitig beschreibt sie ihren aktuellen Alltag als Frau von beinahe achtzig Jahren, die gelernt hat, das Leben zu genießen. Es geht ihr darum, ihre Erinnerungen zu teilen, um junge Menschen, die selbst Enkel und Enkelinnen sind, anzuregen, mehr mit den eigenen Großeltern zu reden, die Gemeinsamkeiten neu zu entdecken. Ihr Buch soll auch zeigen, dass das Leben in jedem Lebensalter lebenswert ist. Es sind kurze Artikel, sprachlich eben Kolumnen, einfach und leicht zu lesen. Man hat sich offensichtlich entschieden, für das Buch keine Überarbeitungen in Sinne von Übergängen durchzuführen, sodass zum Beispiel alle Abschnitte über die Alzheimer-Krankheit des Ehemannes mit den selben einleitenden Erklärungen beginnen, was für Zeitungsleser, die vielleicht diese Kolumne nicht immer gelesen haben, wichtig ist, im Buch aber zu einer Betonung des Themas Krankheiten führt, obwohl in einem anderen Artikel die Autorin gerade eben nicht immer nur über Krankheiten reden will. Es dennoch tut, ausführlich über ihre Hüftoperation berichtet. Wunderbar ist die erste Geschichte im Buch, in der es um einen roten Mantel geht und die Geschichten rund um Weihnachten. Andere dagegen lesen sich für mich eher belehrend, als humorvoll, wie vom Verlag im Klappentext beschieben. Fazit Dieses Buch ist eine gebundene Ausgabe von Zeitungskolumnen zu vielen unterschiedlichen Themen des Lebens, mit dem Schwerpunkt Älterwerden. Die Autorin genießt ihr freies Leben als Seniorin und lässt uns Leser daran teilhaben. Ich wollte es auf Grund der Leseprobe, das erste Kapitel im Buch, lesen, denn diese Geschichte rund um einen roten Mantel hat mir sehr gut gefallen, zum bejahend Nicken und Schmunzeln gebracht. Leider reichen die meisten nachfolgenden Kapitel nicht an diese wunderbare erste Geschichte heran.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Ich habe beschlossen, dass in meinem Leben noch etwas Frühling zu sein hat.“ (Zitat Seite 19)"

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Novemberschokolade: Roman
Novemberschokolade: Roman

Inhalt Lea Winter erzeugt in ihrer „Chocolaterie Winter“ in Würzburg hochwertige Pralinen, ihre eigenen Kreationen und sie liebt es, immer neue Köstlichkeiten zu entwickeln. Doch jetzt ist sie schon seit Monaten mit der Miete in Rückstand und wird, wenn kein Wunder geschieht, den Laden schließen müssen. Ihre Mutter hatte ihren Vater verlassen, als Lea ein kleines Kind war und seither verschwunden. Doch plötzlich erkennt Lea auf einem Bild in einer Fachzeitschrift ihre Mutter Anne, die in München für einen berühmten Chocolatier arbeitet. Trotz der Sorgen um ihre Chocolaterie fährt Lea zu ihrer Mutter, um endlich zu erfahren, was damals wirklich geschehen ist. Thema und Genre In diesem Frauen-Unterhaltungsroman geht es um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung, um Geheimnisse in der Vergangenheit, die auch die Gegenwart beeinflussen, um Freundschaft, Vertrauen und Liebe und natürlich um köstliche Schokolade. Charaktere Schon seit frühester Kindheit begeistert Lea sich für Schokolade und die Herstellung hochwertiger, kreativer Produkte. Die Tatsache, dass ihre Mutter sie vor vielen Jahren verlassen hat, beschäftigt die heute einunddreißigjährige Frau noch immer. Sie liebt ihre Tätigkeit als Chocolatiere, sie ist jedoch keine Geschäftsfrau und trifft manchmal übereilte Entscheidungen. Dennoch ist sie eine mutige Kämpferin und gibt nicht auf. Anne ist schwer zu durchschauen. Erfolgsgewöhnt und egoistisch, hütet sie ihre Geheimnisse und für sie gibt es immer mehrere Wahrheiten. Handlung und Sprache Die Geschichte wird von Lea Winter selbst in der Ich-Form erzählt. Dadurch werden für den Leser auch ihre Zweifel und Gedanken erkennbar, wenn auch nicht immer nachvollziehbar. Die Handlung spielt in Würzburg und München. Der kurze Handlungszeitraum macht die Geschichte spannend. Sehr interessant sind die Schilderungen über die Herstellung von handgearbeiteten Pralinen und Schokoladetrüffeln. Die Sprache ist lebhaft, angenehm flüssig zu lesen und passt zum Genre. Fazit Ein Wohlfühlroman, in dessen Mittelpunkt eine ernste Problematik steht, der jedoch durch das zweite Thema Schokolade wieder versüßt und vom Duft nach Zimt, Koriander, Orangen begleitet wird. Perfekt für unterhaltsame, gemütliche Lesestunden, sicher nicht nur im November.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Mein Traum. Es war ein Risiko gewesen von Anfang an, aber ich wollte so gern meine eigenen Pralinen entwickeln, die Menschen mit ihnen verführen.“ (Zitat Seite 161)"

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Von Oma mit Liebe von Gräfe & Unzer
Von Oma mit Liebe
lacastra

Eine tolle Geschenkidee, nicht nur für Omas! GU ist ja bereits bekannt für seine zahlreichen Koch- und Backbücher, die mittlerweile schon fast alle Bereiche abdecken, braucht es da denn noch ein Backbuch mit Rezepten von Omas? Definitiv. Was macht also ein gutes Backbuch aus? Meiner Meinung nach vor allem die Rezepte und wie diese dem Leser präsentiert werden. Mit fast 100 Rezepten bekommt man hier schonmal eine Menge geboten, auch in Sachen Vielfalt, denn hier findet wirklich jeder etwas nach seinem Geschmack, der auch nur entfernt Kuchen mag. Doch wie jeder weiß, Kuchen ist nicht gleich Kuchen und sicher stimmen mir viele Leser zu, dass Omas (und natürlich auch Opas, denn die sind hier durchaus auch vertreten und müssen sich definitiv in Sachen Backkünsten nicht verstecken) gerade dank langjähriger Erfahrung die besten Rezepte ihr Eigen nennen und diese meist noch über einen langen Zeitraum optimiert und perfektioniert haben. Genau solche wunderbaren Rezepte findet man hier, vorgestellt von den jeweiligen Experten und Expertinnen. Die Varianz reicht von den klassischen "Omakuchen" bis zu moderneren Rezepten wie zum Beispiel veganem Schokokuchen und ähnlichen. Bei der Umsetzung schließlich bekommt man nicht nur die Rezepte vorgesetzt, sondern auch noch wertvolle Anleitungen sowie Tipps und Tricks von dem Omas, damit auch alles wie gewünscht gelingt, hier merkt man eine Liebe zum Detail. Alles in allem gibt es wirklich nichts auszusetzen, also ist die volle Punktzahl durchaus verdient. Doch für wen ist dieses Buch geeignet? Ich finde für so ziemlich jedermann, egal ob nun Backneuling, der sich über diverse Hilfen freut oder oder Backprofi, der sich für seine Rezepte noch einen letzten Schliff holen kann. Und ganz speziell auch für Menschen, die vielleicht nicht das Glück hatten, von einer liebevollen Oma oder einem fürsorglichen Opa zu lernen.

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Das Imperium aus Asche: Draconis Memoria Buch 3
Das Imperium aus Asche: Draconis Memoria Buch 3
lacastra

In der Gesamtheit ein guter Abschluss. Das Finale der epischen Trilogie um den weißen Drachen bringt nicht nur Einiges an atemloser Spannung und Kämpfen mit sich, sondern führt die Handlungsstränge der einzelnen, aus den beiden Vorgängern bekannten Personen und deren Geschichte, zu einem befriedigenden Ende. Wer auf Schlachten von gigantomegalomanischem Ausmaß steht, kommt hier auf seine Kosten, mir wars zwischenzeitlich etwas zu viel Action auf Kosten der Charakterentwicklung. Das Ende der Draconis Memoria Reihe ist für mich alles in allem ein zufriedenstellenderer Abschluss als Anthony Ryans Erstlingswerk, die Rabenschatten-Trilogie, jedoch wirken auch hier die letzten Seiten eher etwas überstürzt. Alle die bereits Teil eins und zwei gelesen haben und Gefallen an der Geschichte und der Erzählweise fanden werden auch in Teil drei auf ihre Kosten kommen.

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Abenteuer Geschmack! (GU Themenkochbuch)
Abenteuer Geschmack! (GU Themenkochbuch)
lacastra

Nettes Experiment für die Sinne. Selbst wenn man denkt man weiß bereits wie bestimmte Dinge schmecken, kann man hier noch überrascht werden. Antje de Vries versteht es nicht zuletzt dank ihrer langjährigen Erfahrung ziemlich gut, dem Leser Geschmack als direktes Erlebnis näher zu bringen. Ich selbst bin nicht der allergrößte Gemüsefan, jedoch immer offen für alle möglichen neuen Ideen und Herangehensweisen. Die im Buch aufgeführten Ideen und Rezepte konnten mich größtenteils überzeugen oder haben mich, wenn noch nicht probiert, zumindest in jedem Falle neugierig gemacht. Man möchte selbst erleben, was die Autorin beschreibt, und wenn möglich ein genauso euphorisches Esserlebnis empfinden, ob das nun jedes Mal funktioniert sei dahingestellt und hängt sicher auch vom persönlichen Geschmack ab. Ein Buch für alle, die bekannte Speisen auf ungewohnte Art neu entdecken und kennenlernen wollen.

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Der Untergang der Könige: Drachengesänge 1
Der Untergang der Könige: Drachengesänge 1
lacastra

Stößt den König nicht vom Thron, macht aber Vieles richtig. "Der Untergang der Könige" ist Fantasy die Einiges zu bieten hat was meinem Geschmack entspricht, zum einen eine komplexe Handlung mit Mysterien, die nicht stur hintereinander wegerzählt wird, sondern sich in mehreren Strängen und Ebenen entfaltet, zum anderen gut ausgearbeitete Charaktere, die nicht den gängigen chaotisch gut oder chaotisch böse Klischees entsprechen. Die Sprache der Autorin ist angenehm zu lesen, die verwendeten Stilmittel fügen sich stimmig in die Geschichte ein und bereichern diese, zum Beispiel die Perspektive des Chronisten. Lediglich die Welt, in der die Handlung stattfindet hätte nach meinem Empfinden noch einen Schuss mehr Originalität vertragen können, aber vielleicht werde ich in der Fortsetzung noch überrascht, denn trotz des durchaus beachtlichen Umfangs des Buches wird es meines Wissens nach eine Trilogie. Wer gut erzählte Fantasy mag, der kann hier nichts falsch machen.

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Venedig und die Lagune für Fortgeschrittene von Styria
Venedig und die Lagune für Fortgeschrittene
Taschenbuch

Thema und Inhalt Wie der Titel schon sagt, ist das Thema die Sehnsuchtsstadt Venedig und die sie umgebende Lagune. Aus dem Material, das der Autor zwei Jahre lang auf seinen Touren durch Venedig und die Lagune gesammelt hat, ist nach intensiver Sichtung und Auswahl dieses Buch entstanden. Es führt den Leser in vier unterschiedlichen Touren zu versteckten, auch den Touristenströmen weitgehend unbekannten Orten, Plätzen, Gebäuden. Ausgehend vom Markusplatz, über die Insel Giudecca, über den Lido und Pellestrina bis zu kleinen, verwunschenen Inseln in der Lagune. Stimmungsvolle Fotografien ergänzen dieses einzigartige Buch, das sich wie ein Tagebuch liest, mit Erzählungen zu einzelnen Plätzen, bekannte Situationen, poetisch in Worte gefasst. Gestaltung und Umsetzung Eingeteilt ist das Buch in in vier übergeordnete Teile, wobei jeder dieser Teile gleichzeitig eine Tour ist. Jeder Teil ist in Kapitel unterteilt. Die Titelseite enthält die jeweiligen Tour-Highlights und eine Zeitangabe zur Dauer der Tour. Die erste Tour beginnt auf dem Markusplatz, die zweite führt auf die Insel Giudecca, die dritte hat den berühmten Lido mit dem breiten Sandstrand und Pellestrina zum Thema. Der vierte Teil, Verlassen, Verwunschen und Versunken, handelt von den beinahe vergessenen, einsamen kleinen Inseln der Lagune. Es sind Orte von historischer Bedeutung, wie die Quarantäne-Insel aus der Zeit der Pestepidemie, aber auch mystische Orte mit ihren geheimnisvollen Geschichten. Die übersichtliche Aufteilung ist sehr gut gelungen und durchdacht. Eigene Geschichten, Stimmungsbilder, in Worte gefasst, als Ergänzung zu den zahlreichen Fotografien wechseln mit Wissenswertem und Zusatzinformationen ab, wobei diese Fachartikel deutlich durch eine andere Schrift, eine alte Proportionalschrift, abgegrenzt und daher sofort erkennbar sind. Die zugrunde liegende Literatur ist am Ende des Buches aufgelistet. Auch diese Zusatzinformationen gehen weit über das bekannte Wissen der üblichen Reiseliteratur hinaus. Zwischen den einzelnen Geschichten oder auch erklärend zu manchen Fotografien, sind besonders einprägsame Textauszüge als Zitat wiederholt. Ergänzt werden die Schilderungen durch Ausflüge in die frühe oder zeitgeschichtliche Vergangenheit Venedigs, Wissenswertes in Kurzform. Vieles davon wird auch regelmäßigen Venedig-Besuchern noch neu sein. So wie viele der besonderen, oft versteckten Örtlichkeiten, die der Autor erkundet hat und in diesem Buch beschreibt. Eine Karte am Ende jeder Tour, grafisch sehr ansprechend und einheitlich klar gestaltet, zeigt die Standorte der beschriebenen und nützlichen Adressen, dazu Restauranttips und besondere Geschäfte. Zusätzlich findet sich im Infoteil am Schluss der jeweiligen Tour Wissenswertes zu besonderen Themen, sei es eine Aufstellung der Buchhandlungen in Venedig, oder ergänzende historische Fakten, oder besonders düstere Geschichten zu einzelnen Gebäuden und Örtlichkeiten. Rezepte zu in den Texten erwähnten Speisen runden das Gesamtbild ab. Fazit Dieses Buch ist kein Reiseführer, sondern vielmehr eine Begleitlektüre, die man nach Venedig mitnehmen möchte, um immer wieder darin zu schmökern, irgendwo abseits des Trubels auf irgend einer Stufe sitzend. Bis es so weit ist, eignet sich diese literarische Liebeserklärung an Venedig perfekt dazu, wenigstens die Sehnsucht in Gedanken die Reise zu schicken.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Eine leichte Abendbrise weht den salzigen Duft der Adria über mein kleines Paradies am äußersten Ende des Wellenbrechers, wo sich gerade die Erlebnisse des heutigen Tages sowie der letzten Wochen und Monate, gleich einem Puzzle, zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügen.“ (Zitat Seite 9)"

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Der Zorn der Vergeltung (Ein Winter-und-Parkov-Thriller, Band 4)
Der Zorn der Vergeltung (Ein Winter-und-Parkov-Thriller, Band 4)

Inhalt Ferdinand Meersen, ein angesehener Kunsthändler wird brutal ermordet und mit ihm auch seine Familie. Kriminalhauptkommissarin Marie Winter muss den BKA-Profiler Daniel Parkov, den sie beinahe drei Monate lang nicht gesehen hat, überzeugen, die Ermittlungen zu unterstützen. Der neuen Sonderermittlergruppe Apostel steht eine einflussreiche Organisation, die Vier Apostel, gegenüber, dazu eine geheimnisvolle Person, die sich Orakel nennt und die wiederum einen Profikiller auf die Vier Apostel angesetzt hat. Dieser Profikiller ist den Ermittlern immer einige Schritte voraus, woher bekommt er seine Informationen? Thema und Genre In diesem spannenden Thriller geht es um internationale Geschäfte, die Höchstgewinne einbringen, um Menschenhandel. Themen sind vor allem Schuld, Gerechtigkeit und Rache, sowie die wichtige Frage nach der Berufsethik von Ermittlern. Für Parkov ist in manchen Situationen ein Vorgehen außerhalb aller Regeln legitim, was für Marie undenkbar ist. Charaktere Parkov wird gebraucht, ist aber seit seinem letzten Einsatz immer noch gesundheitlich beeinträchtigt. Er hatte sich mehrere Monate lang auch von Winter zurückgezogen, was diese nicht versteht. Ihre Beziehung ist daher gerade problematisch, was die gemeinsame Ermittlungsarbeit teilweise schwierig gestaltet. Dazu kommen die sehr unterschiedlichen Meinungen betreffend die Wahl der Mittel, als der Einsatz extrem gefährlich wird. Diese Diskussionen machen sie zu Figuren in einem Spiel, sie können nur reagieren, statt zu agieren und das führt zu Fehlern. Handlung und Schreibstil Die Handlung ist in drei übergeordnete Teile plus Epilog eingeteilt, sowie in 65 durchlaufend nummerierte Kapitel. Der erste Teil spielt in Frankfurt, der zweite Teil führt das Team in einen kleinen Ort in Russland und der dritte Teil in die französische Schweiz. Die Ereignisse spielen innerhalb eines realistisch knappen Zeitraums, nur ein Mal gibt es einen Sprung über zwölf Tage. Der Konflikte über die Wahl des Vorgehens unter berufsethischen Gesichtspunkten führen zu Diskussionen zwischen Parkov und Winter, was teilweise den Spannungsbogen unterbricht. Doch die vielschichtige Geschichte und die rasche Aufeinanderfolge der Ereignisse bauen die Spannung sofort wieder auf. Diesmal endet der Einsatz mit einem gewaltigen Show-down und einem ebenso heftigen Cliffhanger. Doch in in einem Kapitel am Beginn des dritten Teiles hat der Autor einen wichtigen Hinweis versteckt, ein wirklich genialer Einfall. Fazit Dieser vierte Band einer Serie um den exzentrischen, unkonventionellen Profiler Parkov und die entschlossene, ebenso unnachgiebige Ermittlerin Winter enthält in kurzen Rückblicken alle notwendigen Erklärungen, um auch neu in die Serie einzusteigen. Ein packender Thriller, vielschichtig, komplex, mit überraschenden Wendungen und mit aktuellen Themen und Situationen, wo man sich als Leser unwillkürlich fragt, wie man selbst entscheiden würde. Spannende Unterhaltung mit Tiefgang.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Ja, sie hörte es auch. Das war nicht nur der Wind, der hier rauschte un die zerbrochenen Fenster und das alte Holz ächzen ließ … da war noch etwas. Jemand.“ (Zitat Seite 102)"

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Der Gott der Stadt: Roman
Der Gott der Stadt: Roman

Inhalt Nur fünf freie Plätze gibt es jährlich für das Regiestudium der Erwin Piscator Hochschule für Schauspielkunst in Berlin. 1995 geht für die einundzwanzigjährige Katharina Nachtrab ein Traum in Erfüllung, sie wird aufgenommen. Der berühmte Regisseur Korbinian Brandner, Professor an dieser Hochschule, wird den Lehrgang als Mentor selbst unterrichten. Am 16. Januar 1912 war der expressionistische Lyriker Georg Heym beim Schlittschuhlaufen auf der Havel ertrunken, als er seinen Freund rettete. Am 16. Januar 1996 soll Heyms Faust-Fragment aufgeführt werden. Jeder der fünf Regiestudenten erhält von Brandner nur einige Sätze zur Bearbeitung und muss die eigene Szene mit den jeweils anderen fünf Mitgliedern der Gruppe als Schauspieler auf die Bühne bringen. Doch zunächst müssen sie die Zusammenhänge finden und eine intensive Spurensuche beginnt. Doch statt der Aufführung gibt es am 16. Januar 1996 auf der Probebühne einen Toten. Thema und Genre Dieser Roman spielt in der Welt des Theaters und zeigt die Extremsituationen für junge Schauspieler und Regisseure, den enormen Druck schon während der Ausbildung. Das Buch handelt von Ehrgeiz und Träumen sich künstlerisch zu verwirklichen, von Grenzen, die dabei überschritten werden. Es geht um Realitäten, die sich verwischen und in Besessenheit enden. Hier ist Faust das Kernthema, Mephisto, Mystik, Georg Heym und sein Fragment. Die Handlung spielt 1996 in Berlin, wo die Wende das Ost-West-Denken noch lange nicht beendet hat und die politische Vergangenheit noch sehr präsent ist. Charaktere Die Autorin zeichnet jeden ihrer unterschiedlichen Charaktere stimmig und nachvollziehbar bis ins Detail und mit einer Vielfalt von unterschiedlichen Eigenschaften, was mit zur Spannung und Faszination dieses Romans beiträgt. Brandner, der geniale Regisseur, der die Schwächen seiner Schüler schonungslos beim Namen nennt, ein Dämon, der gegen die eigenen Dämonen kämpft. Katharina, Tadeusz, Schwarz, Francois und Nele fühlen sich bald als Gruppe, doch das Faust-Fragment macht sie zu ehrgeizigen Konkurrenten, obwohl sie als Team zusammenarbeiten müssten. Handlung und Schreibstil Die Geschichte ist vielschichtig, denn jeder der Protagonisten kämpft nicht nur um den eigenen künstlerischen Erfolg, der schon in diesem ersten Studienjahr von der Schulleitung laufend hinterfragt wird, sondern auch gegen die eigenen Dämonen, Ereignisse, die ihr bisheriges Leben geprägt haben und ihr Verhalten noch immer beeinflussen. Die Handlung beginnt mit einem Prolog, der gleichzeitig Rückblende und Vorschau ist und endet mit einem kurzen Epilog. Die einzelnen Kapitel sind in fünf übergeordneten Hauptteilen zusammengefasst. Katharina ist die Ich-Erzählerin, doch die Autorin wechselt die Erzählperspektive und zeigt in einzelnen Kapiteln auch die Gedanken und Handlungen der anderen Hauptprotagonisten auf, eine geniale Vorgehensweise, um dem Leser weitere Informationen zu geben, die Katharina nicht wissen kann. Dies gibt der Handlung einen unwiderstehlichen Sog und Spannung. Fazit Ein atmosphärisch dichter, vielschichtiger und spannender Roman. Nicht nur die Handlung, auch die Sprache fasziniert. Lebendige Schilderungen, Metapher als Verweise auf Georg Heyms Lyrik, Symbole und Charaktere zwischen realer Zerrissenheit und Besessenheit für die Kunst überzeugen. Ein Buch und Leseerlebnis, das begeistert.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Sie werden seine Welt betreten und durch seine Abgründe schreiben. Sie werden seine Zerrissenheit spüren, seine Qualen, sein Genie. Sie werden seinen Dämonen begegnen – und ihren eigenen.“ (Zitat Seite 115)"

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Das Bücherhaus: Eine philosophische Liebesgeschichte
Das Bücherhaus: Eine philosophische Liebesgeschichte

Inhalt „Ist das Leben lesenswert?“ fragte William James, Mitbegründer des neuen Denkschule des philosophischen Pragmatismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Amerika. Diese Frage stellt sich auch der junge Philosophieprofessor John Kaag im Jahr 2008, als sein Leben in einer tiefen Krise steckt. Bis er in einer Bäckerei in Chococua auf Bunn Nickerson trifft. Der Dreiundneunzigjährige ist auf dem nahegelegenen Landsitz „West Wind“ von William Ernest Hocking aufgewachsen und fährt mit Kaag spontan zur Bibliothek Hockings, die sich immer noch in einem der Gebäude befindet. Kaag denkt an William James Aussage „Wer darauf verzichtet, eine sich darbietende einzige Gelegenheit zu ergreifen, verliert den Preis ebenso sicher, als wenn er den Versuch machte und keinen Erfolg hätte.“ Denn der Blick durchs Fenster hat sofort sein Interesse geweckt und die Tür ist nicht verschlossen. Schon bei diesem ersten, kurzen Stöbern in den vielen philosophischen Schätzen, Erstausgaben, Notizen, Briefen, die hier zu finden sind, nimmt diese Bibliothek John Kaag völlig gefangen und lässt ihn nicht mehr los. Es scheint, als hätten sie gegenseitig aufeinander gewartet, die großen amerikanischen Denker und ihre europäischen Vorbilder und der moderne, junge Philosoph. Zuerst schweigt er über seinen Fund, dann erzählt er seiner Kollegin Carol Hay, ebenfalls Professorin für Philosophie an der University of Massachusetts Lowell, von der Bibliothek und von da an arbeiten sie gemeinsam und kommen einander auch persönlich näher. Thema Dieses beeindruckende Buch beschreibt die Entdeckung und Aufarbeitung einer in Vergessenheit geratenen Privatbibliothek der bekannten amerikanischen Philosophen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Wir finden kurze Biografien, auch unter Einbeziehung des persönlichen Lebens, Beziehungen und Familie, von berühmten Denkern unterschiedlicher Richtungen und Ideen wie William James, William Ernst Hocking, Agnes Hocking, Ralph W. Emerson, Charles Sanders Peirce, Josiah Royce, Alfred North Whitehead, Friedrich W. J. Schelling, Georg W. F. Hegel und natürlich Immanuel Kant und viele weitere. Der Autor schreibt über die wichtigsten philosophischen Strömungen, Themen sind Transzendentalismus, Amerikanischer und Deutscher Idealismus, Amerikanischer Pragmatismus, das Buch ist eine erzählte Philosophiegeschichte der Vereinigten Staaten. Kernthemen für uns heutige Leser sind Selbstbestimmung, eigenständige Entscheidungen, Freiheit im Denken und Handeln, Spiritualität, Gleichberechtigung, Freundschaft, Partnerschaft und Familie, Liebe, kurz: das Leben. Handlung und Umsetzung Mit Bezug auf Dante und Beatrice und auf die eigene Situation in dieser Zeit teilt der Autor das Buch in drei Teile, HÖLLE, FEGEFEUER, ERLÖSUNG. Diese wiederum sind in Kapitel unterteilt. Als John Kaag die Bibliothek das erste Mal sieht, wirkt alles verlassen, vergessen. Vom ersten Kontakt an unterstützen die Mitglieder der Familie Hocking den Autor in seinem Vorhaben und sind mit der Idee, einen erheblichen Teil der Bücher nach einer Katalogisierung und Schätzung des Bestandes als Schenkung an die O’Leary Library der University of Massachusetts zu stiften. Kaag gibt uns Lesern hier zwar einen fundierten, sehr komplexen Einblick in das philosophische Denken, doch er erzählt uns darüber, vergleicht einzelne Passagen und wichtige Kernaussagen, bringt sie mit heutigen alltäglichen Situationen und Gedanken in Verbindung, beschreibt, aber wertet nicht, mit Humor gelingt ihm hier eine faszinierende Kombination aus wissenschaftlichem Denken und gelebtem Alltag. Dies erreicht er, indem er über das jeweilige Buch erzählt, über den Verfasser desselben, manchmal eingebettet in Beschreibungen wie: „Ich legte den Cudworth auf den Küchentresen und trollte mich ins Bett mit dem Gedanken, dass amerikanische Philosophie einen Idealismus und eine Sympathie für das menschliche Gefühl übernommen hatte, die das Leben ein wenig erträglicher machte.“ (Zitat Seite 195) Er nimmt uns Leser mit auf eine Reise, die uns rasch in ihren Bann zieht, uns nicht mehr loslässt und auch viele eigene Gedanken anregt. Fazit Bis zu diesem Buch wusste ich nicht, das Philosophie so packend, spannend, interessant und vor allem, so lebendig sein kann. Natürlich musste ich viele der Passagen, wenn es um die Kernaussagen geht, mehrmals lesen, überdenken, nochmals lesen, doch ich tat es mit Genuss und Vergnügen. Dieses Buch fasziniert und macht Freude, regt auch an, sich weiter mit dem Thema Philosophie zu beschäftigen. Man sollte sich dafür Zeit und Ruhe nehmen und sich überraschen lassen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Diese frühe amerikanische Philosophie handelte von Inspiration, davon, sich aus den lähmenden und alles tötenden Wegen der Vergangenheit zu befreien.“ (Zitat Seite 72)"

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So viel Sehnsucht auf so kleiner Fläche: Edvard Munch und seine Bilder
So viel Sehnsucht auf so kleiner Fläche: Edvard Munch und seine Bilder

Inhalt Karl Ove Knausgård ist neunzehn Jahre alt, als er im Museum in Bergen, Norwegen, vor einem Bild von einer verschneiten Landschaft steht, eines von fünf ähnlichen Bildern, die Edvard Munch 1906 in Thüringen gemalt hatte. Genau dieses Bild hat der Autor vor Augen, als er an einer Rede zum 150. Geburtstag des Malers arbeitet. Etwa zwei Jahre später lädt das Munch-Museum in Oslo ihn ein, eine Munch-Ausstellung zu kuratieren. Er ordnet jedem der vier Räume ein Thema zu und entscheidet sich, aus dem Depot des Munch-Museums mit dem Nachlass des Künstlers Werke auszuwählen, die noch nie gezeigt worden waren. Gleichzeitig setzt er sich auf eine sehr persönliche Weise mit dem Künstler auseinander. Thema und Umsetzung Bei diesem Buch handelt es sich um keine Biografie und keineswegs nur um eine weitere kunstkritische Interpretation des Malers Edvard Munch und deiner Werke. Der Autor, ein bekannter norwegischer Schriftsteller, geht seinen eigenen Weg als Erzähler, indem er die Bilder chronologisch dem Leser nahebringt, beginnend mit den ersten noch erhaltenen Bildern, die Munch 1880, im Alter von sechzehn Jahren, gemalt hat. So zeigt er die Entwicklung auf, die Edvard Munch als Künstler durchmachte, die einzelnen Schaffensperioden und die eindrücklichen Veränderungen in Malstil und Farbe. Dies ist möglich, da Munch in den mehr als sechzig Jahren seiner künstlerischen Tätigkeit dieselben Motive immer wieder aufgriff und neu malte. So malte er Bäume auf seinem ersten Bild 1880 und auch auf seinem letzten 1944. Auch dem Thema Krankheit, „Das kranke Kind“ wendet er sich mehrmals zu, im Versuch, die Verluste während seiner Kindheit und vor allem die damit verbundenen Gefühle im Bild umzusetzen. Daher spielt auch die Biografie des Künstlers in diesem Buch eine Rolle, denn für den Autor sind gerade seine Bilder die gemalte Wirklichkeit des Lebens des Künstlers und seiner komplexen Persönlichkeit. „Er malte mit anderen Worten seine Erinnerungen und versuchte, die Gefühle von Neuem zu erschaffen, die sie einst in ihm ausgelöst hatten.“ (Zitat Seite 160) Das Buch ist in drei Teile eingeteilt, im ersten Teil zeigt der Autor seine eigene Beziehung zu Edvard Munch und seinen Bildern, im Mittelpunkt des zweiten Teiles steht die Erarbeitung der Ausstellung und die Gespräche über Munch, die Knausgård mit anderen Künstlern führte und um dritten Teil geht es um die Idee des Autors, den Entwicklungsprozess der Ausstellung auch filmisch zu dokumentieren und um seine Zusammenarbeit mit den Filmemachern Joachim und Emil Trier. Das Buch enthält vierzehn farbige Abbildungen der wichtigsten besprochenen Gemälde. Fazit Diese vielschichtige, literarische Annäherung zeigt uns Lesern die großartige Vielfalt der Bilder, die Munch abseits des allzu oft zitierten „Schrei“ geschaffen hat. Es ist ein sehr persönlicher Weg des bekannten norwegischen Schriftstellers, sich mit dem Leben und Werk von Edvard Munch auseinanderzusetzen, den Maler mit allen Sinnen und Gefühlen zu erfassen, nicht das zu wiederzugeben, das rückblickend in die Kunst interpretiert wird, sondern ein Versuch, in erzählende, beschreibende Worte zu fassen, was der Maler damals, in seinem Jetzt, darstellen wollte. „Doch wie lebt seine Kunst weiter? Die konkreten Bilder befinden sich an konkreten Orten – der größte Teil hängt in Museen -, so wie die Motive, die sie zeigen, sich an konkreten Orten befinden. Aber sie führen ihr Leben nicht im Konkreten, sondern in unserer Vorstellungswelt, im Inneren jedes Einzelnen von uns.“ (Zitat Seite 260). Dieses Buch trägt dazu bei, dass Edvard Munch und seine Bilder lebendig bleiben.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Er hatte nicht die Absicht, das Lebendige zu malen, sondern das Gemalte lebendig werden zu lassen. Für ihn hieß dies, das Entscheidende an dem einzufangen, was er sah.“ (Zitat Seite 45)"

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Wisting und der Tag der Vermissten: Kriminalroman (Cold Cases, Band 1)
Wisting und der Tag der Vermissten: Kriminalroman (Cold Cases, Band 1)
sbbsnl

Dass ein so spannender Krimi so wunderbar entspannt daher kommen kann...! Meine Rezension zu „Wisting und der Tag der vermissten“ von Jørn Lier Horst Inhalt: Kommissar William Wisting lässt der 24 Jahre zurückliegende Fall der verschwundenen Katharina Hauser nicht los. Immer wieder durchforstet er die Akten nach neuen Hinweisen und besucht regelmäßig den Ehemann der Verschwundenen. Überraschender Weise wird genau dieser Fall nun interessant für den ehrgeizigen Kripo Beamten Adrian Stiller, da er in Zusammenhang mit einem ungelösten Entführungsfall steht bzw. scheint Martin Hauser plötzlich verdächtig und in diesen verwickelt zu sein. Eine schwierige Aufgabe für Wisting, denn Stiller zieht auch die Tochter Wistings mit in die Geschichte hinein und plötzlich erscheint alles in einem anderen Licht, als Jahrzehnte lang geglaubt. Autor: Jorn Lier Horst ist ein norwegischer Autor und war früher selbst Kriminalkommissar, er hat zahlreiche Bände mit Kommissar Wisting als Hauptfigur veröffentlicht, die in Norwegen Bestseller sind. Mit diesem Buch eröffnet er eine neue Reihe, zwar auch mit Wisting als Hauptfigur, aber es geht um „Cold Cases“, bereits abgelegte, aber noch ungeklärte Kriminalfälle. Schreibstil & Spannung: Jorn Lier Horst hat eine angenehme, ruhige und mitreißende Art zu schreiben. Man fühlt sich schnell mitgenommen, weil man sofort in die Geschichte „geworfen“ wird, es benötigt wenig Vorlauf, sondern nach und nach lernt man die Hauptpersonen kennen. Mit viel Liebe zum Detail, aber nie übertrieben, werden uns die Personen näher gebracht. Die Geschichte selbst wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und das erhält die Spannung durchgängig auf einem angenehmen Level. Fazit: Der Autor war mir bis zu diesem Buch gänzlich unbekannt. Das stellt sich als großer Fehler meinerseits heraus! Da ich eher dem Thriller Genre zugetan bin, gehe ich oft über den klassischen Kriminalroman hinweg. Das wird sich jetzt allerdings ändern müssen, denn das Buch von Jorn Lier Horst ist ganz wunderbarer Lesestoff. Es war wie ein Eintauchen in eine andere Schreibwelt. So ruhig und entspannt geschrieben, aber mit der perfekten Portion Spannung um in einem Rutsch durchlesen zu wollen (was leider zeitlich nicht immer gelingt). Die Hauptperson Wisting möchte man vom ersten Moment in seinem Freundeskreis unterbringen, so korrekt, ehrlich, engagiert und schnörkellos irgendwie, aber mit viel Herz! Auch seine Tochter mag man gleich und ihre spätere Verwicklung in den Fall macht die Sache von Anfang an spannend. Der etwas undurchsichtige Adrian Stiller von der Kripo gibt mir zunächst Rätsel auf und das bleibt auch lange so. Die Geschichte an sich ist auch einfach gut geschrieben, gut durchdacht und durchgängig interessant für den Leser. Gerade diese alten Fälle haben ja viel Spannungspotenzial. Immer tauchen neue Hinweise auf, andere Personen, neue Ansätze werden überdacht, weiter verfolgt oder verworfen und man möchte irgendwann einfach nur noch wissen, wer, was, wie, wann und warum getan hat! Ich habe einfach weiterlesen müssen, damit auch ich endlich Bescheid weiß. Ach, einfach ein gutes Buch, treffender kann ich es nicht schreiben. Es macht einfach Spaß, ist so unaufregend spannend und das war neu für mich. Eine wirkliche Neuentdeckung, die mich auf ganz ruhige Art in diese Geschichte rund um William Wisting eintauchen lässt. Ich freue mich schon sehr auf den 2. Fall aus dieser neuen Reihe… Eine klare Empfehlung meinerseits – 5 Sterne!

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Schutzzone: Roman
Schutzzone: Roman

Inhalt Mira Wiedner ist neun Jahre alt und verbringt einige Monate bei einer mit ihrem Vater befreundeten Diplomatenfamilie, während ihre Eltern die Scheidung abwickeln. Sie bewundert den siebzehnjährigen Sohn Milan und sein Vater Darius ist mit ein Grund für ihren Wunsch, für die Uno zu arbeiten. 2011 wird ihr Traum in New York Realität. Nach intensiven Vorbereitungen führt ihre erste Aufgabe sie 2012 nach Bujumbura, Burundi, wo sie die Aufarbeitung der Völkermorde der Jahre 1972, 1988, 1993 begleiten soll. Bald hat sie den Ruf, dass sie die Menschen dazu bringt, mit ihr und miteinander zu reden. Im April 2015 wird sie Assistentin des Sonderbeauftragten für Zypern und arbeitet 2017 in Genf an den Friedensverhandlungen für Zypern mit. Hier in Genf trifft sie Milan wieder. Thema und Genre In diesem Roman geht es um brisante Fragen zur Weltpolitik, um die internationalen Friedensbemühungen, die Rolle der UNHCR und der UN. Themen sind vor allem die Verantwortung im Umgang mit der Wahrheit, Idealismus und Realität, die Frage nach der Legitimierung der internationalen Eingriffe in die Interna eines Landes und die sich daraus ergebenden Folgen. Gleichzeitig geht es um die Auswirkungen dieser Tätigkeit auf das Privatleben der beteiligten Personen, vor allem, was Mira betrifft. Charaktere Die Hauptprotagonistin Mira ist für die UN mit Idealismus tätig und in der Überzeugung, tatsächlich etwas für den Frieden und für die Verbesserung der Lebensbedingungen in den Krisengebieten zu tun. Ausgerechnet in diesem für sie speziellen Jahr 2017 in Genf, wo sie beginnt, ihren Standpunkt zu hinterfragen, trifft sie Milan wieder. Dies führt auch zu einer persönlichen Krise und lässt sie mit vielen offenen Fragen zurück, doch es ist niemals sie, die Konsequenzen zieht und geht. „Sucht man sich ein Leben aus?, fragte ich. Oder lebt man es nicht eher?“ (Seite 50). Sowohl Milan, beruflich auf dem Weg nach Den Haag, als auch Sarah, die sie während der Zeit in Burundi kennengelernt hat, geben sich keinen Illusionen in Bezug auf die Aktivitäten der UN hin, ihre Struktur, die Handlungsschwäche und die geschönten Berichte. „Zu viele Konflikte, zu viele Kosten, sagte Milan, die Leute wollen ihr Geld lieber für andere Dinge ausgeben, und wir sehen dabei zu, die dieses schöne Projekt namens Uno zu Ende geht. Soll man noch Geduld haben, oder sie verlieren?“ (Milan, Seite 12) „Aber was haben wir erwartet? Dass wir mal eben aus der Schweiz anrücken, ein bisschen Stacheldraht um ein Gelände spannen und darin den Entwicklungserfolg eines Landes beschließen, für das sich niemand interessiert außerhalb der Mission?“ (Sarah, Seite 29) Handlung und Schreibstil Die aktuelle Handlung spielt zwischen Februar 2017 und April 2018 in Genf, geschildert von Mira Wiedner in der ersten Person. Unterbrochen wird dieser Erzählstrang laufend durch Rückblicke, ihre Erinnerungen und Fragen nach dem „wie war es wirklich“, denen sie sich in diesem Jahr 2017 während ihrer Zeit in den Büros der Vereinten Nationen in Genf stellt. Sie erinnert sich an Gespräche, an politische Sackgassen und an sogenannte Nilpferde, Begriffe, die von den Korrespondenten in ihre Berichte eingefügt wurden, in der Hoffnung, dass diese durch alle Gremien weitergeleitet und nicht entdeckt würden, ein Spiel, „wir wünschten uns ein wenig Anarchie in den bürokratischen Strukturen“. Vor allem bleibt der Wunsch nach der Wahrheit hinter diesen politisch sensiblen, diplomatischen Versuchen zu vermitteln, doch diese Wahrheit ist geschönt, wie der Pfau, der gleichsam als Metapher für den schönen Schein immer wieder in der Bilanz der vergangenen Jahre auftaucht, die Mira 2017 rückblickend in Genf zieht. Es sind kurze Kapitel, die in rascher Reihenfolge ineinandergeschoben werden, doch Ort und Zeitangabe in den Überschriften sorgen dafür, dass der Leser den Überblick behält. Sprachlich ist diese Autorin fordernd, während sie bei der direkten Rede auf Satzzeichen verzichtet, setzt sie eine Fülle von Beistrichen ein, welche aus Gedankenfetzen, Schilderungen, Unterbrüchen, Gedanken und weiteren aneinandergereihten Feststellungen lange Satzgebilde bis zu Buchseitenlänge formen. Schon das komplexe Thema ist anspruchsvoll, die Sprache unterstreicht dies, die Autorin ist nicht bereit, den Leser in irgendeiner Form zu schonen. Fazit Ein Roman, der sich kritisch mit der internationalen Politik, den Friedensbestrebungen und der Frage nach der Wahrheit und der Legitimation der mächtigen UN-Institutionen auseinandersetzt. Gezeigt wird die vielschichtige, zeitlos brisante Problematik am Beispiel der Hauptprotagonistin, die, zu Beginn überzeugt und idealistisch, nun den Leser mit einer Fülle von nachdenklichen Überlegungen zurücklässt, ähnlich fordernd und unnachgiebig wie die Sprache. Kein Buch, das man einfach mal zwischendurch zur Unterhaltung liest, aber eines, das man gelesen haben sollte.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Wir spielen uns klare Grenzen vor. Aber jeder Versuch, ein Land mit exakten Grenzlinien zu zeichnen, hat zu nichts als Absurditäten geführt. Daran sind mehr Menschen gestorben als an Malaria.“ (Zitat Seite 128)"

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Die Chronik der Dämonenfürsten von Shadodex-Verlag
Die Chronik der Dämonenfürsten

Inhalt Zehn Jahre nach dem Aufstand der Menschen unter Salomo hat sich das Verhältnis der Dämonen zu den Menschen sehr gebessert. Die Sklaverei wurde abgeschafft, die Menschen sind frei, allerdings bilden viele von ihnen die Dienerschaft der herrschenden Dämonenfürsten. Prinz Seere und die Heilerin Perla leben in London, am Hof des Großfürsten Amymon. Doch Seere hatte Vincent vor Jahren während der Unruhen in Breslau ein Versprechen gegeben und dieses will er einlösen. Allerdings könnte dies zum endgültigen Kampf zwischen den Cherubim und den Dämonenfürsten führen. Doch Seere steht zu seinem Wort. Thema und Genre Dieser dritte Teil der Chronik der Dämonenfürsten zeigt das Zusammenleben der Menschen und der herrschenden Dämonenfürsten auf Erden, während die Cherubim in ihrer Parallelwelt leben. Doch nun droht ein Krieg zwischen diesen beiden Mächten, der das Ende der Menschheit bedeuten würde. Themen sind Gemeinschaft und Zugeständnisse im Zusammenleben, Mut, Freundschaft und natürlich die Liebe, aber auch Intrigen, Machtstreben, Krieg und Gewalt. Der Roman ist dem Genre Urban Dark Fantasy zuzuordnen. Charaktere In den Jahrtausenden ihrer Herrschaft auf Erden haben die Dämonenfürsten sich verändert, deutlich zeigen sie Gefühle und sind, obwohl von Natur aus launisch, aufbrausend und gefährlich, keineswegs nur böse, sondern weisen eine charakterliche Vielfalt in vielen Schattierungen auf, wie wir Menschen in der Realität. Besonders Prinz Seere und der Marquis Decarabia, nun Herrscher in Wien, erlangen so die Sympathie der Leser und natürlich auch Vincent, der eigenwillige, ungestüme Todesengel. Auf Seite der Menschen sind Perla und Chris die Hauptprotagonisten. Dazu kommen diesmal noch die Cherubim Michael und Gabriel, die sich absolut nicht engelhaft gut benehmen, sondern ihre eigenen Ziele verfolgen und auch den Kampf nicht scheuen. Handlung und Schreibstil Die Ereignisse verlaufen chronologisch, mit kurzen, erklärenden Rückblenden. Die einzelnen Kapitel tragen den Namen des jeweiligen Hauptprotagonisten. Es gibt eine Reihe von packenden Szenen, überraschenden Wendungen buchstäblich in letzter Minute und als Leser hofft und bangt man mit den Figuren der Geschichte, mit den Menschen, vor allem aber mit den Dämonen. Die Sprache ist schildernd, spannend und modern, behält dies auch in den Dialogen bei, wobei einige der Dämonenfürsten sich durchaus umgangssprachlich ausdrücken und auch die Cherubim sind weit von erhabener Perfektion entfernt. In einer Szene die Gedanken des Cherub Michael: „Es ging in den Krieg gegen Großfürsten. Die würden sich wenig beeindruckt zeigen, wenn die Cherubim einheitlich nach Rosen und Myrrhe stanken.“ (Pos 1784) Fazit Ein Urban Dark Fantasy Roman, spannend und unterhaltsam zu lesen. Eine komplexe, stimmige Handlung mit viel Fantasie geschrieben, dazu passend ebenso vielschichtige Charaktere, mystisch und geheimnisvoll im Aussehen, weisen die Dämonen, Todesengel und Cherubim eine lebendige charakterliche Vielfalt auf. Dies gibt der Geschichte einen besonderen Sog und garantiert Lesevergnügen, auch für „Genre-Ungeübte“ wie mich.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Er wusste, auf welcher Seite er stehen würde, und auch wofür es sich noch lohnte, überhaupt in diesen Krieg zu ziehen.“ (Pos. 1737)"

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Die Chronik der Dämonenfürsten - Die Herrschaft der Dämonenfürsten
Die Chronik der Dämonenfürsten - Die Herrschaft der Dämonenfürsten

Inhalt Im Jahr 3500 haben die Dämonenfürsten die Herrschaft über die Erde untereinander aufgeteilt. Jeder Großfürst regiert in einer der alten europäischen Hauptstädte und die Menschen sind ihre Sklaven geworden. Bael, der König der Dämonenfürsten, herrscht in Breslau, wo sich eine Gruppe von freien Menschen nicht unterworfen hat und im Untergrund lebt. Salomo Kaine, ihr Anführer, beruft sich auf die alte Prophezeihung, ruft zum Kampf auf und krönt sich selbst zum König, auch wenn absolut nicht alle Menschen aus der Gruppe seiner Meinung sind, sondern zur Besonnenheit mahnen. Nicht nur Decarabia, ein Marquis der Dämonenfürsten am Hofe von Bael, sieht diese Entwicklung mit großer Sorge. Thema und Genre Dieser zweite Band der Chronik der Dämonenfürsten spielt in einer fernen Zukunft, im Jahr 3500. Hauptorte der Handlung sind die Städte Breslau, Nitra, London, Paris und Wien. Themen sind Unterdrückung und Freiheit, die Frage, wie man als herrschende Schicht mit den Untergebenen umgeht, Machtpolitik, Spionage und Intrigen. Natürlich geht es auch um Gefühle, um die Liebe, Treue und Mut. Charaktere Diesmal sind die wichtigsten Protagonisten die einzelnen Dämonenfürsten, deren Aussehen auch die Charaktereigenschaften widerspiegelt. Eine sehr interessante Figur ist der Dämonenmarquis Decarabia, er trägt im positiven Sinne die Eigenschaften eines modernen Königs in sich, allerdings in Kombination mit der aufbrausenden Unberechenbarkeit eines Dämons. Auch Prinz Seere, der mit einer Menschenfrau liiert ist, der Sklavin und Heilerin Perla Healer, tritt dafür ein, dass die Dämonenfürsten ihre Sklaven mit Respekt behandeln. Wir treffen auch einen bekannten Charakter aus dem ersten Band wieder, allerdings in einer überraschenden Rolle. Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird in mehreren gleichzeitigen Erzählsträngen geschildert. Alle Ereignisse sind miteinander verflochten, auch wenn sie an verschiedenen Orten und parallel stattfinden. Eine Karten am Beginn des Buches, welche die einzelnen Dämonenherrscher der jeweiligen Stadt zuordnet, erklärt die Zusammenhänge. Alle Kapitel tragen als Überschrift den jeweiligen Namen der betreffenden Hauptperson, dies erleichtert die Übersichtlichkeit in dieser komplexen, düsteren Geschichte. Auch diesmal ist der Schreibstil so modern und zeitgemäß wie dieses interessante, eigenwillige und facettenreiche Bild, das die Autorin von ihren Dämonen zeichnet. Fazit Dieser zweite Band der Chronik der Dämonenfürsten ist im Zeitrahmen so weit vom ersten Teil entfernt, dass er auch als Einzelbuch gelesen werden könnte. Im Mittelpunkt dieser spannenden Geschichte stehen diesmal die Dämonen, deren vielschichtiges, menschliches Verhalten ihnen die Sympathien der Leser sichert. Die spannende Geschichte liest sich wie in packender Politthriller, nur mit etwas ungewöhnlichen Protagonisten. Ein Buch auch für Leser, die bisher keinen Bezug zum Genre Urban Dark Fantasy hatten.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Die Zeiten sind keineswegs mehr das, was sie einmal waren. Kriege werden nur noch im Geheimen geführt. Abmachungen in dunklen Schatten getroffen.“ (Pos. 3177)"

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Die Chronik der Dämonenfürsten: Die Engel des Todes
Die Chronik der Dämonenfürsten: Die Engel des Todes
Taschenbuch

Inhalt Evy Munro ist erst zwanzig Jahre alt, als sie von ihrem Arzt die Diagnose erfährt: Lungenkrebs. Ihr Studium wird sie nicht mehr zu Ende bringen können, aber sie ist auch nicht bereit, sich wegen einer nur kurzen Verzögerung einer Chemotherapie zu unterziehen. Auch wenn ihre beste Freundin Naomi und Vincent anderer Meinung sind. Vincent ist ihr persönlicher Engel des Todes, der sie durch diese letzte Zeit ihres Lebens begleiten soll. Gleichzeitig macht sich der Dämonenfürst Dantalion mit seinen Heeren bereit, die Welt zu unterwerfen und auch er braucht Evy für seine Pläne. Thema und Genre In diesem Roman des Genre Dark Fantasy, präziser Urban Dark Fantasy, geht es einerseits um durchaus menschliche Themen wie den persönlichen Umgang mit unheilbaren, tödlichen Krankheiten und den Mut, sich dem Schicksal zu stellen. Gleichzeitig aber stehen alte Relikte, der Glaube und die Parallelreiche der Engel und der Dämonen mit ihren Intrigen und dem Wunsch nach Macht um jeden Preis im Mittelpunkt. Es geht um die Zukunft der Welt, wie wir sie kennen, und der Menschen. Charaktere Die junge Evy muss irgendwie versuchen, ihr Leben mit der Krankheit in den Griff zu bekommen. Vincent, einer der Todesengel, sollte die ihm zugeteilten Menschen mit Umsicht und Verständnis durch die letzte Lebensphase begleiten, jedoch ohne persönliche Nähe. Dies fällt ihm bei dieser unangepassten, aufbrausenden, aber auch verletzlichen Frau zunehmend schwerer. „Das war die Frau, die er in den letzten Wochen kennengelernt hatte: stolz stur und sogar bereit, sich mit den Gepflogenheiten des Todesengels anzulegen.“ (Zitat Position 2452). Dennoch sind es nicht nur diese beiden Protagonisten, welche die Geschichte voranbringen, sondern parallel dazu haben wir als Leser es mit Dämonen und Engeln zu tun und hier wiederum mit Todesengeln und Cherubim. Auch diese übersinnlichen Charaktere sind glaubhaft, weil in ihrem Denken und Streben im selben Graubereich angesiedelt, wie die Menschen. Es gibt keine starre Trennung in „gut“ und „böse“. Zum Beispiel Merfyn, der Dämonenbote, verfolgt völlig andere Interessen als der mächtige Dämonenfürst Dantalion. Handlung und Schreibstil Die Geschichte beginnt mit einem Prolog im Jahr 2050 und Vincent erinnert sich an die Ereignisse im Jahr 2018 zurück. Die Handlung ist vielschichtig und sehr spannend, durch die nur allzu menschlichen Intrigen zwischen den Engeln, aber auch der Dämonen, liest sich das Buch wie ein Thriller, gäbe es nicht die besonderen Eigenschaften der einzelnen Figuren. Der Schreibstil ist flott, modern und die Spannung wird durch humorvolle Dialoge aufgelockert. Fazit Ich wollte schon länger mal einen Leseausflug in ein mir wenig bekanntes Genre unternehmen und habe dieses spannende Buch mit Vergnügen gelesen. Urban Dark Fantasy wird vielleicht Leser enttäuschen, die mit der üblichen „gute Engel treffen auf böse Dämonen“-Geschichte gerechnet haben, aber gerade diese moderne, interessante, eigenwillige Interpretation mit menschlich fühlenden, intriganten, bösen, mutigen Gestalten fasziniert auch Leser, die eine packende, vielschichtige, lebhaft erzählte Geschichte schätzen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Sie folgte seiner Anweisung, fasste Vincent genau ins Auge. Plötzlich wich sie drei Schritte zurück. Das war unmöglich!“ (Zitat Pos. 253)"

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Herzensräuber: Roman
Herzensräuber: Roman

Inhalt Er ist ein spanischer Straßenhund, sein Herrchen ist gestorben. Eines Tages trifft er am Strand den Buchhändler Tobias, der ihn Zola nennt, ihn mitnimmt in seine Heimatstadt Heidelberg und sein neuer Mensch wird. Zuerst ist Zola völlig verwirrt von den vielen verschiedenen Gefühlen, die ihm aus den Büchern, so nennt sein Mensch diese Herzensräuber, entgegenströmen und was sein Herrchen „mein Antiquariat“ nennt, ist für ihn die Höhle der Herzensräuber. Doch bald kann er die Geruchsgefühle, die Menschen ausströmen, die im Antiquariat nach einem Buch suchen, mit den Gefühlen vergleichen, die andere Menschen schon in den Büchern hinterlassen haben. Als dann Tobias von seiner Großmutter ein großes, altes Haus erbt und einige Bewohner mit, gibt dies nicht nur dem Buchantiquariat einen wichtigen Aufschwung. Zola ist unermüdlich im Einsatz, beim Auffinden des passenden Buches und beim Aufpassen auf seinen Menschen Tobias, auf die jetzt sechs verschiedenen Höhlen voll mit Herzensräubern und auf die kleine Emma. Doch wozu gibt es Freunde, allen voran Max und sein Mensch Moritz … Thema und Genre In diesem Wohlfühlroman geht es um die besondere Bindung zwischen Mensch und Hund, eine antiquarische Buchhandlung, um Bücher und um das Lesen. Doch es geht auch um Themen wie Enttäuschung, Alter, Schulprobleme, sowie um Hoffnung, Freundschaft, Mut und natürlich auch um die Liebe. Charaktere Zola, ein spanischer Straßenhund, lebt sich rasch in seiner neuen Heimat Heidelberg ein, er liebt die Stadt und vor allem die langen Spaziergänge am Neckarufer. Neugierig beobachtet er alles, was in seinem Umfeld passiert, macht sich so seine Gedanken über die Menschen und versucht schon mal, sie mit besonders intensiven Gedanken zu beeinflussen, das seiner Meinung nach Richtige zu tun. Auch die Menschen im Mittelpunkt der Geschichte sind sympathisch und mit allen ihren Eigenheiten und Fehlern liebenswert. Alltagsprobleme und Konflikte sorgen für Realitätsbezug. Handlung und Schreibstil Die Handlung verleitet zum Schmunzeln und Träumen, die Konflikte sind durchaus realistisch und bringen Spannung in die Ereignisse. Speziell ist diese Geschichte aber, weil sie mit viel Einfühlungsvermögen und Humor aus der Sicht eines Hundes erzählt wird. Besonders die Schilderungen von Zola und seiner Hundewelt zeigen, dass hier jemand mit Fellnasen-Erfahrung schreibt – und mit viel Liebe für unsere Vierbeiner. Fazit Ein Wohlfühlroman über Bücher und Buchhandlungen, über Menschen und das Leben. Obwohl ein Hund im Mittelpunkt steht, wird dieser Roman nicht nur Hundefreunde und Bücherwürmer verzaubern. Ein Buch für entspannte Lesestunden, unbestreitbar ein Herzensräuber.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Tobias wählt lange und sorgsam, ehe er einer Kundschaft einen Herzensräuber empfiehlt. Und doch. Wohin geht ihr Herz, ihr Verstand? Was erleben sie, während sie in ihrem Sessel sitzen und die Welt um sich vergessen?“ (Zitat Seite 46)"

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Dieser weite Weg: Roman
Dieser weite Weg: Roman

Inhalt Guillem und Victor Dalmau sind Brüder. Beide stehen im spanischen Bürgerkrieg ab 1936 auf der Seite der Miliztruppen der demokratisch gewählten Regierung, Guillem als Soldat und Victor als angehender Arzt. Ihre Gegner sind die rechtsgerichteten Nationalisten um General Franco. Guillem ist mit der begabten Pianistin Roser Bruguera verlobt und als er im Kampf stirbt, ist Roser bereits schwanger. Victor flieht mit Roser aus dem belagerten Barcelona nach Frankreich, wo er sie heiratet, damit er sie und ihren Sohn Marcel als Angehörige mit nach Chile nehmen kann. Pablo Neruda macht dies mit seinem Flüchtlingsschiff Winnipeg möglich, das am 4. August 1939 für mehr als 2000 spanische Flüchtlinge zum Schiff der Hoffnung wird. Chile ist ein ideales Land für einen Neubeginn, denn es bietet Chancen für alle. Doch dann ändert sich die politische Landschaft in Chile … Thema und Genre In diesem epischen Generationenroman geht es um politische Diktaturen, Krieg, Unterdrückung und Flucht. Die Geschichte handelt aber auch von Idealismus, Mut, Treue, Freundschaft, Hoffnung und Chancen auf Neubeginn, die das Leben immer wieder bietet. Wichtige Themen sind Heimat und Zugehörigkeit, ihre Charaktere vergessen die spanischen Wurzeln nicht. Dieses Buch ein Roman, doch die zeitgeschichtlichen Fakten und bekannten Personen sind real. Charaktere Victor ist Arzt aus Überzeugung, die Erlebnisse als junger Arzt im Studium während des Bürgerkrieges prägen sein weiteres Leben. In Chile gehören Roser und er als Einwanderer nicht zur Oberschicht, doch dort sieht sich der sozialistisch-demokratische Victor ohnedies nicht, er sieht die Armut in Chile und schaut nicht weg, sondern hilft. Roser und Victor verbindet eine tiefe Freundschaft und Vertrautheit. Auch der bekannte Dichter und Politiker Pablo Neruda spielt im Leben von Victor und Roser eine wichtige Rolle. Handlung und Schreibstil Die Autorin ist eine wunderbare Erzählerin, die ihre Geschichten so in das Zeitgeschehen einbindet, dass sich ein stimmiges, interessantes Ganzes ergibt. Die wechselhafte Zeit der Umstürze, in welcher dieser Roman spielt, ist an sich schon spannend zu verfolgen, sodass die Handlung ein packendes Leseabenteuer ergibt. Man merkt, dass die Autorin auch ihre fiktiven Charaktere ins Herz geschlossen hat, detailliert und stimmig nimmt sie sich Zeit für jede einzelne Protagonistin, für jeden einzelnen Protagonisten, ihre Handlungen, Entscheidungen und Gefühle. Sprachlich beeindruckend, hat mich dieses Buch sofort in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen, bis ich die letzten Seite gelesen hatte. Es sind ernste Themen und Konflikte, dennoch ist eine positive Geschichte, in der immer auch Hoffnung und Liebe mitklingen. Fazit Ein epischer Generationenroman, facettenreich, interessant und spannend. Ein sehr genau recherchiertes Zeitbild des spanischen Bürgerkrieges und der Machtübernahme von General Franco, sowie später der Umstürze in Chile. Sprachlich großartig erzählt, ist dieser Roman Garant für intensive Lesestunden, von denen man jede Minute genießt.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Aber es war nicht nur ein Scherz gewesen, es war auch die Angst vor der gespaltenen Liebe, vor der Trennung, davor, fern von ihren Lieben zu leben und zu sterben.“ (Zitat Seite 279)"

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Abendlicht (Quartbuch) von Wagenbach
Abendlicht (Quartbuch)
Taschenbuch

Inhalt Ein Ich-Erzähler blickt zurück auf Ereignisse in seinem Leben, seine Kindheit und Jugend, an Veränderungen der politischen Landschaft und auch seiner eigenen Überzeugung. Aufgewachsen in einer gut situierten Familie in der Zeit der Weimarer Republik, wird der Erzähler früh zum bekennenden Kommunisten und erkannte die Gefahren des aufstrebenden Nationalsozialismus. Ergänzt werden diese Erinnerungen durch Träume, Naturbetrachtungen und die intensive Auseinandersetzung mit der Kunst. Thema und Sprache Themen sind Politik, Kunst und Kultur und die Erinnerungen an ein gelebtes Leben, auch Nachdenklichkeit und die Abschiedsstimmung des Alters schwingen mit. Auch wenn eigene Erfahrungen und Gedanken eine wichtige Rolle spielen, handelt es sich bei diesem Prosawerk um keine Autobiografie. Gerade die politischen Strömungen und die geschilderte Alltagssituation der Menschen in schwierigen Zeiten sind zeitlos und daher auch heute noch wichtig und lesenswert. Vor allem jedoch ist es die Schönheit der Sprache Hermlins, die unvergänglich ist. Fazit: Sprachlich großartig, lesenswert und zeitlos in der Vielfalt der Gedanken und eines in bruchstückhaften Erinnerungen erzählten Lebens.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Mein Blick suchte, wie schon immer, die Wolken, die dahinwanderten wie ich selber, einander gleichend wie vor, wie nach Jahrtausenden, und doch schmerzhaft unbeständig und mir bedeutend, daß kein künftiger Augenblick mehr sein würde wie dieser.“ (Zitat Seite 9, Ausgabe Reclam 1980)"

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Fireside Gothic von HarperCollins Publishers
Fireside Gothic

Content A collection of three gothic stories BROKEN VOICES “The emptiness of the place enfolded us like a shroud. The air was cold and smelled faintly of earth, incense and candles.” (Quotation page 44) The narrator remembers one special Christmas, more than forty years ago. He is fifteen years old and has to stay in school over the holidays, together with a boy named Faraday, who is two years younger. Mr. Ratcliffe, an old, long retired teacher, takes care of them and during the evenings, he entertains them with ghost stories about the nearby Cathedral. Some of the stories have real backgrounds, such as the fate of Mr. Goldsworthy, two hundred years ago, and the beautiful anthem he wrote, since lost. Therefore, the boys plan to climb the tower of the Cathedral and search for the lost sheet of notes. THE LEPER HOUSE “There’s always a next time.” (Quotation page 159) After the funeral of his sister, the narrator is on his way to visit a client in Ipswich and afterwards he would drive home to London, where he lives. But there are roadworks, the day changes into a dark, rainy, stormy evening when the traffic stops again. Therefore, he follows some local drivers, taking a narrow road, when one of the tires of his car is punctured. He leaves the car, starts to walk and suddenly he sees a light and arrives at an old cottage by the sea. THE SCRATCH “Two things happened that afternoon which were both important, though I didn’t realize their significance until later.” (Quotation page 176) Clare and Gerald live in a rural area, near the Forest of Dean. Jack, Gerald`s young nephew, just back from the army in Afghanistan, is going to stay with them for some time. He dislikes their cat Cannop, because he generally does not like cats. He is sure that there must be wild cats in the Forest, because sometimes he notices a big, dark shadow on his daily walk through the forest. One day Clare sees a big scratch on his arm. Conclusion Three stories, modern versions of the well-known traditional gothic novels, a perfect read for rainy, dark afternoons and evenings. The gripping, suspenseful plot starts from normal daily situations, which makes everything that happens plausible. There are always more solutions and explanations, left open for us readers to think about and find our own ideas. Just relax, light some candles and enjoy the high literary quality of stories and the eerie fascination.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"“The emptiness of the place enfolded us like a shroud. The air was cold and smelled faintly of earth, incense and candles.” (Quotation page 44)"

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Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant
Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant
lacastra

Beginn mit Potential. Mein erster Gedanke beim Aufbau und der Inhaltsangabe "das will doch ein Game of Thrones Verschnitt für jüngere Leser sein!" Und ganz ehrlich, was wäre so schlecht daran...gut kopiert ist manchmal besser als schlecht ausgedacht. Ob "Kingdoms of Smoke" in diese großen Fußstapfen treten kann? Es versucht zumindest sein Bestes. Wie gesagt liegt der Fokus hier eher auf einer jüngeren Lesegruppe, aber trotzdem findet man die bekannten Versatzstücke aus dem Vorbild. Auch hier gibt es diverse unterschiedliche Erzählstränge aus verschiedenen Perspektiven, einzigartige Charaktere, Intrigen, Verrat und Spannung. Das Buch hätte meiner Meinung nach einige Seiten mehr vertragen können, denn sobald man mit den Charakteren richtig warm wird, ist Teil 1 auch schon durchgelesen. Und gelesen ist es aufgrund des flüssigen Schreibstils dann doch recht schnell. Ein Punkt indem "Kingdoms of Smoke" aber definitiv komplett zurückbleibt ist die Schattierung der Charaktere, hier gibt es nicht etwa wie bei Game of Thrones viele Graustufen sondern fast durchgängig das alte Spiel Gut gegen Böse, was mich relativ schnell langweilt. Auch die großen und überraschenden Plottwists hielten sich in Grenzen, die Handlung hat jedoch durchaus noch Potential, welches sich in den weiteren Teilen der Reihe entfalten könnte. Wer könnte es mögen? Leute denen "Das Lied von Eis und Feuer" zu erwachsen, blutig und brutal war, wer zwar den grundlegenden Stil mochte, aber eher in der Jugendliteratur zuhause ist.

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Menschen neben dem Leben: Roman
Menschen neben dem Leben: Roman
lacastra

Im Schatten des Reisenden. Beim ersten Blick auf das Buch habe ich mich gefragt, warum denn auf der Rückseite nur Pressestimmen zu Boschwitz Roman "Der Reisende" stehen und nicht zu "Menschen neben dem Leben", nach dem Lesen konnte ich mir das selbst beantworten. Das Gute, man kann sich durch die Schreibweise teilweise trotz der völlig unterschiedlichen Leben gut in die Protagonisten hineinversetzen, einige der Probleme sind auch heute noch durchaus aktuell. Das reicht aber bei Weitem nicht für einen guten Roman. Was mich nicht so recht überzeugen konnte war die Handlung an sich, das mag ein sehr subjektives Empfinden sein, aber mit manchen Büchern wird man einfach nicht warm. Die Geschichten waren mir zu belanglos und konnten mich wenig begeistern, ein spannendes Buch hält man hier definitiv nicht in den Händen. Für absolute Fans der Epoche eventuell interessant, für mich jedoch definitiv zu sehr gehyped, denn "Menschen neben dem Leben" bleibt leider weit hinter "Der Reisende" zurück. Ähnlich wie damals bei Harper Lees "Gehe hin, stellen einen Wächter" dachte ich auch hier nach dem Lesen, manche Bücher wurden zu Recht nicht veröffentlicht.

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Das Vogeltribunal: Thriller
Das Vogeltribunal: Thriller

Inhalt Allis Hagtorn lässt nach einem Skandal ihr altes Leben als Universitätsdozentin zurück und nimmt eine Stelle als Haushaltshilfe bei Sigurd Bagge an, der den Sommer über alleine in einem einsamen Haus an einem Fjord lebt. Auch für den Garten ist Allis zuständig. Der Kontakt beschränkt sich auf die Mahlzeiten, den Rest der Zeit verbringt der Mann in seinem Arbeitszimmer, während sie versucht, sich gärtnerische Kenntnisse anzueignen. Ihr eigenes Geheimnis kennt Allis, doch welches Geheimnis hat Sigurd? Thema und Genre Vom Verlag wird dieses Buch als „Thriller“ eingestuft, doch es handelt sich um einen Roman. Thema sind die Konflikte der beiden Protagonisten, beide sind noch der eigenen Vergangenheit verhaftet, haben Geheimnisse und müssen einander in der Einsamkeit der Natur dennoch vertrauen. Ein weiteres Thema ist die nordische Mythologie, die Geschichte von Balder und Hermodr. Charaktere Allis Hagtorn steht noch immer unter dem Einfluss des öffentlichen Skandals, den sie verursacht hat und hat sogar in der Einöde am Fjord Angst, erkannt zu werden. Sigurd Bagge ist ihr unheimlich, gleichzeitig fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Ihre Unsicherheit und Unschlüssigkeit zieht sich durch die gesamte Geschichte. Sigurd Bagge ist teilweise überheblich, misstrauisch und undurchschaubar. Handlung und Schreibstil Die gesamte Geschichte dreht sich ausschließlich um die beiden Protagonisten, dazu als Nebenfigur die neugierige Inhaberin eines kleinen Lebensmittelladens. Eine düstere Stimmung zieht sich durch weite Teile der Handlung. Die Spannung, die man sich von einem Thriller erhofft, kommt auch durch das Setting, zwei Personen an einem einsamen Ort, nicht auf. Durch die vielen Andeutungen und Szenenwechsel unterbricht die Autorin den Spannungsbogen immer wieder, zerschnipselt ihn gleichsam in kleine Stücke, und bremst so die Geschichte, sobald sie Fahrt aufnimmt. Elemente wie Schatten, Geräusche, Traumvorstellungen wirken konstruiert. Fazit Ohne das Wort „Thriller“ auf dem Buchcover wäre ich vielleicht mit anderen Erwartungen an diese Geschichte herangegangen. Mir fehlte die Spannung, sie konnte mich nicht packen und ließ mich insgesamt etwas ratlos zurück. Ein Buch für Leser, die Zweipersonenstücke aufregend finden.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Hier hatte ich all das wenige, was ich brauchte, Einsamkeit, offene Tage, wenige, vorhersehbare Pflichten, ich war frei von den Blicken der anderen, dem Gerede der anderen, und ich hatte den Garten ganz für mich allein.“ (Seite 16)"

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Das Päckchen: Roman
Das Päckchen: Roman

Inhalt Auf dem Berner Hauptbahnhof klingelt ein öffentlicher Telefonapparat. Der Zürcher Bibliothekar Ernst Stricker hebt spontan ab. Eine ihm unbekannte Frauenstimme fragt, ob er Ernst sei und bittet ihn, sofort zu ihr zu kommen, sie müsse ihm dringend ein Päckchen übergeben. Als er dieses später öffnet, findet er darin ein lateinisch-althochdeutsches Wörterbuch aus dem 8. Jahrhundert. Handelt es sich tatsächlich um ein Original und wo war es über all die Jahrhunderte versteckt gewesen? Nicht nur er will das wissen ... Thema Dieser Roman vereint Einblicke in das mittelalterliche Klosterleben mit der Spannung eines Kriminalromans. Die aktuelle Handlung spielt in der Schweiz. Charaktere Ernst liebt seinen Beruf als Bibliothekar und er führt mit seiner Frau Jacqueline in ruhiges Leben. Das Buch weckt sofort sein Interesse. Er recherchiert akribisch und hartnäckig, um das Rätsel der Herkunft zu lösen und plötzlich wird es für ihn sehr gefährlich. Der neunzehnjährige Haimo muss auf Wunsch seines Vaters, wie im 8. Jahrhundert für jüngere Söhne üblich, in das Benediktinerkloster in Regensburg eintreten. Schon bald erkennt der Abt Haimos Begabung und Begeisterung für das Schreiben. Doch Haimo kann auch Maria, die Tochter des Leinengerbers, nicht vergessen. Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt, die einander abwechseln. In der Jetztzeit sucht Ernst nach den Hintergründen betreffend die Herkunft der alten Handschrift. Die Geschichte Haimos in der Vergangenheit erzählt die Entstehung des Buches und langsam zeigt sich Stück für Stück die rätselhafte Reise dieses wertvollen Originalwerkes durch die Jahrhunderte. Die Sprache ist erzählend, beschreibend. Die Handlung macht neugierig und ist spannend. Fazit Ich habe diesen Roman zufällig entdeckt und mit Vergnügen und Begeisterung gelesen. Für Leser, die eine gute, geschickt entwickelte, aber immer glaubhafte Geschichte zu schätzen wissen, die auch sprachlich Freude macht.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Er blickte die Frau nochmals an, die einen Ernst so dringend um Hilfe geboten hatte, und wenn dieser Ernst nicht reagierte, dann war ihr vielleicht wirklich geholfen, wenn er für den anderen Ernst einsprang.“ (Zitat Seite 13)"

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Die Dame hinter dem Vorhang: Roman
Die Dame hinter dem Vorhang: Roman

Inhalt Als Edith Louisa Sitwell, Tochter von Sir George Sitwell und Lady Ida, 1887 geboren wird, ist Emma Banister, die Tochter des Gärtners von Renishaw Hall, fünf Jahre alt. Die beiden Mädchen freunden sich an und treffen einander mehrere Jahre lang heimlich jeden Sommer. Emmas Tochter Jane Banister ist beinahe achtzehn Jahre alt, als sie Haushälterin im Londoner Haushalt der nun beinahe vierzig Jahre alten Edith Sitwell wird. Siebenunddreißig Jahre lang bleibt sie bei der exzentrischen Künstlerin, bis zu deren Tod im Jahr 1964. Thema und Genre Dieser Roman mit biografischem Hintergrund ist einerseits ein lebhaftes Zeitbild der internationalen Künstlerszene in Zentren wie London, Paris, Berlin, New York und Hollywood. Schwerpunkt sind die Jahre zwischen 1927 und 1964, eine Zeit nicht nur der kulturellen, sondern auch der politischen Um- und Aufbrüche. Charaktere Während Jane Banister und ihre Familie aus der Dienstbotenetage fiktiv sind, steht das reale Leben der exzentrischen Ausnahmekünstlerin Dame Edith Sitwell, eine bekannte Schriftstellerin und Dichterin der Moderne, um Mittelpunkt dieses Buches. Unangepasst und selbstbewusst lebt Edith Sitwell ihr eigenständiges Leben – ein modernes Frauenbild in einer Zeit, als dies eher die Ausnahme war. Handlung und Schreibstil In diesem Roman verknüpft die Autorin gekonnt bekannte biografische Fakten, Gesellschaftsbilder und Zeitgeschichte und lockert dies durch die fiktive Figur der Ich-Erzählerin Jane Banister auf. Lebendige Beschreibungen und bunte Schilderungen lassen den Leser eintauchen in diese Welt des britischen Adels und der internationalen Kunstszene. Edith Sitwell führte tatsächlich ein sehr bewegtes, aufregendes Leben, daher ist auch dieser Roman spannend zu lesen. Fazit Ein sehr gut recherchierter Roman, eine spannende Verknüpfung zwischen Fakten und Fiktion, geschrieben in einer lebendigen, niveauvollen Sprache. Ich habe dieses Buch mit großem Interesse und Vergnügen gelesen und ich wurde zudem neugierig auf das literarische Werk von Dame Edith Sitwell.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Es muss noch jemand anderes ihre Geschichte erzählen. Jemand, der sie liebt. Ich.“ (Zitat Seite 27)"

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QualityLand: Roman (dunkle Edition)
QualityLand: Roman (dunkle Edition)

Marc-Uwe Kling beschreibt eine Dystopie (oder Utopie...Ansichtssache xD ) mit viel Witz, wie man es von ihm kennt. Empfehlung.

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Pobby und Dingan
Pobby und Dingan
Gebundene Ausgabe

"Pobby und Dingan leben in einem kleinen Ort mitten in Australien. Sie sind die besten Freunde der kleinen Kellyanne Williamson, und außer ihr kann sie auch niemand sehen. Die beiden existieren nämlich nur in ihrer Phantasie. Als Pobby und Dingan eines Tages verschwinden, macht sich das ganze Dorf auf eine scheinbar aussichtslose Suche..." Das klingt zauberhaft, das muss ich lesen!! edit: Ich habe es gelesen und bin begeistert! Witzig, rührend, eine zauberhafte kurzweilige Geschichte.

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Das Feld
Das Feld

Eine hübsche Sammlung, allerdings ein bisschen lose. Seethalers Umgang mit Sprache und seine Formulierungen sind auch hier ein Genuss, aber ehrlicherweise ist dies keins seiner Meisterwerke.

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Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant
Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant
MinaM

Hätte ich nur schon die Fortsetzung gelesen ... ---- Prinzessin Catherine hat mich bereits in der Leseprobe für sich gewonnen und mit keinem einzigen Wort verloren. Schon ihretwegen würde ich unheimlich gerne noch viele weitere Bände lesen. Missen möchte ich aber keinen der Protagonisten. :) _Einen_ Favorit habe ich nicht (insgeheim hoffe ich aber, dass sich March dazu entwickelt). Alles in allem finde ich es genau richtig, dass König Aloysius' Absichten erst nach und nach enthüllt werden und ich erst dadurch richtig erfasst habe, welche Reise ich mit Kingdoms of Smoke angetreten habe. Ich hätte es aber mit offenen Armen begrüßt, hätte es bereits im ersten Kapitel oder in einem bestenfalls spannenden, rätselhaften Prolog einen Hinweis auf den Dämonenrauch gegeben. Schließlich stellt Dämonenrauch die Basis von Kingdoms of Smoke dar. In diesem Sinne wäre mir – worauf ich insgeheim generell hoffe – (ein) Kapitel aus Prinz Boris' Sichtweise lieb gewesen … Ich hoffe, nicht zurecht zu befürchten, dass sich Prinz Boris und König Aloysius als „typisch böse Antagonisten“ erweisen, ergo lasse ich mich von der Fortsetzung überraschen. Einen zweiten negativen Kritikpunkt habe ich leider noch. In Die Verschwörung von Brigant habe ich den Eindruck, dass sich Sally Green zu sehr an die Handlung klammert. Obwohl mich die klare Linie im Endeffekt begeistert, vermisse ich sozusagen die „Persönlichkeit“ der einzelnen Königreiche (bzw. der Königreiche, die ich bereits besucht habe) etwas. Ja, mir fehlt dann doch „Lebendigkeit“. Es ist ein Pluspunkt, dass sich Sally Green nicht in Details verliert, aber ich habe eben das Gefühl, dass sie sich aus genau dieser Angst heraus nicht richtig getraut hat, auch die Welt an sich zum Leben zu erwecken und nicht „nur“ die Charaktere. - FAZIT Der Auftakt von Kingdoms of Smoke überzeugt mich durch die erwähnte klare Linie, die Protagonisten und Sally Greens Schreibstil. Die Kulturen der bereits kennengelernten hätten detaillierter gezeichnet sein können, doch auf die Handlung und die Charaktere bezogen kann ich nicht von Schwächen sprechen und hoffe, dass es so bleibt.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"Er mag uns Angst machen, er mag uns einen namenlosen Schrecken einjagen und uns bedrohen, aber wenn wir uns ergeben, verlieren wir mehr als nur unsere Köpfe. Wir verlieren unsere Menschlichkeit."

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Haifische am Strelasund von Hinstorff
Haifische am Strelasund
Broschiert

Inhalt Der Privatermittler Tom Brauer hatte eine Woche Urlaub in Stralsund geplant, wo seine Freundin Clara Lehnhoff im Ozeaneum einen Malkurs für Kinder abhalten sollte. Doch dann taucht ein alter Schulfreund Claras auf, Rocco Schulze, der in Stralsund einen Imbiss für Fischbrötchen führt und er bittet Tom um Hilfe gegen die unlautere Konkurrenz und das Ordnungsamt. Als besagter Mitarbeiter des Ordnungsamtes kurze Zeit später ermordet aufgefunden wird, ist Rocco der Hauptverdächtige und Kommissarin Sylke Bartel ermittelt. Thema und Genre In diesem Regio-Kriminalroman mit Bezug zur Ostsee geht es um wesentlich mehr, als nur um Fischbrötchen. Es geht vor allem um Umweltschutz, Politik und eine umstrittene russische Gaspipeline. Charaktere Sylke Bartel, die für den Fall zuständige Kommissarin, hat Probleme, bei den Kollegen und dem Vorgesetzten in Stralsund akzeptiert zu werden. Sie benötigt dringend einen Erfolg bei den Ermittlungen. Dies erklärt ihre Handlungen und ihr Verhalten. Tom Brauer agiert in diesem komplexen Fall sehr zurückhaltend, beinahe etwas naiv und scheint mit der Situation insgesamt überfordert. Dann beginnt auch Clara privat zu ermitteln, da sie von Roccos Unschuld überzeugt ist, und plötzlich ist sie ebenfalls involviert. Handlung und Schreibstil Was als Kriminalfall mit möglichem Vergangenheitsbezug beginnt, entwickelt sich rasch zu einem sehr gut ausgearbeiteten, komplexen Fall. Langsam erst zeigen sich die Zusammenhänge dieser spannenden, realistischen Geschichte. Der Sprachstil entspricht, was den Spannungsaufbau betrifft, dem Genre. Die Handlung wird jedoch durch großartige Beschreibungen und Schilderungen in einer poetischen Sprache ergänzt, die das Lesen zu einem umfassenden Vergnügen werden lässt. „Die vielen Lichter der Stadt spiegelten sich im kaum bewegten Wasser und schienen zu einem Aquarell zu zerfließen.“ Dieser Satz auf Seite 208 malt mit impressionistischen Worten die beeindruckende Silhouette der Stadt Stralsund vor die Augen der Leser. Fazit Ein spannender Kriminalroman mit Ostsee-Bezug, der in Stralsund spielt. Inhaltlicher Tiefgang und poetische Schilderungen machen dieses Buch zu einem empfehlenswerten Lesevergnügen, nicht nur für Rügen-Begeisterte.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Bestimmt. Friedlich und langweilig. Wenn du wieder Unruhe brauchst, ruf an, wir kommen gerne wieder.“ (Zitat Seite 348)"

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Gott wohnt im Wedding: Roman - Der neue Roman der Autorin von "Machandel" von Penguin Verlag München
Gott wohnt im Wedding: Roman - Der neue Roman der Autorin von "Machandel"
Gebundene Ausgabe

Inhalt Leo Lehmann ist über 90 Jahre alt, als er mit seiner Enkelin Nira für ein paar Wochen nach Berlin zurückkehrt. Durch Zufall bucht sie ein Hotel im Wedding, wo er zwanzig Jahre lang gewohnt hatte, er war hier geboren. 1948 hat er Berlin verlassen und lebt seither in Israel. Das alte Haus, in dem er während des Krieges eine Zeit lang untergetaucht war, steht noch. Gertrud Romberg, die damals ihn und seine Freunde versteckt hatte, lebt noch immer dort, umgeben von ihren Erinnerungen und den Erinnerungen des Hauses. Die anderen Bewohner wechseln jetzt oft, das Haus soll abgebrochen werden, zuletzt leben hier Flüchtlinge, vor allem Zigeunerfamilien aus unterschiedlichen Ländern, so wie Laila. Seit einem Vorfall, damals im Jahr 1943, hatte Leo keinen Kontakt mehr zu Getrud und eine offene Frage steht immer noch zwischen ihnen. Thema und Genre Ein altes Berliner Haus mit Geschichte, ein zeitgeschichtlicher Generationenroman, der sich auch mit der NS-Zeit in Deutschland auseinandersetzt. Es geht um Familie, Heimat, Fremde, Traditionen und gegen das Vergessen. Charaktere Leo Lehmann steht für die Geschichte einer jüdischen Familie im Nationalsozialismus. Laila Fidler, eine in Polen geborene Sintiza, steht für die Roma und Sinti, die immer wieder versuchten, sesshaft zu werden und doch immer wieder vertrieben wurden. Heute hilft Laila den rechtlosen Frauen bei den komplizierten Behördenwegen. Nira, in Israel geboren und aufgewachsen, sieht ihr Heimatland kritisch. Berlin ist kein Feindbild für sie, trotz der Geschichte ihrer Familie. Es sind lebendige Figuren mit ihren Konflikten und Wünschen, die uns in diesem Roman begegnen Handlung und Schreibstil Im Mittelpunkt steht das alte, baufällige Haus in Berlin Wedding, das sich an seine wechselvolle Geschichte seit der Erbauung erinnert. Damit verbunden ist das Leben seiner unterschiedlichen Bewohner. Es sind die gestrandeten, verfolgten Menschen, aber auch die selbstbewussten Kämpfer, um die es in diesem Roman geht. Am Beispiel von zwei speziellen Familien entwickelt die Autorin ein zeitgeschichtliches Kaleidoskop, welches das Leben mehrerer Generationen aufzeigt. Rückblenden und geschichtliche Abläufe, sowie die Erinnerungen des alten Hauses selbst, runden die Handlung ab. Die Sprache erzählt, geht nahe an die Figuren heran, zeigt auf, beschreibt, malt lebhafte Bilder. Fazit Ein vielschichtiger Generationenroman, in dem es um Zeitgeschichte geht und um die Menschen, deren Schicksal in dieser gefährlichen Zeit darin bestand, irgendwie zu überleben. Ein beeindruckender Appell gegen Vorurteile und für die Menschlichkeit.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Jetzt bin ich schon dabei, mich zu erinnern. Das kann ich nicht oft, aber heute muss es sein. Was du weißt, ist nicht verloren.“ (Zitat Seite 311)"

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Radio 4.0 ... braucht Personality: Betrachtungen und Strategien für das Radiobusiness
Radio 4.0 ... braucht Personality: Betrachtungen und Strategien für das Radiobusiness
radiofreak

Nach dem knapp ersten Fünftel des 21. Jahrhunderts gibt es Eines, das sicher ist in der Medienlandschaft: Nichts ist mehr sicher! Hier setzt das Buch von Wolfgang Ferenčak, der dreißig Jahre Erfahrung im Radiobusiness mitbringt, an. Die Verunsicherung bei den Verantwortlichen und den Machern von Radioprogrammen zeigt sich täglich. Ob auf Kongressen, in Artikeln oder den sozialen Medien. Was tun, um in der neuen Medienwelt, im Wettbewerb mit den entstandenen und entstehenden Markteilnehmern aus der Onlinewelt relevant zu bleiben. Was will der Hörer? Wie kann ich dies als Audiomedium leisten? Wo liegen meine Wettbewerbsvorteile? Welchen USP brauche ich in Zukunft, um wahrgenommen zu werden? Ist Personality die/eine Antwort? Diesen und vielen anderen Fragen, die der Radiozunft unter den Nägeln brennen, ist Wolfgang Ferenčak nachgegangen, und er skizziert mögliche Zukunftsstrategien. Darüber hinaus finden sich praktische Beispiele, die als Ideengeber für Programmverantwortliche und Mitarbeiter geeignet sind. Der Auslöser dieses Buch zu schreiben, waren die Fragen der Radiomacher nach der Zukunftsperspektive, die dem Autor in vielen Diskussionen immer wieder gestellt wurden. Diese Frage nach der Zukunft von Radio, die sich Alle stellen, die sich von den Radiodays Europe bis hin zu den Lokalfunktagen durch alle Veranstaltungen zieht und auf die es hier Antworten gibt. RADIO 4.0 ist das Buch der Stunde für die Radiocommunity. Es macht Mut und liefert Hilfestellung bei der Gestaltung einer erfolgreichen Radio-ZUKUNFT!

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"Ich möchte allen, die dieses Buch lesen, Mut machen, sich Fehler zu gönnen. Euren Hörern Fehler zu gönnen. Den Mut, nicht perfekt zu sein, weil die nicht perfekten Momente die mit dem größten Aufmerksamkeitspotential sind. Ich möchte, dass Ihr den Mut habt, wieder die Aufmerksamkeit einzufordern, die unser wunderbares Medium verdient, indem Ihr von Kunstfiguren wieder zu lebenden, fehlerbehafteten, authentischen und damit liebenswerten Menschen im Ohr eures Hörers werdet."

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Luzies Erbe
Luzies Erbe

Inhalt Als Luzie Mazur stirbt, ist sie beinahe hundert Jahre alt. Doch für Johanne, ihre Enkelin, ist es dennoch zu früh, denn viele offene Fragen, die Geschichte der Mazur-Frauen betreffend, bleiben unbeantwortet. Johannes Großvater Jurek Mazur, der Vater von Johannes Mutter Thea und deren Schwester Helene, war im zweiten Weltkrieg als polnischer Zwangsarbeiter ins deutsche Dorf gekommen und diese Liebe war ein Verstoß gegen die strengen Rassengesetze und damit lebensgefährlich. Nach dem Krieg können sie endlich heiraten, doch im Dorf bleiben sie Außenseiter. Jurek arbeitet in der Kaserne für die Engländer, das Wochenende verbringt er mit seiner Familie. Bis er eines Tages nicht mehr kommt. Luzie schweigt und spricht nie mehr über ihn. Auch in den zu Lebzeiten streng gehüteten Unterlagen ihrer Großmutter findet Johanne weniger Hinweise, als erhofft, doch sie gibt die Suche nicht auf. Thema und Genre Dieser Generationenroman mit zeitgeschichtlichem Hintergrund basiert auf wahren Begebenheiten aus der Familie der Autorin. Im Mittelpunkt stehen die Frauen, vier Generationen von starken Frauen, es geht um Liebe, Mut, Familiengeheimnisse, unerfüllte Träume und schwierige Mutter-Tochter-Beziehungen. Ein wichtiges Thema ist auch das belastende, starre Schweigen einer ganzen Generation. Charaktere Luzie ist die Matriarchin der Familie. Gewohnt, hart zu arbeiten, sichert sie damit das Überleben ihrer Familie. Für ihre Töchter bleibt da kaum Zeit. Das Leben hat sie ernst und schweigsam gemacht. Die vielen unbeantworteten Fragen belasten vor allem auch Thea und Johanne, wobei Johanne nicht aufhört, nach Antworten zu suchen. Handlung und Schreibstil Es sind zwei Geschichten, die abwechselnd erzählt werden, die von Luzie und Jurek und die der Familie nach Luzies Tod. Erinnerungen der einzelnen Familienmitglieder ergänzen die Hintergründe. Die Trennung in Kapitel vereinfacht den Überblick. Sehr spannend sind die Schilderungen aus den Kriegsjahren. Der flüssig zu lesende Schreibstil legt auch die Gefühle der einzelnen Charaktere offen und erzählt eine lebendige, nachvollziehbare Geschichte von Konflikten und Entscheidungen, die sich aus den Ereignissen ergeben, unvermeidbar sind und dennoch tiefe Auswirkungen haben. Fazit Ein spannender Generationenroman, getragen von starken Frauen und eine von Schweigen und unbeantworteten Fragen geprägte Familiengeschichte. Ein Buch, das noch lange nachklingt.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Die Blechdose blieb Johanne die Antwort schuldig, so wie Luzie sie ihr schuldig geblieben war.“ (Zitat Seite 247)"

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Ein neues Blau von List Paul Verlag
Ein neues Blau

Inhalt Lili Kuhn fühlt sich schon als Kind „halb“. Sie wächst ohne Mutter auf und ist Halbjüdin. Takeshi, der chinesisch-japanische Geschäftsfreund ihres Vater, versteht es, sich „halb“ zu fühlen. Er versteht auch die kleine, phantasievolle Lili, die ihre Gefühle als Farben sieht und von ihrem Vater und nun auch Takeshi in liebevoller Geborgenheit aufgezogen wird. Heute, beinahe am Ende eine langen Lebens, in dem Porzellan, Malerei und Farben immer eine große Rolle gespielt haben, lebt sie zurückgezogen in Berlin. Auch Anja Hermann, gerade 18 Jahre alt, lebt in Berlin. Kritisch und dem Alter entsprechend unangepasst erlebt sie gerade die Scheidungsdiskussionen ihrer Eltern mit. Ausgerechnet sie wird von dem Direktor ihrer Schule gefragt, ob sie nicht manchmal nachmittags einer alten Dame Gesellschaft leisten möchte. Zusätzliches Taschengeld findet Anja immer gut und neugierig ist sie auch. Auch Lili interessiert diese eigensinnige, widersprüchliche junge Frau und sie beginnt, Anja ihr abwechslungsreiches Leben zu erzählen. Thema und Genre Im Mittelpunkt dieses zeitgeschichtlichen Familienromans stehen die Kunst der Porzellanerzeugung und die KPM, ab 1918 Staatliche Porzellan-Manufaktur Berlin, das Bauhaus und die japanische Kultur mit ihrer Garten- und Teetradition. Es geht auch um unterschiedliche Religionen, was besonders mit dem Beginn des Nationalsozialismus eine wichtige Rolle spielt. Werte wie Familie, Freundschaft, Liebe, aber auch Trauer Psychologie verbinden diese Komponenten zu einer Geschichte. Charaktere Zwei unterschiedliche Frauen, Lili und Anja, beide eigenwillig, neugierig auf das Leben. Zuerst auf der Suche, weiß Lili bald, was sie will und auch Anja findet in Lilis Geschichte neue Ideen für ihre eigene Zukunft. Handlung und Schreibstil Der Autor erzählt seinen Roman in zwei unterschiedlichen Geschichten und Zeitebenen. Lilis Geschichte zwischen 1919 und 1935 wird in der dritten Person erzählt, dazwischen abwechselnd Anjas Geschichte 1985 in der Ich-Form. Das Jahr 1985 verbindet beide Geschichten. Zusätzliche Rückblenden ergänzen beide Erzählstränge. Zwischen einigen Kapiteln, über das gesamte Buch verteilt, finden sich Auszüge aus „Handwerkskunst KPM Berlin“. Darin wird die Porzellanherstellung geschildert und die Texte sind durchaus auch metaphorisch zu verstehen. Die Sprache ist bildhaft und poetisch, mit bunten Schilderungen und vielen interessanten Informationen. Poesie findet sich auch in den Kapitelüberschriften, während sich die Spannung aus dem ereignisreichen Leben Lilis ergibt. Fazit Ein Familienroman, ein Frauenroman, ein realer geschichtlicher Hintergrund mit bekannten Künstlern und Persönlichkeiten vermittelt Wissen über die aufwändige Porzellanherstellung, über den Bauhaus-Gedanken, über jüdische und japanische Traditionen. Eine Geschichte von engagierten, mutigen Frauen, die sich liest wie Porzellan: geerdet, zeitlos elegant, fein und robust, bunt und poetisch.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Ich verändere lediglich die Form ein wenig und versuche Schönheit darin zu finden; mir zu verdeutlichen, dass sie zwar anders sind, aber dennoch Sinn, sprich eine Daseinsberechtigung haben. Einen eigenen Sinn und ein eigenes Dasein.“ (Zitat seite 239)"

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Messer: Ein Fall für Harry Hole (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 12)
Messer: Ein Fall für Harry Hole (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 12)
lacastra

Werden Harrys Abenteuer jemals langweilig? Bis jetzt noch nicht! Bei schon lange fortgeführten Reihen wie Jo Nesbos Büchern um Protagonist Harry Hole muss man sich zwangsläufig irgendwann die Frage stellen, "Reicht es nicht bald?". Die Antwort ist in diesem Fall auch nach dem aktuellen Buch "Messer" ein ganz klares "Nein". Harrys Privatleben wird gleich zu Beginn auf den Kopf gestellt, allein und von Selbstvorwürfen geplagt, gibt er sich erneut der Alkoholsucht hin (sicher braucht ein Ermittler schlechte Eigenschaften die ihn menschlich machen, aber das ist tatsächlich ein Aspekt der mich mittlerweile etwas stört). Schließlich wacht er irgendwann wotwörtlich mit Blut an den Händen auf und begibt sich auf eine lebensverändernde Ermittlungstour. Was ein Buch dieser Art für mich an Zutaten braucht sind, durchgehende Spannung, ein guter und nachvollziehbarer Plot sowie die ein oder andere schockierende Wendung. Hier macht Jo Nesbo wie gewohnt fast alles richtig und liefert in altgedienter Weise ab. Wer wirklich jeden Teil der Reihe gelesen hat, der wird wahrscheinlich ab und an die ein oder andere kleinere Länge überbrücken müssen, man wird aber stets belohnt. Nicht das beste Buch der Reihe (für mich persönlich immer noch Rotkelchen), aber das ist wohl eher Geschmackssache. Mit den anderen mithalten kann es definitiv. Alle Leser die Harry Holes Fälle bis jetzt mochten greifen wahrscheinlich sowieso zu, wer noch keine Bekanntschaft mit ihm gemacht hat, sollte dies nun endlich nachholen.

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Dead Lions: Ein Fall für Jackson Lamb
Dead Lions: Ein Fall für Jackson Lamb
lacastra

Mein Name ist Lamb...Jackson Lamb. Wo würde James Bond wohl landen, wenn er denn in einem seiner zahlreichen Fälle mal versagt hätte? Zugegeben, Protagonist Jackson Lamb hat wohl außer dem Beruf recht wenig mit dem perfekten englischen Gentleman Mr. Bond gemein. Gutes Benehmen ist ihm relativ unbekannt, dafür ist er voll von Zynismus und denkt meist nur an sich, man braucht als Leser definitiv etwas Eingewöhnungszeit um ihn lieb zu gewinnen. Zusammen mit seiner Truppe von ebenfalls "ausrangierten" Agenten sieht er sich nun einem neuen Fall gegenüber, und wenn es hart auf hart kommt, dann sollte man die "Slow Horses" nicht unterschätzen. Schon die Einleitung und die damit verbundene Vorstellung der Charaktere ist sehr innovativ gelöst und verspricht ein besonderes Leseerlebnis. Die Schreibweise ist allgemein sehr erfrischend, sodass man stets einen guten Lesefluss hat. Zudem strotzt die Handlung vor zynisch / sarkastischen Dialogen, die ich teils wunderbar, teils jedoch auch etwas zu übertrieben fand. Die Story hat einige Handlungsstränge, die eventuell am Anfang etwas zusammenhanglos wirken, sich aber am Ende mit diversen Wendungen und Verstrickungen zu einem glaubwürdigen Ganzen zusammenfügen. Wem 007 zu glatt ist und dessen Fälle zu unrealistisch, der sollte mal zu "Dead Lions" greifen und sich überraschen lassen. Es handelt sich übrigens um den zweiten Band der Reihe, ich hatte jedoch keine Probleme, auch mit diesem einzusteigen (werde mir aber wohl den ersten jetzt doch noch kaufen).

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ATME! (eBook, ePUB) von Kiepenheuer & Witsch GmbH
ATME! (eBook, ePUB)
lacastra

Tief durchatmen Nile. Erzählt aus der Ich-Perspektive begleiten wir Protagonistin Nile, die bei einem Einkaufsbummel ihren Freund Ben verliert, der plötzlich spurlos zu verschwinden scheint. Nach dieser Ausgangssituation erlebt man als Leser relativ solide Thrillerkost, die ein oder andere Wendung, hier und da ein mehr oder weniger überraschender Twist fehlen auch nicht. Doch im direkten Vergleich zu beispielsweise Büchern von Sebastian Fitzek bleibt hier die Spannung gelegentlich etwas hängen, ich hatte nicht immer das Gefühl, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen kann und jetzt unbedingt noch ein Kapitel lesen muss. Am meisten Punktabzug gibt es jedoch definitiv für die gute Nile, die mir mehr als einmal gehörig auf den S... ging. Wäre ich bin, eventuell hätte ich zwischendurch auch das Weite gesucht. Auch das Ende war dann nicht ganz der gewünschte "Aha"-Moment, dafür hat mir noch etwas gefehlt. Wer nen soliden Thriller aus der Ich-Perspektive sucht und sich nicht stört, am Ende selbst noch seine Fantasie spielen zu lassen, der könnte durchaus Gefallen an "Atme!" finden.

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Spukalarm in der Schokofabrik von Hummelburg
Spukalarm in der Schokofabrik
Gebundene Ausgabe
lacastra

Spuk und Schokolade, eine unschlagbare Kombination. Nervenzerfetzender Horror, noch grausamer als Stephen Kings "Es"...nein Spaß. Spukalarm in der Schokofabrik ist selbstverständlich ein kindgerechtes Buch für junge Leser, aber ein durchaus gelungenes. Protagonistin Klara muss mit ihrer Mutter umziehen und ist deshalb auch auf der Suche nach neuen Freunden, die zum Glück schnell gefunden sind. Zusammen gilt es nun, das Geheimnis der alten Schokoladenfabrik zu ergründen. Der Schreibstil ist einfach gehalten und sollte Kindern keine Probleme bereiten. Auch als Erwachsener kann man jedoch seine Freude daran haben, sei es beim Vorlesen oder selbst lesen. Die Story macht Spaß und überfordert definitiv nicht (der Grusel hält sich auch in Grenzen). Noch dazu gibt es über das Buch verteilt einige schöne Illustrationen. Für jüngere Leser ein tolles Buch...und das nicht nur als Trost, wenn man gerade selbst umgezogen ist.

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Dead Lions: Ein Fall für Jackson Lamb
Dead Lions: Ein Fall für Jackson Lamb

Inhalt: Man nennt sie "Slow Horses", lahme Gäule, jene Mitarbeiter des MI5, die aus unterschiedlichen Gründen vom aktiven Dienst in der modernen Zentrale am Regent‘s Park in die heruntergekommenen Büros des Slough House zum Akten Sichten versetzt wurden. Chef dieser eigenwilligen Gruppe ist Jackson Lamb, eine Legende, nun ebenfalls untätig, doch der Schein trügt. Als ein alter Bekannter aus Berliner Tagen, Dickie Bow, in einem Bus nach Oxford einen Herzinfarkt erleidet, will es Lamb genau wissen und er findet eine versteckte Nachricht: „Cicadas.“ Gleichzeitig werden zwei seiner Mitarbeiter von der Zentrale beauftragt, undercover einen russischen Oligarchen schützen, der geschäftlich nach London kommt. Gibt es einen Zusammenhang? Thema und Genre: Ein spannender Thriller in der Tradition der klassischen Spionageromane, aber modern und frech. Es geht um Macht, die neue Politik der Geheimdienste, sogenannte Schläfer und offene Rechnungen. Charaktere Mit Jackson Lamb hat der Autor einen klassischen Antihelden geschaffen. Ein ekelhafter Zyniker, egoistisch, mit unmöglichen Manieren, den man als Leser trotzdem irgendwie ins Herz schließt. Seine Truppe ist eine Gruppe von schwierigen, eigenwilligen Eigenbrötlern, doch wenn es gefährlich wird, dann sind es für Jackson Lamb „seine Leute“ und er wird aktiv, wobei er bei der Wahl der Mittel nicht zimperlich ist. Man sollte ihn auf keinen Fall unterschätzen und das wissen auch seine Gegner. Handlung und Sprache Sehr originell werden zu Beginn die einzelnen Mitglieder der "Slow Horses" und die beiden Neuzugänge vorgestellt – denn der Autor überlässt dies einer streunenden Katze. Nur Jackson Lamb selbst ist ist nicht anwesend, er ist gerade in Oxford. Damit beginnt eine spannende, vielschichtige Handlung, mit Verstrickungen und überraschenden Wendungen. Sprachlich fallen besonders die witzigen, sarkastischen Dialoge und Wortspiele auf, die auch in der Übersetzung erhalten blieben. Fazit: Eine moderne, ungewöhnliche Version des klassischen Spionageromans mit sympathischen Antihelden, literarisch, ironisch, witzig und dennoch spannend und realistisch. Auch wenn dies der zweite Band einer Serie ist, ist die Handlung in sich abgeschlossen. Ein Buch nicht nur für Kenner des Genre, sondern für alle Leser, die spannende Unterhaltung schätzen.

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Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

"„Wir sollen überhaupt niemanden jagen, wir sollen uns zu Tode langweilen, kündigen und bei einer Security-Firma anheuern.“ (Zitat Seite 41, 42)"

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Messer / Harry Hole Bd.12 (eBook, ePUB) von Ullstein Taschenbuchvlg.
Messer / Harry Hole Bd.12 (eBook, ePUB)
sbbsnl

Schwere Zeiten für Harry Hole und mich…! Inhalt: Harry Hole ist zurück und mit ihm schwere Schicksalsschläge, die ihn in einen Strudel aus Selbstzerstörung und Hass ziehen. Er macht sich auf seine Suche nach einem brutalen Mörder und Vergewaltiger, den er, aus persönlichen Motiven, jagt wie niemals einen Mörder zuvor. Autor: Jo Nesbo wurde 1960 in Oslo geboren und ist ein norwegischer Musiker und Autor. Bekannt und erfolgreich ist er vorwiegend durch der mehrfach als Serie oder Film ausgezeichneten Reihe um Kommissar Harry Hole. Schreibstil & Spannung: Nesbo ist ein fantastischer Erzähler und schreibt immer so, dass ich die Bücher schlecht aus der Hand legen kann. In der Reihe um Harry Hole führt er uns bereits in 12 Bänden durch das Leben des Kommissars und dies stets mit vielen Höhen und Tiefen, die er e